Als reiner MOBA-Fan hat unsere Praktikantin die Aufgabe, das neue F1 2018 anzutesten. Es folgen Fehlschläge und Eindrücke. Ein ungeschönter Erfahrungsbericht.

von Linh Vu

Ein Rennspiel-Text und ich? Wie soll das zusammenpassen? Als jemand, der vorher weder mit Rennfahrspielen (bis auf Mario Kart) noch mit der Formel 1 in Berührung gekommen ist, habe ich das Spiel mal angetestet, um nicht nur von meinen Fehlschlägen im Spiel zu berichten, sondern auch um meine Eindrücke des Spiels insgesamt wiederzugeben.

Zunächst begleitete mich mein Kollege und PS4-Experte zu der Konsole und startete das Gerät, mit dem ich ebenfalls gar nicht vertraut war. Ich fand recht schnell ins Spiel-Menü, welches mich nach einem dynamischen und spannenden Einspieler erwartete.

Das aufregende Intro hat mich gleich abgeholt und meine Lust auf das Spiel gesteigert, obwohl ich mit geringen Erwartungen rangegangen bin.

Karriere-Modus

Als Erstes wurde der Karriere-Modus getestet. Hierfür musste ich mir zunächst ein Team und einen Fahrer aussuchen. Ich entschied mich für die ersten Optionen, die mir angezeigt wurden, da ich über die Formel 1-Szene eh kein Hintergrundwissen besitze und dementsprechend keine Favoriten hatte.

Die Marke Ferrari und der deutsche Fahrer Vettel sagten mir was, also entschied ich mich gleich für diese Kombination.

Auch bei den Einstellungen änderte ich nichts. Selbst bei der Karte ließ ich den Voreinstellungen die Entscheidung und fuhr in der ersten Runde auf der australischen Rennstrecke. Die Musik im Hintergrund, die mich im Auswahlmenü begleitete, gab mir das täuschende Gefühl von Ruhe.

© Codemasters

Mit dem Start des Spiels erklärte der Kommentator die Situation. Ich versuchte ihm zu folgen und durch die Einführung bekam ich als Spieler, auch als Anfängerin, einen guten Überblick über das Spielgeschehen. Bis dahin ist auch ehrlich gesagt noch nicht viel passiert, aber ich bin gut ins Spiel gekommen.

Dann sitze ich plötzlich zwei Damen gegenüber, wovon sich eine als Journalistin und die andere als meine vermeintliche Managerin oder Managerin des Ferraris-Teams herausstellte. Hier bekam ich bereits einen guten Eindruck vom Druck der Öffentlichkeit, den man als aufstrebender Formel 1-Fahrer bekommt.

Die voreilige Journalistin wird nämlich von meiner Managerin abgebremst. Außerdem werde ich vorgewarnt, dass alle Aussagen, die gegenüber der Presse getätigt werden, auch die Beziehung zu den Teams beeinflussen können.

Erste Fahrt

Danach wurde ich ins Rechenzentrum geschickt, wo Trainingseinheiten absolviert werden können. Bereits hier merkte ich im Menü, wie ich mit dem UI leicht überfordert war, weil mir auch viele Begriffe einfach nichts sagten. Ich startete einfach auf gut Glück das erste Training.

Ich, als Nichtkennerin, drückte weiter fröhlich die X-Taste bis ich im Wagen saß. Als ich zum ersten Mal auf die Strecke rollte, merkte ich die steigende Aufregung. Bis zur eigentlichen Rennaction habe ich nicht mal gemerkt, dass die KI noch für mich fährt und ich dachte, dass ich doch eigentlich schon ganz gut fahre.

© Codemasters

Doch dann stand ich plötzlich mitten auf der Piste und es ging einfach nicht mehr weiter. Natürlich habe ich mich vorher nicht mit der Steuerung vertraut gemacht, sodass ich die Taste fürs Gas erst einmal finden musste und dafür einige Sekunden auf der Strecke stehen blieb.

Als ich schließlich herausgefunden habe, wie ich das Fahrzeug steuern kann, fuhr ich mit Vollgas auf der Fahrbahn. Die Freude hielt aber nur kurz. Die meiste Zeit verbrachte ich mit meinem Wagen außerhalb der Fahrbahn. Der Controller war fast nur noch am Vibrieren und ließ mich jede Sekunde wissen, wie sehr ich gerade versage.

Der Typ in meinem Ohr warnte mich die ganze Zeit, dass mein Wagen geschädigt sei und ich dringend den Boxenstopp aufsuchen sollte. Als ob ich nicht selber die fliegenden Wagenteile gesehen hätte oder auf die roten Blinklichter geachtet hätte.

Leider fuhr ich immer an der Ausfahrt vorbei und drehte noch ein paar Runden bis es schlussendlich zum Totalschaden kam. Die Reporterin stellte daraufhin mir einige Fragen, die ich innerhalb weniger Sekunden beantworten musste. Dabei kam ich vor der Konsole ganz schön ins Schwitzen, beantwortete aber souverän im Spiel die Fragen. Dieser Teil fernab der Rennstrecke war für mich leider eines der Highlights im Karriere-Modus. 

Auf ein Neues

Als ich auf die Tabelle guckte, wunderte ich mich warum Vettels so weit oben stand. Zu meiner Verwunderung spielte ich anscheinend gar nicht Vettel, sondern einen Teilnehmer namens, klaus KLAAS, der Vettel als Rivalen hatte. Hat schon vorher jemand an der Konsole gezockt und den Charakter erstellt?!

© Codemasters

Die zweite Fahrt gestaltete sich bereits leichter als die erste. Obwohl ich mich bereits mit der Bande angefreundet hatte, steckte ich mir zunächst kleine Ziele, wie zum Beispiel so gut es geht auf der Fahrbahn zu bleiben. Mein Hauptziel war das Training ohne Totalschaden abzuschließen.

Diesmal fuhr ich sogar stolze drei Mal in den Boxenstopp, weil die Gegner mich anscheinend mit einem Spin-Boost von Mario Kart verwechselten. Das Training absolvierte ich dennoch mehr oder weniger erfolgreich. Ich belegte zwar nur den letzten Platz, aber meine persönlichen Ziele habe ich erreicht.

Dabei fiel mir auf, dass ich eigentlich immer noch nicht so gut mit der Steuerung klar kam und dass sich die Trainingsrunden extrem zogen. Ab da lag meine Motivation für dieses Spiel bei Null und ich wollte den Controller bereits weglegen.

Grand Prix

Daraufhin schlug mir mein Kollege vor, den Grand Prix-Modus auf einer anderen Karte zu starten und auf den anfängerfreundlichsten Einstellungen zu spielen. Gesagt, getan. Der Grand Prix gefiel mir gleich besser, auch wenn ich dort ebenfalls nur den letzten Platz machte. Die Veränderung der Einstellungen merkte ich leider kaum, aber ich kam immerhin durch die Runden.

Fazit

Die einzigen Dinge, die ich mit Rennfahren verbinden kann, sind die Cars-Filme und Mario Kart. Ich konnte mich noch nie für den Rennsport begeistern. Dementsprechend hielt sich meine Begeisterung auch auf Grund meiner Leistung für das Spiel in Grenzen.

Allerdings werden Formel 1-Fans sicherlich viel Freude an dem Spiel haben, weil ich mir vorstellen kann, dass das Spiel die Formel 1-Szene recht gut simuliert. Ein bisschen habe ich mich schon wie Lightning McQueen vor einem wichtigen Turnier oder wie Yoshi auf der Regenbogenpiste gefühlt.

© Codemasters

Das Feeling des Rennsports kommt auf jeden Fall dank der Kommentatoren und der tollen Grafik rüber. Selbst als Anfängerin kam ich recht gut in das Spiel rein, weil das Gameplay natürlich sehr intuitiv war.

Auch für Fortgeschrittene gibt es individuell einstellbare Ziele und Belohnungen, was die Langzeitmotivation fördert. Außerdem ist es für ein Rennspiel durch die verschiedenen Modi ziemlich facettenreich. 

Für Rennsportbegeisterte würde ich es empfehlen, aber ich bleibe wohl fürs Erste bei Mario Kart und meinen MOBAs. 

Das neue Spiel der Formel 1 kam am 24. August 2018 unter dem Namen F1 2018 für die PS4, Xbox One und den PC raus.

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