Berlin - Nach der knappen Auftakt-Pleite nimmt der Titelverteidiger den Eisbären den Heimvorteil wieder weg. Steve Pinizzotto leistet einen wesentlichen Beitrag.

Titelverteidiger Red Bull München hat den Fehlstart in die DEL-Finalserie ausgemerzt und darf sich wieder berechtigte Hoffnungen auf die dritte Meisterschaft in Folge machen.

Bei Rekordmeister Eisbären Berlin lieferten die Münchner am Sonntag in einer hitzigen Partie eine starke Offensivleistung ab und gewannen Finalspiel zwei nach einer spannenden Schlussphase mit 5:4 (2:1, 3:1, 0:2). Den Auftakt hatte München am vergangenen Freitag zu Hause mit 3:4 verpatzt.

Brooks Macek (13.), Eis-Rüpel Steve Pinizzotto (19.), Florian Kettemer (24.), Jon Matsumoto (34.) und Maximilian Kastner (40.) trafen zum Auswärtssieg für den Hauptrundensieger. Die von Ex-Bundestrainer Uwe Krupp betreuten Berliner kamen durch Sean Backman (14./46.) und Nick Petersen (38./60.) zu Torerfolgen.

Härte-Pegel steigt - nicht nur wegen Pinizzotto 

Für Pinizzotto war es im ersten Spiel nach einer Fünf-Spiele-Sperre gleich der erste Treffer. Der Kanadier hatte Matthias Plachta von den Adlern Mannheim im Halbfinale einen brutalen Ellenbogencheck gegen den Kopf verpasst.

Nicht nur wegen seines Tors kam Pinizzotto - der immer wieder mit Pfiffen und Buhrufen der Berliner Fans bedacht wurde - eine Schlüsselrolle in dem Spiel zu. Sein gewohnt rustikales Spiel brachte die Gastgeber mehrfach aus dem Konzept, unter anderem kurz vor dem wichtigen vierten Treffer von Matsumoto.

Generell nahm das Final-Duell in der zweiten Auflage an Hitzigkeit zu: Münchens Ryan Button holte sich bei einem Treffer von Mark Olver eine blutige Lippe und musste vom Eis. Am Ende des zweiten Durchgangs gingen je zwei Spieler beider Teams nach einem Handgemenge auf die Strafbank.

EHC mit starkem Start

Dass München nach der bitteren Heimniederlage etwas gutzumachen hatte, war von Beginn an zu merken. Olympia-Held Dominik Kahun (5.) und Matsumoto (7.) ließen gleich zum Start gute Möglichkeiten aus.

Dass die Eisbären im Gegenzug nach einem Konter von Daniel Fischbusch (9.) nicht das 1:0 machten, war nur Münchens Torhüter und Pyeongchang-Silbermedaillengewinner Danny aus den Birken zu verdanken. Die Gäste ließen sich aber nicht beirren und entwickelten besonders aus dem Powerplay Gefahr.

Beide Treffer im ersten Durchgang fielen aus der Überzahl hinaus. "Wir waren aktiver als im ersten Spiel. Das haben wir verschlafen. Aus diesen Fehlern haben wir gelernt", sagte der Münchner Dominik Kahun nach der Partie. 

Eisbären gelingt Anschlusstreffer zu spät

Berlin hatte nach dem 1:1-Ausgleich zwischenzeitlich Oberwasser und vergab die mögliche Führung in Person von Martin Buchwieser (18.) kläglich.

Im zweiten Abschnitt spielte fast nur Berlin und drückte die Münchner oft tief in deren eigenes Drittel. Doch trotz haufenweise erstklassiger Chancen und mehrfacher Überzahl wackelten die Gäste nicht und spekulierten immer wieder auf schnelle Gegenangriffe, die sie effizient veredelten. Auch auf das Tor von Petersen fand München umgehend eine Antwort, Kastners Treffer war über mehrere Stationen hervorragend herausgespielt.

Auch im Schlussdrittel setzten die Berliner alles daran, trotz des Rückstandes eine Aufholjagd zu starten. Es gelang ihnen in dieser Phase, auch im Powerplay druckvoll zu agieren. Mehrfach brachten sie die Münchner Defensive, die sich zu viele Strafen leistete, in Bedrängnis. Eine Wende zugunsten der unablässig attackierenden Berliner lag spürbar in der Luft, doch der Meister hielt dem Druck stand. Petersens Anschlusstreffer 40 Sekunden vor Schluss kam zu spät.

"Natürlich wollen wir immer gewinnen, wir haben aber viele Fehler gemacht. München war gut heute und hat sie ausgenutzt", so Berlins Trainer Krupp.

Spiel drei steigt am kommenden Mittwoch (ab 19.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) in München. Zum Gewinn der Meisterschaft sind im Modus "best of seven" vier Siege notwendig. 

Das Spiel im Stenogramm:

Eisbären Berlin - Red Bull München 4:5 (1:2, 1:3, 2:0)
Tore: 0:1 Macek (12:27), 1:1 Backman (13:49), 1:2 Pinizzotto (18:11), 1:3 Kettemer (23:05), 1:4 Matsumoto (33:36), 2:4 Petersen (37:19), 2:5 Kastner (39:48), 3:5 Backman (45:07), 4:5 Petersen (59:20)
Zuschauer: 14.200
Strafminuten: Berlin 12 - München 24
Playoff-Stand: 1:1