Lesedauer: 3 Minuten

München - Die finnische Nationalmannschaft vollendet ihr WM-Märchen und bezwingt nach Russland auch Kanada. Ein Routinier wird per Doppelpack zum Mann des Spiels.

Anzeige

Ohne seine NHL-Stars hat Außenseiter Finnland überraschend seinen dritten WM-Titel im Eishockey errungen. Die Skandinavier bezwangen mit einem Team der Namenlosen im Endspiel der Weltmeisterschaft in der Slowakei den 26-maligen Titelträger Kanada mit 3:1 (0:1, 1:0, 2:0) und wiederholten ihren Triumph von 2011 an selber Stelle. Damals hatten die Finnen ebenfalls in Bratislava 6:1 gegen Schweden gewonnen, insgesamt war es der dritte WM-Titel.

Schon im Halbfinale hatte die Mannschaft von Trainer Jukka Jalonen, die in der Vorrunde 2:4 gegen das deutsche Team verloren hatte, den Rekordweltmeister und Olympiasieger Russland mit 1:0 ausgeschaltet. Auch 2011 hatten die Skandinavier die Hürde Russland im Halbfinale genommen. (SERVICE: Spielplan der Eishockey-WM)

Anzeige

DAZN gratis testen und Sport-Highlights live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Das Starensemble um den NHL-Torschützenkönig Alexander Ovechkin musste sich mit Bronze begnügen. Die "Rote Maschine" mit zahlreichen Superstars setzte sich im Spiel um Platz drei mit 3:2 (1:2, 1:0, 0:0, 0:0, 1:0) nach Penaltyschießen gegen Tschechien durch. 

Kanada verpasst 27. WM-Titel

"Natürlich ist es eine kleine Erlösung", sagte Ovechkin, "ein bisschen Erleichterung und ein bisschen Freude über Bronze." Für die Sbornaja war es die 47. Medaille in der WM-Geschichte. Der zwölfmalige Titelträger Tschechien, der im Viertelfinale die deutsche Nationalmannschaft mit 5:1 aus dem Turnier geworfen hatte, blieb zum siebten Mal in Folge ohne Edelmetall.

Meistgelesene Artikel
  • Uli Hoeneß hat im CHECK24 Doppelpass einen spektakulären Transfersommer des FC Bayern angedeutet
    1
    Fußball / Bundesliga
    Hoeneß' Transfer-Ansage im Check
  • 2
    Fussball / 2. Bundesliga
    So baut HSV für Mission Aufstieg um
  • 3
    Fußball / Bundesliga
    BVB will Hummels: Ergibt das Sinn?
  • 4
    Int. Fussball / Ligue 1
    PSG-Boss zählt Stars an
  • Ferrari, Vettel
    5
    Motorsport / Formel 1
    Vettel-Strafe: Ferrari protestiert

Die Kanadier, die schon im ersten Vorrundenspiel 1:3 gegen Finnland verloren hatten, verpassten es, mit dem 27. WM-Gold mit Russland gleichzuziehen. 

Jetzt aktuelle Eishockey-Fanartikel kaufen - hier geht's zum Shop | ANZEIGE

Verteidiger Shea Theodore (11.) brachte die Ahornblätter vor 9085 Zuschauern in der ausverkauften Ondrej Nepela Arena in Führung. Für die Finnen, die mit nur zwei NHL-Profis antraten, vergab zunächst Oliwer Koski einen Penalty (6.). 

Anttila glänzt erneut

Doch Kapitän Marko Anttila (23. und 43.), der schon das Siegtor gegen Russland erzielt hatte, drehte das Spiel. Danach hielt die starke Defensive, Torhüter Kevin Lankinen brachte die Kanadier zur Verzweiflung, Harri Pesonen (56.) machte für das Team um Shooting Star Kaapo Kakko den Deckel drauf. (SERVICE: Torschützen und Scorer der WM)

Zum Spieler des Spiels wurde Doppelpacker Anttila gewählt, der am morgigen Montag seinen 34. Geburtstag feiert. Kanadas Mark Stone gewann die Trophäe zum Most Valuable Player (MVP) des Turniers.

Finnland bricht Kanada-Fluch

Damit gelang Finnland im vierten WM-Finale gegen Kanada der erste Sieg. 1994 in Mailand (2:1 nach Penaltyschießen), 2007 in Moskau (4:2), als Bundestrainer Toni Söderholm im finnischen Team stand, und 2016 ebenfalls in Moskau (2:0) hatten die Stars aus dem Eishockey-Mutterland triumphiert.

Finnland hatte bei der WM lediglich einmal nach regulärer Spielzeit verloren: Gegen Deutschland.

Das Spiel im Stenogramm

Kanada - Finnland 1:3 (1:0, 0:1, 0:2)

Tore: 1:0 Theodore (10:02), 1:1 Antilla (22:35), 1:2 Antilla (42:35), 1:3 Pesonen (55:54).

Schiedsrichter: Bjork/Tufts (Schweden/USA).

Zuschauer: 9085.

Strafminuten: Kanada 6 - Finnland 8.