DEL-Boss Gernot Tripcke sorgt sich um die Zukunft der DEL
DEL-Boss Gernot Tripcke sorgt sich um die Zukunft der DEL © Getty Images
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München - Gernot Tripcke befürchtet weiter massive finanzielle Probleme für die DEL-Klubs und nimmt die Politik in die Pflicht. Die Besucherzahlen seien Fluch und Segen.

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Geschäftsführer Gernot Tripcke von der Deutschen Eishockey Liga hat erneut Hilfe von der Politik für das finanzielle Überleben der Klubs gefordert. "Die avisierten Sachen müssen festgezurrt werden, das Konjunkturpaket muss kommen und auch eine Perspektive für 2021. Wir brauchen viel Hilfe, auch fremde Hilfe. Aus eigener Kraft werden wir dieses Delta nicht schließen können", sagte Tripcke dem Münchner Merkur.

Unterstützung bekam Tripcke von der Spielervereinigung. "Liga, Vereine und Spieler müssen jetzt zusammenarbeiten und zusammenhalten, um klare Signale in Richtung der Politik zu senden", sagte Geschäftsführer und Ex-Profi Alexander Sulzer: "Die Finanzspritze aus der Politik ist ein wichtiger Baustein, um eine Finanzierung der Saison 2020/21 - und somit auch den Spielbetrieb - sicherzustellen."

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Bei einer Gesellschafterversammlung am vergangenen Montag in Frankfurt/Main hatte die DEL beschlossen, die Saison nur dann wie geplant am 13. November zu starten, wenn es bis zum 2. Oktober verbindliche Zusagen für finanzielle Hilfen gibt. Hintergrund ist die bundesweite Regelung für eine maximal 20-prozentige Auslastung der Hallen bei Sportevents, die die DEL-Klubs in arge Existenznot bringt.

Besucherzahlen als Fluch und Segen

"Wir kämpfen für den Saisonstart am 13. November. Aber wir werden keinen wirtschaftlichen Selbstmord begehen", sagte Tripcke bei MagentaSport: "Natürlich habe ich auch Angst, mache ich mir Sorgen. Es ist im Moment alles schlecht für den Eishockey-Sport, für die DEL. Noch schlimmer wäre, wenn wir eine Masseninsolvenz oder einen Massenexitus hätten und irgendeinen Wahnsinn machen."

"Die wirtschaftlichen Zwänge sind extrem, die Spieltags-Einnahmen machen bis zu 80 Prozent bei den Klubs aus", sagte Tripcke: "Es ist für einen ordentlichen Kaufmann nicht zumutbar, blindlings ins Verderben zu laufen." Das große Problem sei, dass die Bundesregierung den 80-prozentigen Ausgleich für entgehende Zuschauereinnahmen bei einer Million deckelt.

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"Bei uns in der DEL haben Vereine sechs bis acht Millionen Zuschauereinnahmen, und da werden aus den 80 Prozent zehn bis 15 Prozent", sagte Tripcke. Die hohe Besucherzahlen in der DEL seien grundsätzlich "ein Segen, aber es ist ein Fluch, wenn wir zweieinhalb Millionen Leute nicht reinlassen dürfen. Das holt uns dann ein."