Lesedauer: 3 Minuten

Auch im zweiten Spiel der Eishockey-WM gelingt der deutschen Nationalmannschaft ein Sieg. Ein aberkannter Treffer und eine wackelige Schlussphase sorgen für Wirbel.

Anzeige

Auch von einem geklauten Tor haben sich Leon Draisaitl und Co. nicht schocken lassen und in einer Zitterpartie Kurs auf das WM-Viertelfinale gehalten.

"Wir haben uns nicht davon zurückwerfen lassen und einfach weitergemacht", sagte Kapitän Moritz Müller nach dem 2:1 (0:0, 2:0, 0:1) gegen Dänemark im zweiten Spiel der Eishockey-Weltmeisterschaft. Ein zu Unrecht aberkannter Treffer hatte dem Team von Bundestrainer Toni Söderholm das Leben schwer gemacht. (Alle Infos zur Eishockey-WM 2019)

Anzeige

Trotz der krassen Fehlentscheidung machte die Mannschaft um NHL-Star Draisaitl aber einen weiteren Schritt Richtung K.o.-Runde. 24 Stunden nach dem mühsamen 3:1 gegen Aufsteiger Großbritannien schossen der Mannheimer Matthias Plachta (31.) und der Kölner Frederik Tiffels (40.) die Tore zum zweiten WM-Sieg. "Die Punktausbeute stimmt, wir können natürlich noch besser spielen", sagte Siegtorschütze Tiffels.

Niederberger mit starken Paraden

Mathias Bau verkürzte noch für die Dänen (51.), und in den Schlussminuten hielt Torhüter Mathias Niederberger mit einige starken Paraden den Erfolg fest. Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) liegt mit sechs Punkten auf Platz zwei in der Gruppe A und damit voll im Soll.

"Wir wussten, dass wir die ersten Spiele gewinnen müssen", sagte der Münchner Yasin Ehliz. Aufregung um die vermeintliche Führung gab es dennoch reichlich.

Der Iserlohner WM-Debütant Lean Bergmann hatte den Puck in Überzahl ins Tor geschlenzt (7.). Nach minutenlangem Videobeweis, den der dänische Trainer Heinz Ehlers angefordert hatte, nahmen die Schiedsrichter Manuel Nikolic (Österreich) und Jewgeni Romasko (Russland) den Treffer allerdings zurück - wegen angeblicher Torwartbehinderung.

Deutsches Tor wurde aberkannt

"Ich war sicher, dass das ein gutes Tor ist, ich kann es nicht nachvollziehen", sagte Ehliz. Der Münchner hatte gar nicht im Torraum gestanden, und die Berührung war vom dänischen Goalie Sebastian Dahm ausgegangen. "Man müsste mal fragen, was er gesehen hat. Ich wüsste nicht, wo ich ihn behindert habe", meinte Ehliz.

Jetzt aktuelle Eishockey-Fanartikel kaufen - hier geht's zum Shop | ANZEIGE

Das DEB-Team, das noch ohne den eingeflogenen NHL-Torwart Philipp Grubauer auskommen musste, behielt trotzdem weitgehend seine Linie bei. Nächster Gegner ist am Dienstag (Eishockey-WM: Deutschland - Frankreich, Dienstag ab 20.15 Uhr LIVE im TV und Stream) Frankreich - dann dürfte Grubauer spielen. "Ein überragender Torwart, was der in der NHL gefangen hat, war abartig", sagte Ehliz.

Gleichwohl zeigte auch der Düsseldorfer Niederberger in den beiden bisherigen Spielen seine Klasse. "Mathias hat super gehalten, die Torhüter sind nie unser Problem", betonte Tiffels.

Grubauer freut sich auf die WM

Nach einem ordentlichen deutschen Start wurden die Dänen, mit zwei NHL-Profis und drei DEL-Spielern bestückt, stärker. Niederberger im deutschen Tor bekam mehr zu tun. Als aber der Puck zum zweiten Mal im dänischen Netz zappelte, zählte das Tor: Nach Zuspiel von Draisaitl brachte Plachta die DEB-Auswahl in 4:3-Überzahl tatsächlich in Führung. Auch an Tiffels' 2:0 nach Vorlage des NHL-Stürmers Dominik Kahun gab es keine Zweifel.

Meistgelesene Artikel
  • US-Sport / NFL
    1
    US-Sport / NFL
    Die neue Lachnummer der NFL
  • Int. Fußball / MLS
    2
    Int. Fußball / MLS
    Der König der Löwen
  • Int. Fußball / La Liga
    3
    Int. Fußball / La Liga
    Courtois wegen Hazard "angefressen"
  • Fußball / Champions League
    4
    Fußball / Champions League
    BVB: Was für den Barca-Hit Mut macht
  • Fussball / Bundesliga
    5
    Fussball / Bundesliga
    Diese Fehler muss Bayern abstellen

Zwei Stunden vor dem Spiel war Grubauer (Colorado Avalanche) in Kosice eingetroffen. Nach 14 Stunden Flug von Denver über München und Wien ging es sofort ins Hotel. Erholen von den Reisestrapazen und vom Jetlag war angesagt. (Spielplan der Eishockey-WM)

"Es hat gut getan, mal drei, vier Tage Pause zu haben", sagte der 27-Jährige: "Aber jetzt kann ich es kaum erwarten, wieder aufs Eis zu kommen." Für das Spiel am Dienstag sei er bereit, "es spricht nichts dagegen".