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München - Die Augsburger Panther mit Comebacker Christoph Ullmann erzwingen Spiel 7 gegen Red Bull München - und meinen zu beobachten, wie der Favorit nervös wird.

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Christoph Ullmann hatte es sich gewünscht - und der Wunsch ging in Erfüllung.

Er wolle "kein 'Patient' mehr sein" hatte der frühere Nationalstürmer der Augsburger Panther vor dem sechsten Duell mit Red Bull München im SPORT1-Interview gesagt. Und er war es dann auch nicht mehr.

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Rund zwei Wochen, nachdem er wegen eines verhängnisvollen Checks von DEG-Spieler John Henrion in Lebensgefahr schwebte, kehrte er zurück - und half mit, in der hart umkämpften Serie gegen den Serienmeister mit einem 2:0-Sieg das siebte Spiel am Dienstag zu erzwingen. "Es ist wunderschön", sagte er hinterher: "Ich freue mich unglaublich auf Dienstag." (DEL-Playoffs Halbfinale, Spiel 7: EHC Red Bull München - Augsburger Panther, Dienstag, 16. April, ab 19.15 Uhr auf SPORT1 im Free-TV und Livestream)

Wie kein anderer verkörpert der 35-Jährige den Kampfgeist des Außenseiters, der allen Widrigkeiten trotzt und nie ans Aufgeben denkt - und mittlerweile recht zuversichtlich ist, den Münchenern einen entscheidenden Knacks verpasst zu haben.

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Augsburger Panther machen München nervös

"Wir haben eigentlich nichts zu verlieren", sagte Abwehrspieler Henry Haase der Augsburger Allgemeinen und lästerte mit Blick auf den Spielverlauf am Sonntag über den Favoriten: "Wir machen ein Tor, und München scheißt sich ein." 

Auch Ullmann sieht die Ausgangslage als Vorteil: "Wir haben keinen Druck und wir fahren mit wahnsinnig viel Vorfreude dahin."

Der Einzug ins Finale gegen den Hauptrundensieger Adler Mannheim wäre angesichts der ungleichen Voraussetzungen eine Sensation - und eine Blamage für den Branchenkrösus aus München, der mehr als doppelt so viel Geld wie die Augsburger in sein Team steckt.

Dass die Münchener nervös werden, können sie nicht leugnen. "Wir haben viele Chancen und schießen keine Tore", klagte DEL-Rekordtorjäger Michael Wolf, "je länger das geht, umso schwieriger wird es."

Goalie Olivier Roy überragt

Die Münchner beißen sich vor allem an Torhüter Olivier Roy die Zähne aus. Der 27-Jährige, einst von den Edmonton Oilers gedraftet, aber durchs Rost gefallen, zeigt gerade, wozu er fähig ist. 248 Schüsse wehrte der Kanadier in den bisherigen sechs Halbfinalspielen ab - mit der sensationellen Fangquote von 96,5 Prozent.

Vor vier Jahren hatte Roy noch darüber nachgedacht, das Profi-Eishockey aufzugeben. Über Slowenien, Österreich und die deutsche zweite Liga kam er nach Augsburg und glänzt jetzt als unbestritten bester Torwart der DEL-Playoffs.

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"Wenn er die Scheibe sieht, ist er sehr stark", lobte Trainer Mike Stewart seinen Goalie, der selbst den Münchner Olympiahelden Danny aus den Birken in den Schatten stellt. Der 34-Jährige, die Nummer eins im deutschen Tor bei der Silbersensation von Pyeongchang, spielt ebenfalls eine überragende Halbfinalserie. 180 von 189 Schüssen parierte er bislang, 95,2 Prozent - eine starke Bilanz. Was beide Torhüter auszeichnet, ist ihre Nervenstärke.

Sie ist am Dienstag gefragt.