So wird ein 9-Darter am häufigsten geworfen
9 Darter Wege: SPORT1 zeigt die kürzesten Wege zum perfekten Spiel! © SPORT1-Grafik
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9 Darter Wege: Was ist der Königsweg zum 9-Darter? Welche Taktiken setzen die Profis beim Darts ein? SPORT1 zeigt alle Wege zum perfekten Darts Spiel!

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Der 9 Darter – was steckt hinter dieser Bezeichnung?

Wer professionelles Darts verfolgt, beispielsweise bei der PDC-Darts WM, der beobachtet, dass die Spieler versuchen, systematisch vorzugehen. Das Ziel ist es, so schnell wie möglich und vor allem vor dem Gegenspieler die Punkte auf null zu setzen. Bei dem schnellstmöglichen Weg, dies zu erreichen, benötigen die Spieler nur neun Würfe. Daher hat der 9 Darter, der auch als Nine dart finish bezeichnet wird, seinen Namen. Theoretisch ist es also möglich, innerhalb von drei Runden von 501 auf null Punkte zu gelangen. Dabei gibt es eine Vielzahl an möglichen Kombinationen für einen solchen 9 Darter.  

Die bekanntesten Kombinationen für einen 9 Darter

Viele Strategien im 9 Darter starten mit der dreifachen 20. Der Grund hierfür liegt darin, dass so die meisten Punkte geworfen werden. Mit 60 Punkten pro Dart ist die dreifache 20 das wertvollste Feld auf der Dartscheibe. Die professionellen Dartspieler setzen vor allem auf drei verschiedene 9 Darter beim schnellen Darts Checkout. Einer davon ist der bereits vorgestellte Dart Finish Weg von John Lowe aus dem Jahre 1984.

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Der häufigste 9 Darter  hingegen wurde von Paul Lim konzipiert. Auch dieser startet mit sechs aufeinanderfolgenden Würfen auf die dreifache 20, sodass vor dem letzten Wurfversuch 141 Punkte übrigbleiben. Danach folgt zunächst eine weitere Triple-20, gefolgt von der Triple-19 und zum Abschluss einer Double-12 (180-180-141). Dieser Darts Checkout hat den Vorteil, dass der Werfer sich weniger umstellen muss. Sieben der neun Darts gehen auf die dreifache 20, sodass eine hohe Konstanz bei den Würfen vorhanden ist.

Als Königsweg bekannt ist der Darts Checkout, der mit dem Double Bull endet. Dieser ist auch bekannt unter der Bezeichnung 167er Finish, weil jeder der drei Würfe exakt gleich ist und jedes Mal 167 Punkte bringt. Jeder Wurf startet mit einer dreifachen 20. Danach folgt die dreifache 19, sodass exakt 50 Punkte verbleiben (167-167-167). Dies ist der Wert des Double Bull, also der Mitte der Dartscheibe. So gelingt dem Spieler ein sehenswerter Darts Checkout durch den finalen Treffer des Double Bull.

Weitere 9 Darter und Dart Finish Wege

Insgesamt gibt es 71 unterschiedliche Dart Finish Wege, die mit neun Würfen zum Darts Checkout führen. Dementsprechend ist es für Dartspieler wichtig, möglichst viele der Kombinationen auswendig zu kennen. So ist es möglich, während des Spiels die schnellste Strategie für den Darts Checkout zu wählen. Den Spielern bleiben meist nur wenige Sekunden, um sich für eine Taktik zu entscheiden. Dies ist vor allem dann notwendig, wenn ein Wurf misslingt. Dann reicht es eventuell nicht mehr für einen Darts Checkout mit neun Würfen, jedoch kann auch der zehnte oder elfte Wurf den Sieg bringen.

Einige Punktestände fallen mit besonders vielen Kombinationsmöglichkeiten auf. Dies ist für die Spieler von Vorteil, denn sie können sich auf ein Feld konzentrieren, das ihnen besonders gut liegt. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der Spieler vor dem letzten Versuch noch 150 Punkte auf der Anzeige hat. Von diesem Punktestand aus gibt es gleich 15 verschiedene Möglichkeiten, um mit drei Würfen das Spiel zu gewinnen. Dies beinhaltet unter anderem Würfe auf die 19, 18, 17 oder 16.

Das zentrale Ziel ist es, nach den ersten zwei Würfen auf einer Punktezahl zu stehen, von der aus rechnerisch ein Darts Checkout möglich ist. Es gibt einige wenige Kombinationen, bei denen ein Darts Checkout trotz hoher Resultate aus den ersten Wurfversuchen nicht möglich ist. Zunächst muss der Spieler maximal 170 Punkte vor dem letzten Wurfversuch haben. Dann ist ein Darts Checkout mit drei Würfen möglich, indem zweimal die Triple-20 und abschließen das Double Bull getroffen wird. Die niedrigste Punktzahl, die nach sechs Würfen erreicht werden kann, sind 141. Ein 9 Darter ist somit theoretisch mit Punkten zwischen 170 und 141 realisierbar. Jedoch gibt es keinerlei Kombinationen mit drei Würfen, die einen Darts Checkout von 169, 168, 166, 165, 163, 162 oder 159 Punkten aus ermöglichen. Somit müssen die Spieler unbedingt vermeiden, mit einer solchen Punktezahl in den letzten Wurfversuch zu gehen, denn dies zieht unvermeidlich eine weitere Runde nach sich.

Die Herausforderung eines 9 Darter

Das Schwere an einem 9 Darter ist die hohe Präzision, die bei allen neun Würfen benötigt wird. So sind für einen 9 Darter mehrere Treffer auf Double- und Triple-Felder notwendig. Verfehlt der Spieler eines der Felder, scheitert der Versuch bereits frühzeitig.

Darts: Gary Anderson spricht über 9-Darter

Jedoch gibt es verschiedene Dart Finish Wege, die mit neun Darts zum Erfolg führen. Deshalb gibt es die Option, die Strategie bei einem missglückten Wurf zu ändern und einen der anderen Dart Finish Wege zu nutzen. Ebenfalls haben die professionellen Spieler so die Möglichkeit, einen Weg zum Darts Checkout zu wählen, der ihnen liegt. Gerade die Profispieler bevorzugen jeweils bestimmte Felder, die ihnen besonders liegen. So gibt es Spieler, die primär auf die 20 werfen, während andere die 19 oder 17 bevorzugen.

Der erste 9 Darter der Geschichte

Der erste erfolgreiche 9 Darter, der live im Fernsehen gezeigt wurde, gelang dem Briten John Lowe bei dem MFI World Matchplay 1984. Den Weg, den Lowe für seinen Darts Checkout mit neun Würfen wählte, geht als Klassiker des 9 Darters in die Geschichte ein.

John Lowe begann mit der dreifachen 20, die er beim ersten Versuch dreimal traf. Somit erzielte er 180 Punkte und hatte vor dem zweiten Versuch noch 321 Punkte. Beim zweiten Versuch ging Lowe ebenfalls auf die dreifache 20 und es gelang ihm erneut, alle drei Darts ins Ziel zu bringen. Er erzielte also erneut 180 Punkte und hatte vor dem letzten Versuch noch 141 Punkte übrig.

Mit drei Würfen ist es möglich, exakt 141 Punkte zu erreichen. Lowe schaffte dies, indem er Triple-17, Triple-18 und zum Abschluss die Double-18 traf. In den darauffolgenden Jahren kam es bei Darts-Turnieren immer wieder zu 9 Dartern. Für eine Besonderheit sorgte die Darts-Legende Phil Taylor, als ihm gleich zwei 9-Darter in einem Match gelangen.

Taylor-Wahnsinn! Zwei 9-Darter in einem Spiel

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