Drei Favoriten stehen in den DEL-Playoffs bereits vor dem Aus
Drei Favoriten stehen in den DEL-Playoffs bereits vor dem Aus © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Imago
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München - Gleich am ersten Spieltag der DEL-Playoffs kommt es zu Überraschungen. Drei Favoriten patzen und müssen um den Einzug in die nächste Runde bangen.

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Bereits nach Spieltag eins der Playoffs der PENNY DEL stehen die Titelfavoriten mit dem Rücken zur Wand! (Ausgewählte Spiele der PENNY DEL LIVE im TV auf SPORT1)

In den ersten Viertelfinalspielen der "Best-of-three"-Serie mussten sich der EHC Red Bull München, die Adler Mannheim und die Eisbären Berlin geschlagen geben und stehen somit schon früh unter Druck - eine weitere Niederlage und der Traum von der Meisterschaft wäre jäh geplatzt.

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Dabei hatte sich ein Debakel beinahe schon angekündigt. Zumindest bei den Eisbären hätte die Ausgangslage vor dem Heimspiel gegen die Iserlohn Roosters wahrlich besser sein können. Mit Leo Pföderl fehlte dem siebenmaligen Meister wegen einer Teilruptur des Innenbandes im rechten Knie einer der wichtigsten Torschützen. (Alles Wichtige zur DEL)

Der Olympia-Silbermedaillengewinner von Pyeongchang wird die komplette restliche Saison verpassen, selbst wenn die Hauptstädter nach der turbulenten 3:4-Niederlage im Hinspiel gegen Iserlohn doch noch in die nächste Runde einziehen sollten. Das mögliche letzte Finalspiel ist für den 7. Mai angesetzt, bis dahin wird Pföderl gewiss nicht fit.

Berlin unterliegen Iserlohn überraschend

Wie schwer der Ausfall Pföderls wiegt, wird besonders mit Blick auf die bisherigen Leistungen der gesamten ersten Berliner Sturmreihe deutlich. Pföderl, Marcel Noebels und Lukas Reichel haben mit ihrer Flexibilität bestochen und die Eisbären regelmäßig zum Sieg geschossen.

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Die erste Offensivformation spielte eine herausragende Saison, was auch die Statistiken untermauern: 106 Scorerpunkte gehen auf das Konto des Trios, rund 30 Prozent aller Eisbären-Tore. Pföderl alleine war für 20 Saisontore verantwortlich - und damit in der Hauptrunde viertbester Schütze der Liga.

Derzeit steht es ohnehin schlecht um ein Weiterkommen Berlins. Das Team aus der Hauptstadt, dass die Hauptrunde als souveräner Spitzenreiter der Nord-Gruppe abgeschlossen hat und somit klar zum Favoritenkreis gehörte, ging trotz dreimaliger Führung am Ende leer aus und muss nun die nächsten beiden Spiele für sich entscheiden, um das vorzeitige Saisonende abzuwenden.

"Die Disziplin war nicht annähernd so, wie sie in den Playoffs sein müsste", kritisierte Trainer Serge Aubin nach dem enttäuschenden Auftakt sein Team. Kapitän Frank Hördler meinte: "Wir haben ein bisschen zu viel gewollt und es zu viel mit der Brechstange versucht." (Die DEL-Tabelle)

München und Adler verlieren zum Auftakt

München sorgte mit einer herben 1:4-Schlappe gegen ERC Ingolstadt für lange Gesichter. Irritierend: Der Vorrundenzweite aus dem Süden hatte vor dem Playoffs-Start immerhin elf der vergangenen zwölf Partien erfolgreich gestaltet, während der ERC nur zwei seiner letzten sieben Spiele der Hauptrunde gewinnen konnte.

"Wir waren entmutigt und der letzte Einsatz hat gefehlt. Wir haben es einfach nicht verdient. Vor allem von den erfahrenen Spielern kam zu wenig", kritisierte EHC-Trainer Don Jackson hinterher.

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Die Adler Mannheim, punktbestes Team der Vorrunde beider Staffeln, unterlagen den Straubing Tigers unerwartet mit 2:3 nach Verlängerung. Zu allem Überfluss musste auch noch Mannheims Nationalspieler David Wolf vorzeitig verletzt vom Eis. Er wird mit einer schweren Armverletzung auch nicht mehr zur Verfügung stehen - egal wie lange die Playoffs für die Adler noch dauern.

"Wir haben die eine oder andere unnötige Strafzeit genommen. Geht ein Spiel in der Verlängerung verloren, geht es um Kleinigkeiten", analysierte Adler-Coach Pavel Gross und ergänzte: "Im Eishockey passieren Fehler." (Spielplan und Ergebnisse der PENNY DEL)

Noch einen weiteren Fehler darf sich nun allerdings keines der drei Teams mehr leisten. Denn: Die K.o.-Phase wird im abgespeckten Modus ausgetragen, statt wie im sonst üblichen Best-of-Seven-Modus finden maximal drei Spiele statt.

Heißt: Diesmal sind nur zwei Siege pro Serie zum Weiterkommen notwendig, beim nächsten Ausrutscher wären München, Mannheim und Berlin also raus.

Kritik am "Best-of-three"-Modus

Der Modus stieß bereits vor dem Start der Playoffs teilweise auf Kritik. Als "Foul am Eishockey" hatte Adler-Coach Gross den Entschluss damals bezeichnet.

Der frühere Nationalspieler und langjährige DEL-Profi Christoph Ullmann sagte kürzlich bei www.sportflash.online: "Jetzt kann es sein, dass du zweimal deinen Kopf ins Kopfkissen drückst, und dann kann die Nummer schon wieder vorbei sein."

Der 37-Jährige fände es schade, "weil du in keine Serie reinwachsen kannst. Wenn du zweimal triffst, dann bist du ja schon in der nächsten Runde. Das wird einfacher für den Underdog."

Dem pflichtete auch Jens Baxmann von den Iserlohn Roosters bei: "Der Modus ist für die Favoriten auf jeden Fall gefährlicher. Du kannst mit sechs Siegen Deutscher Meister werden. Das riechen natürlich auch die Underdogs. Die können für ein oder zwei Spiele gut dagegenhalten", erklärte der Verteidiger im Interview mit der B.Z.

Eisbären, Adler und EHC unter Druck

Modus hin oder her - die Favoriten müssen in Spiel zwei nun alles in die Waagschale werfen, um ein vorzeitiges Ausscheiden noch abzuwenden. An Optimismus fehlt es aber zumindest nicht.

"Am Donnerstag erwarte ich eine ähnlich harte Partie, in der wir alles geben werden. Wir sind immer noch davon überzeugt, dass wir die Serie gewinnen und ins Halbfinale einziehen werde" machte Mark Zengerle von den Eisbären Berlin deutlich. (PENNY DEL, Playoffs: ERC Ingolstadt - EHC Red Bull München am Donnerstag ab 19.25 Uhr LIVE im TV auf SPORT1)

Und auch bei den Adlern bleibt man entspannt: "Wir verfallen nicht in Panik. Es war ein Spiel, man braucht zwei Siege, um in die nächste Runde einzuziehen. Entsprechend werden wir am Donnerstag um unser Leben spielen", so Flügelspieler Ben Smith.