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München und London - Gabriel Clemens' Gala bei der Darts-WM gegen Nico Kurz zieht auch die Insel in ihren Bann - und weckt viel Vorfreude für den Knaller nun gegen Peter Wright.

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Dass dieses erste deutsche Duell in der Geschichte der Darts-WM ein historischer Moment sein würde: Das war klar.

Wie sehr der 3:1-Sieg von Gabriel Clemens über Kumpel Nico Kurz am Ende elektrisierte: Das übertraf die Erwartungen, nicht nur die der deutschen Fans, die bei SPORT1 in Millionenstärke mitfieberten (Darts-WM von 15. Dezember bis 3. Januar LIVE im TV auf SPORT1, im LIVESTREAM und LIVETICKER)

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Der eindrucksvolle Auftritt des "German Giant" und die furiose Gegenwehr von Kurz begeisterte insbesondere auch auf der Insel, dem Mutterland des Pfeile-Sports. "Was war das für ein Spiel? Clemens gewinnt einen Thriller", jubilierte der Verband PDC auf seinem offiziellen Account. (Spielplan und Ergebnisse der Darts-WM 2021)

Hier können Sie sich den PDF-Spielplan der Darts-WM 2021 herunterladen und im Anschluss ausdrucken

Auch die mit Darts betrauten Medien zollten Anerkennung: Darts-News.com lobte ein "classy display" (erstklassige Leistung), wählte für das Geschehen Adjektive wie  "astonishing" und "incredible". Die englische Online-Ausgabe von Sky schrieb von einem "Klassiker" und einem Spiel das vielleicht "mehr als jedes andere" bei dieser WM jubelnde Fans vor Ort verdient hätte.

Begeisterte Reaktionen, die Clemens' Hoffnung erfüllten, mit dem Spiel "ein bisschen Werbung für das deutsche Darts" gemacht zu haben.

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Snakebite ist vor Clemens gewarnt

Nacheinander hatte Kurz 160 - das bisher höchste Finish des laufenden Turniers - , 123 und 161 Punkte gecheckt und sich so bravourös den zweiten Satz gesichert - um bei seiner zweiten WM-Teilnahme am Ende trotzdem Clemens' Klasse anerkennen zu müssen. (Statistiken zu Clemens vs. Kurz)

Weltmeister Peter Wright, nun nach den Weihnachtsfeiertagen (28. Dezember) der ganz schwere Brocken für die aus Saarwellingen stammende deutsche Nummer eins, dürfte dabei ebenso ganz genau hingesehen haben. Der Titelverteidiger hatte unlängst bereits im SPORT1-Interview voller Respekt erklärt: "Gabriel hat zuletzt tolles Darts gespielt, auch bei den TV-Turnieren."

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Clemens' Stärke hatte der Schotte unter anderem im Vorjahr beim German Darts Masters in der Kölner Lanxess Arena zu spüren bekommen, wo er im Finale nur mühsam mit 8:6 die Oberhand behielt. Seine Einschätzung unmittelbar danach: "Es war sehr schwierig. Gabriel ist ein fantastischer Spieler und hat der Welt gezeigt, dass er etwas draufhat. Und er kann noch viel mehr."

Die meisten Expertinnen und Experten sind sich einig, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis Clemens (gegenwärtig Weltranglisten-31.) in den Top 16 steht. 

Sechs 180er und einen Drei-Darts-Average von 95,7 hatte der 37-Jährige im Kräftemessen mit Kurz hingelegt, der angesichts seiner High Finishes die Darts-Community ebenso verzückte und Wrights Einschätzung bei SPORT1 nur bestätigte: "Die Zukunft des deutschen Darts wird fantastisch." (Darts-Glossar: Die wichtigsten Fachbegriffe)

Nach Hopp: England freut sich auf Zugpferd Clemens

Auch "Snakebite" soll das nun zu spüren bekommen.

"Natürlich will ich Peter Wright einen harten Kampf liefern, dann werden wir sehen", so Clemens. Schon früh am Tag anstatt erst in der Evening Session gegen den exzentrischen Schotten ranzumüssen, soll dabei keineswegs von Nachteil sein: "Für mich gibt es nix Schöneres. Ich bin total happy mit der Auslosung."

Einen Sieg über "Snakebite" wollte Clemens bei SPORT1 nicht gleich ankündigen, aber er ließ doch durchblicken, dass er sich prinzipiell alles zutraut: "Wir Deutschen haben schwer aufgeholt im Vergleich mit der Weltspitze und wir sind immer näher dran."

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Dass Clemens einer ist, den auch Wright nicht auf die leichte Schulter nehmen darf, wissen auch die anderen Topstars der Szene. "Gaga hat sehr gut gespielt in letzter Zeit. Mir gefällt seine Art zu werfen. Er ist ein wirklich guter Typ", hatte sich kürzlich sogar Superstar Michael van Gerwen bei SPORT1 als Fan des gelernten Industriemechanikers geoutet.

"Als er angefangen hat, hab ich gesagt: 'Der wird richtig gut werden.'", sagte auch der Waliser Gerwyn Price zu SPORT1. "Und so war es. Hopp (Max, Anm, d, Red.) ist auch gut, aber ich denke, 'Gaga' ist noch eine Klasse drüber."

Clemens - nach Hopps Zweitrunden-Aus letzter Deutscher im Turnier - hat durch seinen erstmaligen Einzug in die dritte Runde bereits 27.000 Euro Preisgeld sicher.

Mit einem Triumph über Titelverteidiger Wright würde er erneut Geschichte schreiben und der erste Deutsche werden, der in ein WM-Achtelfinale einzieht.

Das wäre noch bessere Werbung für das deutsche Darts.