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München - Im Viertelfinale der Eishockey-WM setzt es für das DEB-Team eine bittere Pleite. Dank junger Spieler und Erfahrung aus der NHL winkt aber eine erfolgreiche Zukunft.

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Nach dem letzten Vorrunden-Spiel war die Freude beim DEB-Team groß. Im Viertelfinale würde mit Tschechien ein Gegner warten, "der machbar ist. Die Tschechen haben wir uns alle am meisten gewünscht“, hatte NHL-Stürmer Dominik Kahun noch vor dem Spiel gesagt.

Von der anfänglichen Begeisterung war nach der Partie nur noch wenig übrig. Mit 1:5 war das Team von Bundestrainer Toni Söderholm schlussendlich unter die Räder gekommen. Die lange ersehnte WM-Medaille hängt sich auch in diesem Jahr wieder eine andere Nation um.

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Doch so deutlich das Endergebnis zu sein schien, so wenig hatte es mit weiten Teilen des Spielverlaufs zu tun. Bis ins letzte Drittel hatte die DEB-Auswahl große Chancen auf den Einzug ins Halbfinale der Eishockey-WM. (Spielplan und Ergebnisse der Eishockey-WM)

DEB-Team glaubte fest ans Halbfinale

"In der zweiten Drittelpause hatten wir wirklich das Gefühl, dass wir das Ding drehen", berichtete Kapitän Moritz Müller. Doch weil der zwölfmalige Weltmeister in den letzten 15 Minuten jede sich bietende Chance in ein Tor verwandelte, stand am Ende eine hohe Niederlage für das deutsche Team.

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"Wir sind leider zu ungeduldig geworden und haben blöde Gegentore kassiert", zeigte sich Yannic Seidenberg ernüchtert. Auch bei Korbinian Holzer war der Frust groß: "Es wäre so viel mehr drin gewesen."

Am positiven Blick in die Zukunft ändern jedoch auch die fünf Gegentore und das damit verbundene Aus nichts.

Deutschland eine Top-Acht-Nation

"Es war wieder ein Schritt in die richtige Richtung für das deutsche Eishockey", bilanzierte Müller. Und auch Holzer betonte: "Wir haben bewiesen, dass wir eine Top-Acht-Nation sind. Aber wir haben jetzt den Anspruch, auch die Großen zu schlagen."

Während noch vor einigen Jahren das Erreichen des Viertelfinales als großer Erfolg gefeiert worden wäre, sind die Ansprüche beim DEB und auch bei den Spielern selbst gestiegen.

"Wir haben eine ziemlich gute Spur gefunden, wir haben den ersten Grundstein gelegt", lieferte Söderholm kurz nach dem Ausscheiden bereits eine erste Bilanz. Der Blick in die Zukunft sieht dabei durchaus erfolgversprechend aus.

Seider macht Hoffnung

Neben einigen erfahrenen Spielern lässt vor allem der Nachwuchs hoffen. Mit dem erst 18-jährigen Moritz Seider, der beim kommenden NHL-Draft wohl in der ersten Runde gepickt werden wird, steht ein Verteidiger mit überragenden Qualitäten im Kader. "Seine Zukunft wird sehr gut, da bin ich mir ziemlich sicher", fand Söderholm lobende Worte.

Auch Mannheim-Profi Markus Eisenschmid (24 Jahre), der nach der WM auf eine Chance in der NHL hofft, verspricht einiges. Lean Bergmann (Jahrgang 1998), Jonas Müller (1995), Stefan Loibl (1996), Marc Michaelis (1995) oder Frederik Tiffels (1995) stehen ebenfalls erst am Anfang ihrer Karrieren.

Dazu steht mit Oilers-Topscorer Leon Draisaitl (23 Jahre), Blackhawks-Flügelspieler Dominik Kahun (23) und Avalanche-Keeper Philipp Grubauer, der mit 27 auch noch viele starke Jahre vor sich hat, weitere Power aus der besten Eishockey-Liga der Welt zur Verfügung.

Beim Turnier in der Slowakei gelangen dem deutschen Team fünf Siege, so viele wie seit 1983 nicht mehr. Doch es gab auch schwere Momente. Nicht nur das Aus gegen die Tschechen, vor allem die bittere 1:8-Pleite gegen Kanada schmerzte.

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Für den Bundestrainer sind Niederlagen wie die gegen Tschechien jedoch hilfreich. "Die Jungs haben es als eine verpasste Möglichkeit gesehen, deswegen ist es schmerzhaft. Das sollte es auch sein, damit wir für die Zukunft motiviert sind."

Söderholm positiv gestimmt

Die nächste Chance auf einen Titel bietet sich bereits im kommenden Jahr, bei der WM 2020 in der Schweiz. Ob Söderholm dann auf alle NHL-Profis zurückgreifen kann, ist völlig unklar. Dies hängt maßgeblich davon ab, wie weit deren Teams in den Playoffs kommen.

Doch die Aussichten sind rosig. "So weit entfernt waren wir nicht", meinte Superstar Leon Draisaitl, der mit seinen NHL-Kollegen über Jahre hinweg den Kern der Nationalmannschaft bilden kann.

Und auch Toni Söderholm blickt der Zukunft positiv entgegen. "Wie sich die Jungs spielerisch über die zwei Wochen entwickeln konnten, hat ich wirklich überzeugt. Sie sind lernfähig und motiviert. Ich bin stolz auf die Leistungen der Mannschaft - dies war ein Turnierergebnis, auf dem wir aufbauen können!"