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Deutschland trifft im WM-Viertelfinale auf Tschechien und will eine Reise wie bei Olympia 2018 hinlegen. Silber-Held Seidenberg erklärt bei SPORT1, wie der Coup gelingen soll.

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Leon Draisaitl hat genau zur richtigen Zeit in den Superstar-Modus geschaltet, und die Olympiahelden entdecken den Geist von Pyeongchang wieder: Mit jeder Menge Selbstbewusstsein im Gepäck reisten die deutschen Eishockeyspieler im Sonderzug nach Bratislava - und mit dem Traum von der ersten WM-Medaille seit 66 Jahren.

"Wir freuen uns auf die Tschechen", sagte Yannic Seidenberg vor dem Viertelfinale bei SPORT1. "Ich denke, dass sie uns gut liegen und dass wir sie schlagen können. Wir haben in den letzten Jahren gute Spiele gegen sie abgeliefert." (Eishockey-WM: Deutschland - Tschechien, ab 19.00 Uhr LIVE im TV und Stream auf SPORT1)

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Als einer von elf verbliebenen Silbermedaillengewinnern von Pyeongchang hofft er auf einen ähnlichen Lauf jetzt bei der WM: "Das Viertelfinale war unser Ziel und jetzt schauen wir, dass wir so eine Reise wie bei Olympia hinlegen."

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Tschechien-Spiel Start eines Olympia-Laufs 2.0?

Wie vor 15 Monaten in Südkorea soll mit der K.o.-Runde der Spaß erst richtig beginnen - und nicht wie bei den letzten drei WM-Versuchen sofort im Viertelfinale enden.

"Dieses Tiefstapeln sollten wir jetzt ablegen", forderte Kapitän Moritz Müller und betonte: "Wir haben keine Angst. Im Gegenteil: Wir glauben an uns."

Der in Tschechien geborene NHL-Stürmer Dominik Kahun fiebert dem Duell entgegen: "Die Tschechen haben wir uns alle am meisten gewünscht. Das ist ein Gegner, der machbar ist."

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Bei Olympia besiegten Müller, Kahun und Co. erst den Weltmeister Schweden, dann den Rekord-Olympiasieger Kanada und standen plötzlich sensationell im Finale um Gold.

Bei der WM in der Slowakei hat die stark verjüngte Mannschaft mit dem überzeugenden 4:2 gegen den Medaillenkandidaten Finnland gezeigt, dass sie erneut die Großen schlagen kann - auch wenn diesmal die Stars aus der NHL dabei sind.

NHL-Stars Draisaitl und Grubauer trumpfen auf

In Draisaitl, der mit zwei Toren und einer Vorlage endlich so auftrumpfte wie in seiner bislang besten NHL-Saison, und Philipp Grubauer, der seinen frisch erworbenen Ruf als einer der besten Torhüter der Liga eindrucksvoll unterstrich, hat das deutsche Team selbst zwei überragende Spieler aus der besten Eishockeyliga der Welt in seinen Reihen. (Das sind die deutschen WM-Helden)

"Wir gehen mit Freude und der richtigen Arbeitsmoral in das Spiel", kündigte Draisaitl an, der nach der öffentlichen Kritik von Bundestrainer Toni Söderholm seine beste Leistung im Trikot des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) zeigte.

Das blieb auch Seidenberg nicht verborgen: "Wir haben jetzt noch ein paar bessere Einzelspieler im Sturm als in den Jahren zuvor. Gerade mit Leon oder Dominik."

Söderholm: "Jungs glauben an viel"

Und weil jenem Dominik Kahun mit dem ersten Turniertor eine große Last von den Schultern fiel und Abwehrrecke Korbinian Holzer in der Defensive kompromisslos abräumte, ist die deutsche NHL-Fraktion genau zum richtigen Zeitpunkt auf Touren gekommen.

Ein Grund mehr, an einen Coup wie bei Olympia zu glauben. "Und die Jungs", sagte Söderholm, "glauben hier an ziemlich viel."

Das Halbfinale hatte die DEB-Auswahl zuletzt bei der Heim-WM 2010 erreicht, danach scheiterte sie dreimal im Viertelfinale.

Die letzte WM-Medaille gab es 1953: Als nach den Absagen der USA und Kanadas nur vier Mannschaften teilnahmen und die Tschechoslowakei nach dem Tod ihres Staatspräsidenten Klement Gottwald vorzeitig abreiste, landete das deutsche Team mit nur einem einzigen Sieg gegen die Schweiz auf Platz zwei und bekam Silber. (DATENCENTER: Der Spielplan der Eishockey-WM 2019)

Nach zwei Wochen in Kosice unweit der ungarischen Grenze fuhren Draisaitl und Co. am Mittwoch mit einem Sonderzug die 450 Kilometer nach Bratislava - in knapp fünf Stunden. Vor allem für die NHL-Stars, die im Alltag im Klubflieger mit allem Komfort unterwegs sind, eine ungewöhnliche Erfahrung.

Wiederholung von Olympia?

"Der Zug ist bequem und wir haben genug Platz", sagte Markus Eisenschmid, der sein erstes WM-Viertelfinale spielt, bei SPORT1. "Das ist kein Problem. Wir freuen uns alle und sind aufgeregt auf Tschechien."

Am Dienstag hatten die deutschen Spieler beim Abendessen in der Altstadt von Kosice am Fernseher verfolgt, dass ihnen im Viertelfinale der Rekordweltmeister und Topfavorit Russland um den NHL-Torschützenkönig Alexander Owetschkin erspart bleibt.

"Wir haben in den letzten Jahren gute Spiele gegen Tschechien abgeliefert. Leicht wird es trotzdem nicht. Es wird eine super Stimmung", sagte Seidenberg. Und Müller meinte schmunzelnd: "Wenn wir die Russen erst im Halbfinale kriegen, ist es auch nicht schlimm."