Rick Goldmann sieht die Verpflichtung von Peter Draisaitl durch die Kölner Haie positiv
Rick Goldmann sieht die Verpflichtung von Peter Draisaitl durch die Kölner Haie positiv © SPORT1-Grafik: Imago/SPORT1/iStock
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München - Die Entlassung von Trainer Cory Clouston ist für SPORT1-Kolumnist Rick Goldmann der richtige Schritt. Mit Peter Draisaitl ist den Kölner Haien sehr viel zuzutrauen.

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Hallo Eishockey-Freunde,

kurz bevor die Kölner Haie die Hälfte der Hauptrunde in der DEL absolviert haben, ist ihr Trainer Cory Clouston Vergangenheit. Platz neun, die zweitmeisten Gegentore der Liga - nachdem man in der vergangenen Saison die wenigsten Tore der Liga kassiert hat - stehen zu Buche.

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Es ist ein Zustand, den man in Köln nicht länger auf sich sitzen lassen wollte. Doch wie konnte es mit einem wirklich stark besetzten Team so weit kommen?

Cory Clouston ist ein absoluter Eishockey-Fachmann. Der Kader ist tief und auch variabel besetzt. Jedoch gelang es Clouston nicht, kommunikativ den Spielern ihre Aufgaben für das Team klarzumachen.

Zu viele Spieler haben gemacht, was sie machen wollten - und nicht was sie machen sollten oder müssten. Diese fehlende Struktur und die fehlende ordnende Hand waren in dieser Saison zuletzt immer deutlicher sichtbar.

Um dafür ein bezeichnendes Beispiel zu nennen: Shawn Lalonde ist - wenn er das spielt, was er soll - einer der besten Verteidiger der Liga. Zuletzt war er aber mehr ein Störkörper, der den Teamkollegen im Weg stand.

Hinzu kommt, dass durchaus eine Unzufriedenheit bei den Spielern herrschte - aufgrund mangelnder Trainingsintensität und fehlender klarer Ansagen.

Diese Situation wurde meines Erachtens von der Klubführung richtig erkannt und es wurde auch richtig gehandelt. Peter Draisaitl, der die letzten Jahre in Tschechien als Trainer verbracht hat, wurde verpflichtet.

Draisaitl, der nebenbei auch sehr genau die Entwicklung seines Sohnes Leon Draisaitl in der NHL verfolgt und auch persönlich begleitet hat, ist dadurch als Trainer in den letzten Jahren deutlich gewachsen. Er hat hautnah mit der Entwicklung seines Sohnes eine neue Spielergeneration heranwachsen sehen.

Er wurde auch - ob er wollte oder nicht - mit anderen NHL-Trainern, und deren Art und Weise zu arbeiten, konfrontiert.

All das wird dazu beitragen, dass Peter hier ein komplett anderes Trainergesicht hat als noch vor fünf, sechs Jahren als DEL-Coach. Aber er wird gewisse Grundprinzipien, die für die Kölner Haie jetzt wichtig sind, beibehalten.

Dazu gehören Systemtreue und klare Kommunikation, dass Spieler die Aufgaben erfüllen, die sie durch ihre Rollen auch ausführen müssen. Wenn ihnen das gelingt, sind sie für mich Finalaspirant. Den Kader dafür haben sie allemal.

Die ordnende Hand wird kommen. Und dann könnte - von welchem Tabellenplatz auch immer - eine Geschichte entstehen wie 2014 beim ERC Ingolstadt, als das Team von ganz hinten gestartet war und für viele überraschend Meister wurde.

Dazu gehört aber auch Ruhe im Umfeld des Klubs. Das betrifft auch die Geschäftsstelle und die führenden Positionen. Auch dort war in letzter Zeit Unruhe und Spannungen zu spüren und zusätzlich von Sponsorenseite geäußert worden.

Vielleicht kann da die neu geschaffene Nähe von Thomas Eichin, der in den Verwaltungsrat des e.V. gewählt wurde, für ein bisschen Ruhe sorgen.

Euer Rick

Rick Goldmann, 41, stand 126 Mal für die deutsche Nationalmannschaft auf dem Eis. Der Verteidiger, der beim NHL-Draft 1996 an 212. Position von den Ottawa Senators gezogen wurde, bestritt ein Spiel in der NHL. Nach einer schweren Sprunggelenksverletzung beendete er 2008 beim EHC München seine Laufbahn. In seiner Karriere bestritt er für den EV Landshut, Adler Mannheim, Kaufbeurer Adler, Moskitos Essen, ERC Ingolstadt und Iserlohn Roosters 500 DEL-Spiele. Für SPORT1 kommentiert Goldmann seit 2008 die Spiele der Nationalmannschaft