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München und London - Der 66 Jahre alte Paul Lim sorgt bei der Darts-WM einmal mehr für Furore. Sein größter und lange unerreichter Coup gelang ihm vor 30 Jahren.

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Ob Paul Lim Udo Jürgens kennt, ist nicht überliefert. Eine der berühmtesten Liedzeilen der Schlager-Legende aber lebt er, so oder so.

Mit 66 Jahren hat der Publikumsliebling aus Singapur einmal mehr einen Coup bei der Darts-WM gelandet: Er warf am Freitag  Luke Humphries aus dem Turnier und will nun am Dienstag auch Dimitri Van den Bergh aus Belgien ärgern. (Darts-WM von 15. Dezember bis 3. Januar LIVE im TV auf SPORT1, im LIVESTREAM und LIVETICKER)

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Wer ist dieser Kult-Opa des Darts, der bei seiner 25. WM-Teilnahme - 12 davon, bevor Gegner Humphries 1995 geboren wurde - noch immer bemerkenswert auf der Höhe ist? (Spielplan und Ergebnisse der Darts-WM 2021)

Hier können Sie sich den PDF-Spielplan der Darts-WM 2021 herunterladen und im Anschluss ausdrucken

Paul Lim legte 1990 den ersten Neun-Darter bei einer Darts-WM hin

Lim, geboren am 25. Januar 1954 und damit Altersgenosse von Sportheldinnen und -helden wie Bernard Hinault, Chris Evert und Toni Schumacher ist seit rund 40 Jahren eine Szenegröße. Sein WM-Debüt feierte der "Singapore Slinger" 1982 (damals für den Verband BDO statt PDC), dem Jahr, in dem Bundestrainer Jupp Derwall mit dem von Karl-Heinz Rummenigge und Paul Breitner angeführten DFB-Team Vizeweltmeister wurde.

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Im aus deutscher Sicht noch erfreulicheren Fußball-Jahr 1990 feierte auch Lim seinen ersten großen WM-Moment: Damals gelang ihm gegen Jack McKenna als erstem Darts-Spieler das perfekte Spiel bei einer WM - sprich mit neun Darts stellte er 501 Punkte auf 0.

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Für seinen 9-Darter bekam Lim rund 59.000 Euro - und damit 27.000 mehr als der sechs Jahre jüngere Phil Taylor, der die WM damals gewann. Lims Neun-Darter blieb 19 Jahre lang ein Unikum, ehe Raymond van Barneveld 2009 als Erster bei einer WM nachzog.

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"Singapore Slinger" einst für Papua-Neuguinea am Start

Der Meilenstein und der Viertelfinaleinzug 1990 blieben Lims größter Erfolg, er kam ansonsten nie über Runde 2 hinaus, verschwand auch zwischenzeitlich komplett von der Bildfläche und sattelte zwischenzeitlich zum E-Darts um.

Ein weiteres Kuriosum: Als Lim seine Karriere startete, war Singapur kein Mitglied in der World Darts Federation (WDF). Deshalb trat Lim anfangs für Papua-Neuguinea an und nach seinem Umzug nach Kalifornien kurzzeitig für die USA.

Karriere-Ende? Lim sieht keinen Grund

Seit 2013 ist der nur noch zu besonderen Anlässen aktive Lim wieder regelmäßig bei der PDC-WM am Start, beim Turnier 2018 begeisterte er die Fans im Ally Pally mit einem Sieg über Mark Webster, ehe er in Runde 2 an Gary Anderson scheiterte.

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Einen Grund, in Rente zu gehen, sah Lim schon damals nicht: "Für mich ist Darts kein Job mehr. Wenn ich jemals die Leidenschaft verlieren sollte, gehe ich nur noch Angeln und spiele Golf. Aber es ist immer noch aufregend und motiviert mich."

Als passenden Schlussstrich dürfte er diese WM, in der ihm die Fan-Fete, die es vor drei Jahren wegen ihm gab, wegen Corona verwehrt bleiben musste, auch kaum sehen. "Schade nur, dass die Fans nicht anwesend waren. Ich habe sie auch vermisst“, sagte Lim nach dem Sieg über Humphries bei SPORT1.

Der Wunsch, nochmal einen Coup mit ihnen zu landen, dürfte die beste Motivation sein, mit 66 noch lange nicht Schluss zu machen.