Nur mit viel Mühe gewinnt die DEB-Auswahl ihre WM-Generalprobe. Beim 4:3 gegen Aufsteiger Südkorea gibt es mehr Schatten als Licht.

Am Ende schrammten Leon Draisaitl und Co. nur knapp an einer Blamage vorbei.

Bis zehn Minuten vor Schluss lag die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei ihrer WM-Generalprobe gegen den Aufsteiger Südkorea zurück, dann retteten der Nürnberger Olympia-Held Yasin Ehliz und der Kölner Sebastian Uvira mit ihren späten Toren noch einen 4:3 (0:0, 2:3, 2:0)-Sieg. 

"Wir haben zu kompliziert gespielt", bemängelte NHL-Verteidiger Dennis Seidenberg von den New York Islanders nach dem letzten WM-Test genau eine Woche vor dem Auftakt in Dänemark: "Dann waren wir gradliniger mit mehr Druck zum Tor und haben letztendlich auch die nötigen Tore geschossen, um das Spiel zu drehen."

Mit 0:1 und 1:3 war das Team von Bundestrainer Marco Sturm in Odense gegen den WM-Neuling, der vierter Vorrundengegner ist, in Rückstand geraten. Dann blies NHL-Star Draisaitl zur Aufholjagd. Der Stürmer der Edmonton Oilers, der bereits das erste deutsche Tor durch AHL-Profi Markus Eisenschmid (25.) vorbereitet hatte, verkürzte auf 2:3 (37.).

Im Schlussabschnitt sicherten Ehliz (50.) und Uvira (56.) noch den vierten Sieg im achten Testspiel.

Sturm: "Haben verdient gewonnen"

"Man bekommt nichts geschenkt - egal, gegen welchen Gegner", sagte Sturm: "Wir haben uns schwer getan, aber letztendlich verdient gewonnen." Zum Abschluss der vierwöchigen WM-Vorbereitung bilanzierte der Bundestrainer: "Es gab viel Auf und Ab. Es gibt noch einiges zu tun. Wir müssen cleverer sein und mehr Drang zum Tor haben."

Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) flog gleich nach der Generalprobe zurück in die Heimat. Dort gönnt Sturm seinen WM-Spielern noch drei freie Tage, ehe es am Dienstag wieder nach Dänemark geht.

DEL-Finalisten noch nicht dabei 

In Herning beginnt die WM am Freitag (ab 20.15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) gegen den Gastgeber. Dann werden NHL-Verteidiger Korbinian Holzer (Anaheim Ducks) und die Nationalspieler der DEL-Finalisten Red Bull München und Eisbären Berlin das Team vervollständigen. "Mit neuem Schwung und mit neuen Jungs werden wir dann voll angreifen", versprach Sturm.

Gegen Südkorea war die Fehlerquote noch erschreckend hoch, obwohl erstmals auch Routinier Seidenberg - knapp drei Wochen nach seinem letzten NHL-Spiel - auf dem Eis stand. Beim 3:4 nach Verlängerung am Mittwoch gegen WM-Gastgeber Dänemark hatte der 36-Jährige noch zugeschaut. 

Seidenberg bereitet Draisaitls Tor vor

Seidenberg fügte sich mit zwei Vorlagen gut ein. Erneut auffälligster Spieler war jedoch Draisaitl. Bei seinen drei Einsätzen in der Vorbereitung verbuchte der 22-Jährige zwei Tore und fünf Vorlagen und machte damit deutlich, wie wichtig er für die DEB-Auswahl ist.

Draisaitl war allerdings auch an einem Gegentreffer maßgeblich beteiligt. Vor dem 1:3 durch Park Jin Kyu (35.) verlor er den Puck, kein Verteidiger sicherte hinter ihm ab. Zuvor hatten bereits Seo Yeong Jun (21.) und Brock Radunske (30.) Fehler der deutschen Mannschaft zu Treffern genutzt. "Wir haben versucht, was Spezielles zu machen, das hat nicht wirklich hingehauen", gab Ehliz zu: "Dann haben wir es wieder einfach gehalten und unsere Tore geschossen."

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