SPORT1-Experte Sebastian Schwele blickt voraus auf die neue CHL-Saison. Er lobt die Einstellung der deutschen Teams, erwartet aber einige schwere Aufgaben.

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Liebe Eishockeyfreunde,

Bereits zum fünften Mal spielen Europas Top-Teams um die Krone in der Champions Hockey League (ab 19.25 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und ab 16.55 Uhr im LIVESTREAM).

Wie schon in der vergangenen Saison sind auch in diesem Jahr wieder drei deutsche Teams unter den 32 Teilnehmern vertreten.

Neben dem deutschen Meister EHC Red Bull München und den Eisbären aus Berlin sind in dieser Saison auch erstmals die Thomas Sabo Ice Tigers Nürnberg im höchsten Europapokal-Wettbewerb am Start.

Nach dem Halbfinale in der vergangenen DEL-Saison gab es bei den Nürnbergern einen großen Umbruch – im Team mit zehn Neuzugängen, im Trainerstab und im Office.

Kapitän Patrick Reimer aber sagt selbstbewusst: "Man darf sich nicht kleiner machen, als man ist" – Richtig so! Trotzdem wird sich das komplett neuformierte Team glücklich schätzen dürfen, eine Runde weiter zu kommen.

Mit Oulun, dem finnischen Meister 2018 und CHL-Finalist von 2016, Mountfield Hradec Kralove (Tschechien)  und den Dragons Rouen (Frankreich) warten starke Gegner auf die Mannschaft von Trainer Kevin Gaudet. (SERVICE: Spielplan)

Das finnische Kollektiv ist der Favorit in der Gruppe. Für Mountfield, einen Klub mit hohen Erwartungen und Ambitionen, soll es national und international weiter aufwärts gehen. Rouen sehe ich dagegen als den Underdog, auch wenn das Team seit 2010 bereits sechs Mal französischer Meister wurde.

Während es für die Thomas Sabo Ice Tigers also vor allem darum gehen wird, die Gruppenphase zu überstehen, hat man sich in Berlin schon ganz andere Ziele gesteckt.

"Lasst uns das deutsche Eishockey auf Europas Landkarte setzen", lautet die Mission des neuen Head-Coaches Clement Jodoin. Gesagt, so möge es getan sein. Immerhin gewannen die Berliner 2010 die European Trophy, den Vorgänger-Wettbewerb der CHL.

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Die Vorbereitung der Eisbären läuft bislang ausgezeichnet  - man testete gegen KHL-Klubs und tschechische Teams und steht bislang blitzblank ohne Niederlage da.

Doch mit dem EV Zug, der immer wieder zu den Favoriten in der Schweizer Liga zählt und Kometa Brno aus Tschechien warten zwei echte Schwergewichte auf den DEL-Finalisten.

Gespickt mit vielen jüngeren Spielern, die in der KHL den Durchbruch noch nicht geschafft haben, ist Neman Grodno - zuletzt zwei Mal in Folge weißrussischer Meister  - die Wundertüte der Gruppe.

Beim EHC Red Bull München bin ich gespannt, ob und wie sich der runderneuerte Meister (neun Abgänge) schon gefunden hat.

Der Anspruch dürfte aber auf jeden Fall Platz eins in der Gruppe sein – auch wenn München in diesem Jahr vielleicht etwas länger brauchen wird, um sich zu finden.

Trainer Don Jackson sagt zumindest, man spiele in der CHL, um zu gewinnen. Doch weiter als bis ins Achtelfinale hat es für das Team, das zuletzt in der DEL den Titelhattrick geholt hat, international noch nicht gereicht. (SERVICE: Tabellen)

Mit dem TSP Turku (Finnland), den Malmö Redhawks (Schweden) und Junost Minsk (Weißrussland) warten spannende Gegner auf den EHC. Gerade die beiden skandinavischen Mannschaften stellen mit einem Mix aus viel Talent und Erfahrungen interessante und schwere Aufgaben dar.

Wir dürfen also gespannt sein, wohin der Weg der deutschen Teams in der Champions Hockey League führt. Ich freue mich auf viele hoffentlich spannende Spiele und hochklassigen Eishockey.

Mit sportlichen Grüßen,

Euer Sebastian Schwele

Auch in dieser Eishockey-Saison ist Sebastian Schwele wieder für SPORT1 als Kommentator im Einsatz - egal ob in CHL, DEL oder bei der Eishockey-WM.

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