Erfolg und Niederlage sind im eSports häufig nah beieinander © Getty/LOL eSports

eSports-Profis werden oft nicht nur psychisch sondern auch physisch an ihre Grenzen getrieben. Experte Dr. Froböse verrät, wie man gegen den Druck vorgehen kann.

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In den Topligen bekannter eSports-Spiele geht es ordentlich zur Sache.

Die Athleten sehen sich nicht nur psychischen Anstrengungen ausgesetzt, auch der Körper wird oft stärker als gedacht in Anspruch genommen.

Prof. Dr. Froböse setzt sich im Zuge seiner Studien mit diesen Phänomenen auseinander und hat im Gespräch mit SPORT1 erklärt, wie die Spieler die enormen Anforderungen bewältigen können.

Stresswert wie beim Elfmeterschießen in der Champions League

Froböse beschäftigt sich bereits seit Jahren mit dem Thema eSports und den entsprechenden Athleten. Laut ihm seien zudem die Stressituationen, die Topspieler in den Finalspielen namhafter Turniere verspüren, mit dem Stresslevel zu vergleichen, dem Fußballer beim Elfmeterschießen in der Champions League ausgesetzt sind. 

Entsprechend ist es wichtig, dass sich die Spieler ihrem eigenen Körper bewusst sind und wissen, wie sie mit solchen Situationen zurecht kommen. Nur wenn der Körper bereits im Vorfeld gelernt hat, in stressigen Momenten richtig zu funktionieren, können die Spieler auch unter enormem Druck ihr volles Potenzial ausschöpfen.

Auch eSportler haben unter immensem Druck zu leiden, der sich oftmals auch körperlich auswirkt.
Auch eSportler haben unter immensem Druck zu leiden, der sich oftmals auch körperlich auswirkt. © Riot Games

Aktiv gegen den Stress

Folgende Methoden verriet Froböse gegenüber SPORT1, die den Profis dabei helfen sich selbst und ihren Stresslevel unter Kontrolle zu halten:

  • Bewusstes Atmen - Mit der richtigen Atmung ist viel gewonnen. Spieler die es schaffen, in jeder noch so intensiven Situation ihre Atmung aktiv zu steuern, können dieser viel schneller Herr werden, als untrainierte Gamer.
  • Aktive Ablenkung - eSportler müssen, häufig in geringen Abständen, ihre Leistung abrufen. Daher ist es wichtig, zwischen den Spielen abzuschalten. Hier empfehlen sich zum Beispiel Leibesübungen wie Yoga oder Pilates, die den Geist ablenken und dafür den Körper fordern.
  • "Crashentspannung" - Eine andere Möglichkeit, mit stressigen Situationen fertig zu werden, sind die sogenannten Crashentspannungsmethoden. Der Körper wird durch einen hohen Reiz dazu gezwungen, sich aktiv mit einer Entspannung auseinanderzusetzen. Laut Froböse kann so etwas schon durch das Hoch- und Runterrennen eines Treppenaufgangs herbeigeführt werden.