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Im Bundestag wurde erstmals über eSports debattiert. Das waren die Meinungen und besten Aussagen der einzelnen Politiker zu dem Thema.

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In der vergangenen Wochen in der Nacht zum 9. November 2018 wurde erstmals in der Geschichte des Bundestages das Thema eSports debattiert.

Mehr Förderung für eSports

Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen stellte einen Antrag zur Förderung und Gestaltung der Entwicklung des eSports. Die Antwort im Bundestag war fraktionsübergreifend einig: eSports muss mehr gefördert werden.

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Der ESBD-Präsident Hans Jagnow war ebenfalls in der Sitzung dabei. Der eSport-Bund Deutschland streamte die Debatte live auf der Plattform Twitch.

Die Community reagierte begeistert auf das politische Ereignis. Um kurz vor eins in der Nacht verfolgten noch rund 350 User den Stream und wovon sich 125 aktiv am Chat beteiligten.

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Die Aufnahme zum Stream gibt es hier.

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Die besten Aussagen

Diese Aussagen hatten eine besonders starke Wirkung auf die Zuschauer und zeigten, wie facettenreich Gaming sein kann.

Den Anfang machte die Antragstellerin Monika Lazar der Grünen: "Ob eSports Sport ist oder nicht, das hat nicht die Politik allein zu entscheiden. Denn der Sport ist in Deutschland noch autonom."

Anschließend äußerte sich Johannes Steiniger von der CDU zu der Kritik des DOSBs, dass beim eSport die Motorik und körperliche Bewegung nicht mit anderen Sportarten vergleichbar wäre: "Auch wenn ich selbst ehrlich gesagt anderer Meinung bin. Denn auch bei eSports gibt es Statistiken: 400 Klicks pro Minute. Ich brauch eine gewisse Koordination der Augen und Hände, große Konzentration. Sie brauchen eine durchaus starke Rückenmuskulatur um dies auch entsprechend machen zu können."

Die AfD-Abgeordnete Joana Cotar zeigte mit ihrer Aussage, dass ihr das Fachjargon des eSports nicht fremd ist: "Natürlich ist Sucht ein Thema, aber liebe Kollegen von den Grünen und hier zitiere ich sie: "eine automatische Verlangsamung des Spiels nach langen Spielstunden" ist absurd. Wie soll das denn aussehen? Einen 200er Ping nach drei Stunden Spiel?"

Detlev Pilger von der SPD meinte: "Die Frage muss lauten: Braucht der organisierte Vereinssport den Wachstumsmarkt eSport, um so zumindest den Kontakt zu diesen Kindern und Jugendlichen nicht ganz zu verlieren?" Außerdem gibt er sich zuversichtlich: "Das Massenphänomen eSport wird sich nicht aufhalten lassen."

"Die Koalition versprach eSports künftig vollständig als eigene Sportart mit Vereins- und Verbandsrecht anzuerkennen und bei der Schaffung einer olympischen Perspektive zu unterstützen. Doch wie das bei dieser Regierung im Moment ja so üblich ist, ist seit der Absichtserklärung ja nicht viel passiert, weil man vor allem mit sich selber beschäftigt war und immer noch ist.", kritisierte Britta Katharina Dassler von der FDP scharf.

Zum Schluss kam Petra Sitte von den Linken zu Wort: "Lassen sie uns auf Augenhöhe mit den Akteuren sprechen, lassen sie uns mit den Verbänden sprechen, lassen sie uns um Gottes Willen nicht zu früh die Türen zuschlagen."

Erst kürzlich sprach sich der DOSB gegen eine Anerkennung des eSports aus.