Der eSports füllt inzwischen Stadien, doch wie geht der DOSB damit um? © lol esports

Der Deutsche Olympische Sportbund hat sich in einer Pressemitteilung zu den politischen Bemühungen der GroKo geäußert. Angriffspunkt dabei: die Anerkennung des eSports.

Der DFB-Präsident Reinhard Grindel macht aus seiner Ablehnung gegenüber virtuellem Sport kein Geheimnis: "eSports ist für mich kein Sport", sagte er Anfang März in einem Gespräch mit dem Weserkurier.

Am Mittwoch erneuerte er die Kritik bei der Eröffnung einer Ausstellung im Deutschen Fußballmuseum in Dortmund. 

"Fußball gehört auf den grünen Rasen. Als größter Sportfachverband der Welt müssen wir darauf achten, dass eSports nicht den normalen Sport ersetzt", sagte Grindel.

Auch der Deutsche Olympische Sportbund hat sich nun kritisch zu Gaming-Wettkämpfen geäußert und sich gegen Pläne der Politik gestellt. 

"Angriff auf die Autonomie des Sports"

Zur eSports-relevanten Passage aus dem Koalitionsvertrag der GroKo schreibt der DOSB in einer Pressemitteilung: "Dies kann man als klaren Angriff der Fachpolitiker im Bereich Digitales, ohne die Sportpolitiker oder gar den DOSB als Dachorganisation des organisierten Sports in Deutschland zu beteiligen, auf die Autonomie des Sports verstehen."

Dabei hatte sich der Verband Anfang Februar offen für die Anerkennung des Gamings als offizieller Wettkampfsport gezeigt. Auch wenn seinerzeit noch fehlenden Strukturen beanstandet wurden.

Bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang gab es vorweg schon ein eSports-Turnier, welches vom Olympischen Komitee unterstützt wurde.

Der deutsche eSports-Dachverband ESBD antwortete noch am Mittwochabend auf die Kritik des DOSB. Präsident Hans Jagnow erklärte: "Die Kritik des DOSB ist für uns nicht verständlich. Wir begrüßen den politischen Willen, eSport auf die Agenda der sportlichen Zukunft in Deutschland zu setzen. Das ist kein Angriff auf den organisierten Sport, eSport möchte vielmehr Teil der Sportorganisierung werden."

eSports wehrt sich: Anerkennung "der erste Schritt"

Er führte weiter aus, dass die Anerkennung als Sport der "erste Schritt" sei: "Das schafft überhaupt erst die formalen Voraussetzungen für Aufnahmeprozesse in den Dachverbänden des Sports in Bund und Ländern und bringt den Dialog auf Augenhöhe. Mit dieser Dualität zwischen Politik und Verbänden wird die gesamte Gesellschaft im Diskussionsprozess mitgenommen." 

Die Politik hat sich indes klar positioniert.

Digital-Staatsministerin Dorothee Bär erklärte vergangene Woche im Spiegel, dass ihr eSports sehr wichtig sei: "Es steht ganz oben auf meiner Agenda." Ein Austausch mit dem Sport sei dabei auf jeden Fall geplant, um gemeinsam an Vereinsstrukturen zu arbeiten.