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Der 2. Tag des World Matchplays startet furios. Mensur Suljovic und Jamie Hughes liefern sich ein Duell auf Top-Level. Gabriel Clemens bezwingt Rob Cross sensationell.

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Was für ein Fight!

Gabriel Clemens sorgt für die größte Überraschung des bisherigen World Matchplays in Milton Keynes (Darts World Matchplay auf SPORT1 im Free-TV und im Stream). Im Duell gegen Ex-Weltmeister und Titelverteidiger Rob Cross setzte sich der Mann aus Saarlouis mit 10:8 durch.

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Der Deutsche feierte einen Start nach Maß und nahm den Briten direkt den ersten Anwurf ab. Auch danach zeigte der 36-Jährige in den richtigen Momenten starke Nerven. Zum 5:3 legte er einen überragenden 170er Checkout hin, wobei der Pfeil im Bulls Eye fast noch herausgefallen wäre.

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Auch beim Stand von 6:6 konnte sich Clemens wieder auf sein Händchen verlassen und holte sich das Leg erneut per Bull. Zwar konnte Cross bis zum 8:9 dranbleiben, aber es schien, als habe Clemens ihm den Zahn gezogen. Am Ende verpasste Cross 36 zum Checkout mit gleich drei Darts auf die Doppel-18. Dieses Geschenk nutzte der Deutsche mit der Doppel-8 zum Matchgewinn.

Damit muss Titelverteidiger Cross bereits in Runde eins die Segel streichen. Clemens darf sich auf Runde zwei freuen.

Direkt nach dem Spiel war die Freude aber noch nicht so richtig zu spüren bei Clemens. "Im Endeffekt kommt jetzt eine alte Dartsweisheit zum Tragen. A win is a win. Was soll ich sonst sagen. Es war einfach ganz ehrlich Scheiße von uns beiden", war er im Gespräch mit SPORT1 immer noch voll im Spiel und bekräftigte die Aussage nochmal: "Gefühlt war es ein Hin und Her. Jeder hat mal nix getroffen, dann hat jemand mal irgendaws getroffen. Ich kann nach dem Spiel gar nicht viel sagen. Es war wirklich nicht gut."

Smith in Gala-Form

Michael Smith feierte im letzten Match des zweiten Tages einen mehr als überzeugenden 10:3-Erfolg gegen Jonny Clayton. Der Waliser konnte zwar seinen verlorenen Anwurf im ersten Leg seinerseits mit dem direkten Break kontern, danach verließen sie ihn aber.

Der "Bully Boy" versenkte Pfeil um Pfeil und zog bis auf 8:2 davon. Bis dahin überzeugte Smith mit einem starken 3-Darts-Average von über 101 Punkten, darunter vier 180er und 15 Mal über 140. Am Ende des Matches ließ es der Engländer aber etwas ruhiger angehen und erlaubte seinem Kontrahenten eine kleine Ergebniskorrektur.

Wirklich gefährlich werden konnte Clayton aber nicht mehr. Nach einem 10-Darter zum 9:3, machte Smith im folgenden Leg alles klar.

Wright siegt mit Brillen-Trick

Peter Wright musste beim 10:8-Erfolg gegen Jose de Sousa alle Register ziehen. Selbst seine Brille musste dran glauben.

Nachdem "Snakebite" nur schwer ins Match kam, lag er schnell mit 2:5 und 5:8 zurück. Zu diesem Zeitpunkt fällte Wright DIE Entscheidung, die ihm am Ende den Sieg bringen sollte. Er nahm die Brille ab und holte sich die nächsten fünf Legs in Folge zum Sieg.

"Da war die ganze Zeit ein Schimmer von irgendeinem Scheinwerfer auf den Gläsern. Ich habe lange versucht, es zu ignorieren. Aber dann hab ich mir gedacht, 'Ich nehme die Brille jetzt ab und wenn ich verliere, dann verliere ich'."

Der Duzza gibt sich keine Blöße

Im zweiten Spiel des Tages zeigte Glen Durrant eine souveräne Leistung und setzte sich klar mit 10:3 gegen Jeffrey de Zwaan durch. Seinen ersten Anwurf brachte der Niederländer noch durch, aber dann verließen sie ihn.

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Schnell zog der Engländer auf 4:1 davon und sollte sich diesen Vorsprung nicht mehr nehmen lassen. Mit seinem 3-Punkt-Average von 106,93 gab er seinem 24-jährigen Kontrahenten auch keinerlei Chance, sich nochmal heranzuarbeiten.

Weltklasse-Darts von Suljovic und Hughes

Zum Auftakt in den 2. Tag beim World Matchplay hielten sich Mensur Suljovic und Jamie Huges nicht lange mit Vorgeplänkel auf. Beim 12:10-Erfolg des Österreichers lieferten sich die beiden Kontrahenten ein Duell der Extraklasse.

Ganze 19(!) 180er und ein 3-Darts-Average von 100,47 (Suljovic) bzw. 101,13 (Hughes) standen am Ende zu Buche. Für einen Rekord reichten die zehn 180er von Suljovic aber nicht. Dei meisten 180er in einem Spiel beim World Matchplay gelangen Adrian Lewis. Dem gelang im Finale 2013 allein 19 Mal die volle Punktzahl mit drei Darts.

Trotzdem war die Leistung von Suljovic und Hughes beeindruckend. Allein im achten Leg warf "The Gentle" einen sensationellen Average von 136,6 Punkten. Am Schluss entschieden die Nerven dieses Duell auf Top-Level

Mit 7:9 lag der in Serbien geborene Wiener bereits zurück, ehe er mit drei High Finishes in Folge das Match zum 10:9 wendete. Hughes konnte zwar nochmal ausgleichen und die Verlängerung erzwingen. Das Momentum lag nun aber ganz in Händen von "The Gentle" der stilecht über die Doppel-16 ein 112-Finish zum Matchgewinn hinlegte.

Am Ende machte Suljovic sogar göttliche Unterstützung für seinen Sieg verantwortlich: "Es fühlt sich so gut an. Du darfst nie aufgeben. Es war ein brillantes Match. Gott hat mir geholfen."

Selbst der ungewohnten Situation ohne Zuschauer konnte der Österreicher Positives abgewinnen. "Für mich ist die Situation kein Problem. Für mich kann das Publikum ein großes Problem sein. Mag mich das Publikum, mag es mich nicht? Wenn ich ein Double spiele und die Zuschauer raunen, ist das ein Problem für mich", gab er nach dem Match einen ehrlichen Einblick in seine Gemütslage.

Die Spiele vom Sonntag im Überblick:

Mensur Suljovic (12) - Jamie Hughes 12:10
Glen Durrant (15) - Jeffrey de Zwaan 10:3
Rob Cross (4) - Gabriel Clemens 8:10
Peter Wright (2) - Jose de Sousa 10:8
Michael Smith (5) - Jonny Clayton 10:3