München - Olympia-Held Yannic Seidenberg ist heiß auf die neue DEL-Saison. Vorab spricht er über Ziele, den Auftakt in Berlin und Bruder Dennis. Hier das SPORT1-Interview.

von Sascha Bandermann , Stefan Schnürle , Nikolas Pfeil

Yannic Seidenberg hat eine überaus erfolgreiche Saison hinter sich. Nach dem sensationellen Gewinn der olympischen Silbermedaille mit der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft konnte er mit seinem Klub EHC Red Bull München zum dritten Mal in Folge DEL-Meister zu werden. (SERVICE: Der DEL-Spielplan)

Doch Seidenberg hat noch lange nicht genug: Er peilt mit München den nächsten Titel an. Zum Saisonauftakt kommt es am Freitag direkt zur Final-Neuauflage, die Eisbären Berlin empfangen Seidenbergs Münchner. (DEL: Eisbären Berlin - EHC Red Bull München ab 19.25 Uhr LIVE im TV auf SPORT1)

Im SPORT1-Interview spricht Seidenberg vorab über seine Ziele, den Saionauftakt in Berlin, Trainer Don Jackson und eine mögliche Wiedervereinigung mit seinem Bruder Dennis.

SPORT1: Wenn man vor einer Saison steht, vor der mit dem deutschen Meistertitel und Olympia-Silber so viel passiert ist, stellt sich die Frage: Was darf denn noch kommen?

Yannic Seidenberg: Gute Frage - ich würde sagen, noch einmal ein weiterer Deutscher Meistertitel. Gerade wenn ich auf dieses Jahr zurückblicke, war es schon ein unglaubliches Jahr. Es war nicht ganz so leicht, da wieder die Balance zu finden - aber es gibt nichts Schöneres als zu gewinnen. Deswegen bereiten wir uns darauf wieder vor.  

Seidenberg spricht über den DEL-Start

SPORT1: Wie schwer ist es, wieder in den normalen Alltagsflow zu kommen? Ist das von Spieler zu Spieler verschieden?

Seidenberg: Jetzt nach der Sommerpause war es schwierig, wieder rein zu finden. Nachdem ich von meinem Bruder zurückgeflogen bin und wieder weg vom Strand musste, hatte ich ehrlich gesagt, wenig Lust auf das Eis zu gehen. Aber das hatte ich die letzten Jahre auch nicht. Sobald es aber wieder auf das Eis geht und die Jungs alle da sind, kommt der Ehrgeiz wieder, gewinnen zu wollen und sich top auf die Saison vorzubereiten. Man möchte mit der Mannschaft wieder den Titel gewinnen und darauf arbeitet man jeden Tag hin.

SPORT1: Wo sehen Sie die Problemzonen vor dem Saisonstart beim EHC Red Bull München?

Seidenberg: Man darf die Spiele, die wir jetzt in der Champions League hatten, nicht überbewerten. Die Saisonspiele werden wieder schwer genug sein. Wir werden sicherlich auch wieder Fehler machen. Das Wichtigste ist, dass wir aus den Fehlern lernen und uns so stetig verbessern.

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SPORT1: Direkt zum Auftakt das "Finale Reloaded" in Berlin. Ist es in so einer frühen Phase gegen eine derartige Mannschaft möglich, direkt von 0 auf 100 zu schalten? 

Seidenberg: Es war schon ein großer Umbruch. Wir haben viele neue Jungs und ich glaube, es hat dem Team auch gut getan, neuen Schwung rein zu bekommen. Aber es ist nur ein Spiel von 52. Klar wollen wir jedes Spiel gewinnen. Aber falls wir gewinnen, dürfen wir es nicht zu hoch ansehen und falls wir verlieren, sollten wir nicht denken, dass die Welt untergeht."

Muss die DEL Angst vor Red Bull München haben?

SPORT1: In der Champions Hockey League hat sich München bereits erfolgreich für das Achtelfinale qualifiziert: Wie viel Angst muss denn die Liga vor dem Meister haben?

Seidenberg: Naja, was heißt Angst? Wir haben wieder eine super Truppe, aber es gibt auch andere Teams, die gut nachgerüstet haben. Wir wissen, dass es nicht leicht wird. Jeder wird uns auch dieses Jahr jagen. Mannheim hat jedes Jahr ein gutes Team, Köln.

SPORT1: Sie sind der dienstälteste Spieler im Team. Haben Sie da ein gewisses Kabinenrecht?

Seidenberg: Ich bin eigentlich eher ruhiger. Klar mache ich an Trainingstagen viel Spaß, aber an Spieltagen versuche ich einfach durch meine Einstellung und Leistung voranzugehen. Wir haben einige Spieler im Team, die dann vorangehen und auch was sagen. Das mache ich sicherlich auch, aber ich bin keiner, der die ganze Zeit am Quatschen ist.

SPORT1: Was hat Trainer Don Jackson zur Entwicklung des Spielers Yannic Seidenberg beigetragen?

Seidenberg: Sicherlich sehr viel. Ich kann mich noch erinnern, als ich am Anfang unter ihm nur in der vierten Reihe ein paar Wechsel hatte. Ich habe nicht aufgehört, hart zu arbeiten und dann das Vertrauen von Don bekommen. Ich kann frei aufspielen und weiß, dass er hinter mir steht.

Wiedervereinigung der Familie Seidenberg?

SPORT1: Werden wir den zweiten Teil der Seidenberg-Brüder auch bald in München sehen?

Seidenberg: Schauen wir mal. Ich hoffe, dass er es bei den Islanders ins Team schafft. Falls nicht, wird man sehen, bei welchem Team er dann spielt. Ich bin auch gespannt.

SPORT1: Wäre das nochmal ein feiner Abschluss für eure Karrieren?

Seidenberg: Das wäre schon schön, auch für seine Familie. Wir werden dann wieder öfter streiten, weil wir uns jeden Tag sehen und auf die Nerven gehen. Wenn wir zulange aufeinander hocken, dann kommt irgendwie die Kindheit und Jugend wieder bei uns durch und dann hauen wir uns schon einmal die Köpfe ein.

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