In den Medien wird oftmals die Behauptung aufgestellt, Videospiele steigern die Aggressivität der Spieler. Eine deutsche Studie beweist nun das Gegenteil

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Die Studie zur möglichen Aggressionssteigerung durch Videospiele trägt den Titel "Does playing violent video games cause aggression? A longitudinal intervention study" und stammt aus der Feder gleich mehrer Forscher des Max-Planck-Institutes für Bildungsforschung und des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf: Simone Kühn, Katharina Schmalen, Markus Weichenberger, Charlotte Witt und Dimitrij Tycho Kugler sowie Jürgen Gallinat.

Mehrere Testgruppen

Grundsätzlich behandelt die Studie kein neues Thema. Bereits in der Vergangenheit haben sich Wissenschaftler mit dem Gewaltgrad verschiedener Videospiele und dessen Auswirkung auf die Spielenden auseinandergesetzt. Doch im Gegensatz dazu handelt es sich bei der neusten Forschungsarbeit um eine Langzeitstudie. 

Im Zuge dieser wurden drei Testgruppen gegründet. Gruppe A spielte über einen Zeitraum von zwei Monaten täglich das kontrovers diskutierte Grand Theft Auto V, Gruppe B das komplett gewaltfreie Die Sims 3 sowie Gruppe C, in der keiner der Teilnehmer ein Videospiel konsumierte. 

Fazit: Keine gesteigerte Aggressivität

In regelmäßigen Abständen mussten sich die Teilnehmer verschiedenen Tests unterziehen, Fragebögen ausfüllen und Datenanalysen über sich ergehen lassen. Schlussendlich konnten die Wissenschaftler keine Unterschiede zwischen den drei Testgruppen feststellen, selbst bei der GTA-V-Gruppe nicht. 

Bedeutung für den eSports

Gerade in Deutschland dürfte eine solche Studie dabei helfen, weitere Akzeptanz für das Thema Videospiele und auch den eSports an sich zu schaffen. Gemäß des Koalitionsvertrags von CDU/CSU und SPD soll eSports auf die nächste Stufe gehoben werden. Dabei ist es durchaus hilfreich, wenn es um professionelle Auseinandersetzungen in eben solchen Spielen wie Counter-Strike oder Call of Duty geht. 

Eben diese Spiele wurden in der Vergangenheit häufig als sogenannte "Killerspiele" bezeichnet. Mittlerweile sehen jedoch mehr und mehr Menschen, auch in der Politik, die Tatsache, dass eben hinter einem Counter-Strike mehr als bloße Waffengewalt steckt. Es geht um die taktische Auseinandersetzung von mehreren Personen, das nutzen unterschiedlichster Vorgehensweisen, um am Ende als Sieger das Spiel zu beenden. 

Nichtzuletzt bezeichnet ESL-CEO Ralph Reichert aus diesem Grund Counter-Strike: Global Offensiv als den am spannendsten zu erlebenden Sport-Titel aktuell. 

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