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Krefeld - Felix Schütz betreibt mit dem Siegtor gegen Russland beste Eigenwerbung. Er kämpft nicht nur um einen WM-Platz im Nationalteam, sondern auch um einen neuen Job.

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Toni Söderholm würde Felix Schütz sofort einen Vertrag geben.

"Ja, würde ich", sagte der Eishockey-Bundestrainer und lachte: "Soll ich sagen: 'Du hast gut gespielt, aber du kriegst keinen?'" Mit seinem Siegtor zum 4:3 gegen Russland hatte der Rückkehrer ein optimales Bewerbungsschreiben abgegeben. Jetzt entscheidet aber nicht Söderholm, sondern der eine oder andere Manager aus der DEL über die Zukunft des Olympiahelden.

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Die Situation ist kurios. Schütz, der erstmals seit der Silbersensation von Pyeongchang vor 20 Monaten wieder für Deutschland spielt, kämpft nicht nur um einen Stammplatz in der Nationalmannschaft, sondern auch um einen Job.

Denn nach einem dreiwöchigen Intermezzo in Schweden ist der 32-Jährige arbeitslos. "Ich bin in Kontakt mit einigen Klubs", berichtete der Eishockey-Weltenbummler, der schon in Sibirien und Kanada spielte: "Ich hoffe, es geht so schnell wie möglich. Ich will gleich weitermachen."

Schütz netzt gegen Russland

Wie wichtig der einstige Leistungsträger, der bei den Heim-Weltmeisterschaften 2010 und 2017, aber auch im Olympiafinale wichtige Tore erzielte, noch immer ist, zeigte er gegen Russland. Sechs Minuten vor Schluss lenkte er einen harten Pass von Verteidiger Dominik Bittner in den Winkel und belohnte die junge deutsche Mannschaft für ihren couragierten Auftritt.

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Schütz, neben dem Krefelder Daniel Pietta, der sich mit einem Tor und einer Vorlage ebenfalls hervortat, der Älteste im Team, überzeugte in seinem 141. Länderspiel auch Söderholm.

Söderholm: "Er ist jeden Tag voll dabei"

"Er ist ein sehr cleverer Eishockeyspieler, jeden Tag voll dabei und motiviert", lobte der Finne, der beim Turnier in Krefeld Alternativen für die WM im Mai in der Schweiz sucht. Schütz hatte wegen eines Kreuzbandanrisses die erste Weltmeisterschaft unter Söderholm verpasst und nur einen Kurzzeitvertrag beim schwedischen Erstliga-Aufsteiger IK Oskarshamn unterschrieben.

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Jetzt kann der Oberbayer wählen: Entweder bleibt er bei den Schweden, die mit ihm wohl verlängern wollen, oder er kehrt in die DEL zurück. "Drei, vier Klubs" hätten sich gemeldet, sagte Schütz, vor allem die Straubing Tigers, der überraschende Tabellenzweite quasi vor der Haustür des gebürtigen Erdingers, reizen ihn.

Schütz beendet Weltreise wegen Familie

Die Weltreise der vergangenen Jahre, die ihn nach Kanada, in die USA, in Russlands Fernen Osten nach Wladiwostok und Sibirien nach Omsk führte, will er seiner Familie mit den vier und zwei Jahre alten Töchtern nicht zumuten. Andererseits fällt es ihm noch immer schwer, im Eishockey sesshaft zu werden.

"Meine Mutter und meine Frau fragen auch immer, warum ich nicht einfach irgendwo bleiben kann", erzählte er lachend: "Mir wird's schnell langweilig. Ich sehe gerne viel."

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Pietta wegen Ponomarev in Sorge

Das genaue Gegenteil verkörpert der elf Monate ältere Pietta. Von Kindesbeinen an spielt der Krefelder in seiner Heimatstadt, verlängerte im Januar 2015 seinen Vertrag spektakulär um zehn Jahre, macht sich jetzt aber Sorgen um die Zukunft.

Denn nach dem Krach mit dem Russen Mikhail Ponomarev, der laut Klub zugesagte Gelder zurückhält, droht den Pinguinen das Aus. Die Nationalmannschaft ist willkommene Ablenkung von der "Unruhe" rund um seinen Klub.