Rick Goldmann über den Deutschland Cup
Rick Goldmann über den Deutschland Cup © SPORT1-Grafik: Paul Haenel/Getty Images
Lesedauer: 3 Minuten

Für SPORT1-Experte Rick Goldmann ist der Deutschland Cup die ideale Vorbereitung für Pyeongchang. Dank der neu entfachten Euphorie kann das DEB-Team überraschen.

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Hallo Eishockey-Freunde,

der letzte Test für das Olympische Eishockey-Turnier steht an und Eishockey-Deutschland erlebt eine Aufbruchsstimmung. Die letzten beiden Weltmeisterschaften, insbesondere die Heim-WM, lassen uns mit voller Vorfreude auf das Turnier in Pyeongchang blicken.

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Marco Sturm hat rund um die Nationalmannschaft eine Euphorie entfacht, die spürbar ist. Und da bei Olympia ja die NHL-Stars fehlen – und möglicherweise sogar auch die KHL ihre Spieler sperrt –, ist durchaus eine Möglichkeit für eine Überraschung gegeben.

(Der Deutschland Cup LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM)

Allerdings erwartet die deutsche Mannschaft in Südkorea eine schwere nordische Gruppe mit Weltmeister Schweden, Finnland und Norwegen.

Dafür ist der wahrscheinlich bestbesetzte Deutschland Cup aller Zeiten als Test hervorragend geeignet, um sich auf diese Herausforderung vorzubereiten.

Besonders die Amerikaner sind zu beachten. Wie stark die Amerikaner sind, sehen wir an Brian Gionta und Ryan Malone. Zwei Spieler, die bereits 2006 bzw. 2010 bei Olympia dabei waren, als die USA mit den Besten der Besten antrat.

Gionta hat in seiner Karriere schon viel gewonnen, den Stanley Cup 2003 mit den New Jersey Devils, er hat in einer NHL-Spielzeit 48 Tore geschossen, aber jetzt lockt ihn noch einmal das Erlebnis Olympia.

Bei der deutschen Mannschaft hat sich im Vergleich zur Heim-WM die Hälfte des Kaders geändert. Nicht nur, dass die NHL-Stars um Leon Draisaitl fehlen, Marco Sturm verzichtet bewusst auf für Olympia fixe Stützen wie Christian Ehrhoff, Marcel Goc, Patrick Reimer oder Felix Schütz. Sie alle sollen sich nach den anstrengenden DEL-Wochen regenerieren. Zudem sind Spieler wie Philip Gogulla und Kai Hospelt zurückgetreten.

Dafür erhalten andere eine Chance, wie Marcel Müller und Daniel Pietta. Beide spielen wieder eine sehr starke DEL-Saison, international reichte es zuletzt aber meist nicht. Jetzt haben sie ihre Chance, um mit dem Adler auf der Brust bei Olympia aufzulaufen. Hier und jetzt gilt es sich zu empfehlen, Marco Sturm zu zeigen, dass kein Weg an ihnen vorbeiführt.

Außerdem möchte der Bundestrainer Spieler auch mal in einer anderen Rolle sehen. Yannic Seidenberg zum Beispiel. Bei der Heim-WM hat er noch Stürmer gespielt, jetzt erhält er Einsätze als Verteidiger – wie bei seinem DEL-Klub EHC Red Bull München.

Und dass er das richtig gut kann, hat er im ersten Saisondrittel der DEL bewiesen und ist mit 144 Länderspielen nun auch der erfahrenste Akteur. Er ist als flexibel einsetzbarer Führungsspieler nun auch in der Nationalmannschaft gefordert.

Ich wünsche uns einen spannenden Deutschland Cup. Viel Spaß dabei!

Euer Rick

Rick Goldmann, 41, stand 126 Mal für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Eis. Der Verteidiger, der beim NHL-Draft 1996 an 212. Position von den Ottawa Senators gezogen wurde, bestritt ein Spiel in der NHL. Nach einer schweren Sprunggelenksverletzung beendete er 2008 beim EHC München seine Laufbahn. In seiner Karriere bestritt er für den EV Landshut, Adler Mannheim, Kaufbeurer Adler, Moskitos Essen, ERC Ingolstadt und Iserlohn Roosters 500 DEL-Spiele. Für SPORT1 kommentiert Goldmann seit 2008 die Spiele der Nationalmannschaft