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München - Gerwyn Price krönt sich im WM-Finale gegen Gary Anderson erstmals zum PDC-Weltmeister. Der Waliser zeigt sich lange eiskalt beim Checken und stürzt Michael van Gerwen.

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Kurz ließ Gerwyn Price noch einmal Spannung aufkommen, doch sein Gegner konnte auch die Minimalchance auf ein Comeback nicht nutzen.

Trotz zwölf vergebener Matchdarts hat sich "The Iceman" in insgesamt beeindruckender Manier erstmals zum Darts-Weltmeister der PDC gekrönt.

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Der Waliser setzte sich in einem einseitigen Finale im Londoner Alexandra Palace gegen den zweimaligen Titelträger Gary Anderson mit 7:3 in Sätzen durch und löste damit Michael van Gerwen an der Spitze der Weltrangliste ab, der seit 2014 durchgehend Platz eins der Order of Merit inne hatte.

Price dominierte das Spiel nahezu nach Belieben und zeigte sich vor der Geisterkulisse im Ally Pally mit Ausnahme der Endphase insbesondere auf die Doppel eiskalt (Darts-ABC - die wichtigsten Fachbegriffe). Während des fünften Satzes lag seine Checkoutquote zwischenzeitlich bei unglaublichen 80 Prozent (12/15).

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Price bärenstark auf der Doppel-20

Von seinen ersten 13 Darts auf die Doppel-20 versenkte er 13, erst der viertzehnte Versuch landete daneben. (Statistiken zum WM-Finale Anderson vs. Price)

Anderson wiederum verpasste immer wieder Pfeile auf die Doppel, diese Fehler bestrafte  der "Iceman" gnadenlos.

"Ich habe auf die Doppel viel liegen gelassen. Ich habe da echt gekämpft. Schon im ersten Satz war es ein Schlüsselmoment, als ich 2:0 geführt und ihn trotzdem verloren habe", analysierte der Schotte bei SPORT1.

Erst mit dem größten Sieg seiner Karriere vor Augen bekam der Waliser Nervenflattern. Im neunten Satz vergab Price neun (!) Matchdarts und ließ seinen Gegner wieder hoffen.

Anderson darf kurz hoffen

Nach 0:2-Rückstand im zehnten Durchgang fing sich der 35-Jährige jedoch wieder und fand seine Doppelstärke zurück. Sein zwölfter Match-Dart landete schließlich in der Doppel-5.

"Ich habe am Ende ein paar Nerven gezeigt. Ich habe mich auf die Doppel fokussiert, aber die Trophäe war schon in meinem Kopf. Die Doppel-5 wird mein neues Lieblingsdoppel", erklärte Price seine Schwächen in der Endphase im SPORT1-Interview.

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Price ist damit der erste PDC-Weltmeister aus Wales. Gleichzeitig ist der Ex-Rubgy-Profi der zehnte unterschiedliche Titelträger des Verbandes seit der ersten WM 1994.

Price holt ersten WM-Titel nach Wales

Im Vorfeld der Partie war von einem brisanten Duell die Rede gewesen, da sich Price und Anderson insbesondere nach ihrem Zoff beim Grand-Slam-Finale 2018 nicht besonders leiden können. (Alle Ergebnisse der Darts-WM 2021)

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Doch von Nickligkeiten konnte diesmal keine Rede sein. Anderson ließ sich auch von Price' exzentrischen Jubelschreien nicht aus der Ruhe bringen. Vielmehr war der "Flying Scotsman" damit beschäftigt, sein A-Game zu finden, was ihm jedoch nur ganz selten gelang.

Immerhin sorgte er mit der 170 für das höchste Checkout. "Gerwyn hat gut gespielt. Ich bin froh, im Finale gestanden zu haben", resümierte er. Am Ende stand bei ihm ein Drei-Dart-Average von 94,25 Punkten. Price hatte mit 100,08 klar die Nase vorne.

Auch bei der Doppelquote war der Waliser seinem Kontrahenten mit 45,61 Prozent im Vergleich zu 26,87 Prozent deutlich überlegen.

Für Anderson war es die dritte Niederlage in einem WM-Finale. Price holte die Sid Waddell Trophy gleich im ersten Anlauf. Sein Triumph wurde mit einem Preisgeld von 500.000 Pfund versüßt. Anderson fährt mit 200.000 Pfund nach Hause (Die Preisgelder der Darts-WM 2021).

Finale der Darts-WM 2021 - Ergebnis in Sätzen:

Gary Anderson - Gerwyn Price 3:7 (2:3, 3:1, 1:3, 1:3, 1:3, 0:3, 3:2, 2:3, 3:2, 2:3)