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Gabriel Clemens scheitert bei der Darts-WM im Achtelfinale. Das Aus des German Giant könnte dramatischer nicht sein, sieben Matchdarts des Deutschen verfehlen ihr Ziel!

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Dieses Achtelfinalspiel wird in die Geschichte der Darts-WM eingehen! 

Gabriel Clemens verlor im legendären Alexandra Palace gegen den favorisierten Polen Krzysztof Ratajski in einem hochdramatischen Match der vergebenen Chancen mit 3:4. Dabei vergab der "German Giant" im alles entscheidenden Leg sieben (!) Matchdarts. 

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Bis zum 3:3 nach Sätzen und 2:2 nach Legs lieferten sich die beiden Kontrahenten ein abwechslungsreiches, wenn auch nicht auf allerhöchstem Niveau stattfindendes Spiel. Was dann folgte, war an Dramatik nicht mehr zu überbieten (Spielplan und Ergebnisse der Darts-WM 2021)

Clemens und Ratajski vergeben Matchdarts

Ratajski spielte sich schnell bis auf 56 Punkte herunter. Zu diesem Zeitpunkt standen bei Clemens noch 287 Punkte auf dem Scoreboard. Clemens brachte sich dann mit einer 180 in eine bessere Ausgangsposition. 

Ratajski vergab seine ersten beiden Matchdarts. Clemens hatte die Chance, das Match mit einem Treffer in die Doppel-16 zu beenden - scheiterte aber knapp. Nach weiteren sechs vergebenen Matchdarts auf beiden Seiten fanden sich beide Spieler im "Madhouse" wieder: Beide hatten die Doppel-1 auszuchecken. Beide schüttelten immer wieder mit dem Kopf, konnten die Spannung kaum mehr aushalten. 

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Mit seinem elften Matchdart beendete der Pole dann die denkwürdige Partie zu seinen Gunsten und beendete den Siegeszug der deutschen WM-Hoffnung. Als das Feuerwerk im leeren Alexandra Palace für seinen Gegner sprühte, ließ Clemens enttäuscht den Kopf hängen.

"Ich bin sauer auf mich selbst. So etwas darf mir nicht passieren", sagte Clemens bei SPORT1: "Was soll ich jetzt sagen? Im Moment kann ich nichts Positives sehen."

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Trotz des dramatischen Achtelfinal-Aus kann Clemens auf eine erfolgreiche WM zurückblicken. Mit Siegen gegen seinen Landsmann Nico Kurz und vor allem gegen Weltmeister Peter Wright hatte er für eine bis dahin noch nie dagewesene Darts-Euphorie in Deutschland gesorgt. Zudem darf er sich über ein Preisgeld von 39.000 Euro. 

"Er hat gut gespielt", hatte Clemens nach der Riesenenttäuschung lobende Worte für seinen Gegner. 

Clemens startet mit Break

Clemens startete zuvor furios in die Partie. Sein erster Dart landete in der Doppel-20, wenig später stand das erste Break der Partie für den Saarländer zu Buche. 

Das hohe Anfangsniveau konnte der 37 Jahre alte Clemens aber nicht halten. Des Öfteren gelangen ihm bei seinen Aufnahmen 40 oder gar noch weniger Punkte. Daraus resultierte der Verlust des ersten Satzes. Dieser war umso ärgerlicher, als dass der Deutsche einen Leg-Dart zum 3:1 vergab. 

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Der zweite Satz war zu Beginn ein Spiegelbild des ersten. Clemens startete gut und breakte den Polen zum 2:0. Postwendend kassierte er aber ein Re-Break. Doch jetzt war es Clemens, der seine Chance zum nächsten Leggewinn nutzte. Der Ausgleich war geschafft - und Clemens vor allem besser im Spiel. 

Es entwickelte sich ein Spiel der vergebenen Chancen. Sowohl Clemens als auch der "Polish Eagle" schafften es wiederholt nicht, den finalen Pfeil in das Doppel zu setzen. Nach einem 11-Darter zur 1:0-Führung verpasste es Clemens, auf 2:0 zu stellen, später verpasste er erneut ein Doppel zum Satzgewinn. Ratajski, nahm diese Geschenke an und schnappte sich den dritten Satz. Auch er spielte bei weitem nicht fehlerfrei, in den entscheidenden Phasen spielte er aber konsequenter und nutzte eine der vielen sich bietenden Chancen.

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Auch der fünfte Satz ging über die volle Distanz. Wie in jedem vorangegangenen Satz holte sich der "German Giant" das erste Leg. In diesem Satz dann zum Glück auch das letzte! Nach einem 1:2-Rückstand breakte Clemens seinen Kontrahenten und checkte dann zum erneuten Ausgleich aus. 

Keine Breaks in den letzten Sätzen 

Wie nahe die beiden Spieler beieinanderlagen, zeigte ein Blick auf die Statistiken nach dem vierten Satz: Clemens spielte bis dahin einen Drei-Dart-Average von 91,1 Punkten, seine Doppelquote lag bei 29,41 Prozent. Ratajskis Zahlen zum Vergleich: 93,1 und 29. 

In Folge stieg das Niveau der Partie an. Beim Wurf auf die Doppelfelder blieben beide Spieler aber weiter wacklig und hatten bis in den sechsten Satz hinein kein Finish jenseits der 100. Beide Spieler brachten aber ihre Legs durch. Folglich kam es zum 3:3 und es ging in den entscheidenden siebten Satz. 

Und das Drama nahm seinen Lauf...