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München - Nico Kurz sorgte aus deutscher Sicht für das größte WM-Highlight des letzten Jahres. Was für einen erneuten Coup im Ally Pally spricht - und was dagegen.

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Dieser 18. Dezember 2019 hat für deutsche Pfeilesport-Fans noch immer gewissen Nachhall:

Es ist ein Mittwochabend im altehrwürdigen Alexandra Palace. Am Oche bei der PDC-WM spielt ein gewisser Nico Kurz bei seiner Turnier-Premiere soeben mal acht perfekte Pfeile, um kurz darauf James Wilson mit 4:2 zu besiegen. (Darts-WM ab 15. Dezember LIVE im TV auf SPORT1, im LIVESTREAM und LIVETICKER)

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Lächelnd und bescheiden, unaufgeregt und ausstaffiert mit einem Nervenkostüm wie ein Tiefkühlfach bleibt der damals 23-Jährige danach auch in Runde 2 erfolgreich, eliminiert Joe Cullen (3:1), ehe sich trotz abermals starker Leistung schließlich Luke Humphries (2:4) als zu stark erweist.

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Glanzlichter aus dem Nichts: Kurz' Geburtsstunde auf der ganz großen Dartsbühne nebst bereits vollzogenen Eintritt ins Krabbelalter soll nun in die nächste Entwicklungsstufe münden - und lässt die Darts-Community fragen: Gelingt dem WM-Helden der nächste Coup?

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An Coolness und Selbstbewusstsein jedenfalls mangelt es dem 1997 in Hanau geborenen Darts-Spieler, seit 2016 im Profiverband PDC aktiv, keineswegs.

Nico Kurz: Erneut ein WM-Märchen?

"Die Frage ist, wo beginnt eine Sensation?", gibt Kurz im SPORT1-Interview zu verstehen. "Wenn einer der deutschen Spieler einen Lauf hat und diesen über die komplette WM halten kann, hat er sicher die Möglichkeit, weiter nach vorne zu kommen."

Hier können Sie sich den PDF-Spielplan der Darts-WM 2021 herunterladen und im Anschluss ausdrucken

Im Fall des gelernten Industriemechanikers soll das zum Auftakt nun mit einem Sieg über Andy Hamilton aus England gelingen, ehe in Runde 2 dann das deutsche Duell mit Gabriel Clemens winkt, der als an Nummer 31 Gesetzter ein Freilos hat.

"Das Niveau der Deutschen hat sich in der vergangenen Jahren immer weiter nach oben entwickelt", sagt Kurz, der allerdings empfindet, "dass die Auslosung etwas unglücklich gelaufen ist, wenn zwei deutsche Spieler direkt in Runde 2 aufeinander treffen."

So oder so: Die Nummer 133 der PDC-Weltrangliste hat eh noch nie den Anschein erweckt, sich durch allzu viele Gedankenspiele aus der Konzentration reißen zu lassen. Das gilt auch nicht für das Duell mit dem wiedererstarkten  früheren WM-Finalisten Hamilton.

"Ich hoffe auf sehr viele Überraschungen, denn das macht ja die WM auch mit aus", so Kurz bei SPORT1. "In der Lage dazu ist jeder Teilnehmer, glaube ich."

Kurz schreibt deutsche Darts-Geschichte

Wozu der Rechtshänder aus Hessen gegen die Superstars der Szene selbst zu leisten imstande ist, hatte er in der Vergangenheit mehrfach unter Beweis gestellt. (Den kompletten Zeitplan der Darts-WM 2021 mit allen Infos gibt es hier.)

Schon vor seinem WM-Debüt im vergangenen Jahr war Kurz unter anderem bei den German Darts Masters ein Triumph gegen Gary Anderson gelungen, bot beim Viertelfinal-Aus auch Peter Wright lange Paroli. 

Bei der Super League 2019 wiederum beendete er die Gruppenphase als Erster, behauptete sich dann auch bei den Playoffs und löste so das WM-Ticket. (Alle Teilnehmer und die Setzliste der Darts-WM 2021)

Mehr noch: Auf der Development Tour in Hildesheim packte Kurz im zurückliegenden März dann erstmals den Sprung ins Finale, sorgte obendrein für ein Novum in der deutschen Darts-Geschichte, indem er den Titel der Super League zum zweiten Mal gewann.

Der erstmalige Einzug in die nächste Runde glückte zuvor noch bei den German Darts Championship wie auch in Sindelfingen beim European Darts Grand Prix.

Kurz noch immer ohne Spitzname

Alles nach Fahrplan also bei Kurz? Mitnichten. Die Pandemie machte auch dem Fußball-Fan und Anhänger von Eintracht Frankfurt einen gehörigen Strich durch die Rechnung, kostet seit nunmehr fast einem Dreivierteljahr mit Ausnahme der Superleague im Sommer die so wichtige Matchpraxis auf Wettkampfniveau.

Ein Manko, das erfahrenere Akteure bei der WM womöglich deutlich besser kompensieren könnten. Dass im Ally Pally trotz Corona zumindest 1000 Zuschauer zugelassen sein sollen, beflügelt denn aber auch Kurz.

"Mit deutschen Fans wäre dies sicherlich aus meiner Sicht noch mal etwas schöner, aber ich bin froh, dass die WM in diesem verrückten Jahr stattfinden kann", sagt der Blondschopf, dem nach wie vor indes noch immer ein Spitznamen fehlt - trotz Abstimmung und klarer Empfehlung der SPORT1-User ("The Mechanic") im Vorjahr.