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Frauen sind beim Darts eine Seltenheit. Die Japanerin Mikuru Suzuki möchte das ändern und tritt bei der Darts-WM 2020 an. Sie könnte für ein Wunder sorgen.

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Die Vergleiche mit Darts-Legende Phil Taylor nimmt Mikuru Suzuki mit Humor. "Das ist ein bisschen weit hergeholt", sagte die 37-jährige Japanerin mit den pinken Haaren lachend.

Frauen-Weltmeisterin Suzuki erobert die Darts-Welt derzeit im Sturm und könnte sich bei der WM in London mit einem Auftaktsieg gegen den Engländer James Richardson am Sonntag (ab 21 Uhr LIVE  im TV auf Sport1) in die Geschichtsbücher werfen. 

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Denn ein Sieg in einem Match bei der Weltmeisterschaft der PDC, das gelang zuvor noch keiner Frau. Allerdings werden auch erst seit vergangenem Jahr zwei Wildcard-Plätze für Spielerinnen reserviert.

Suzuki könnte Wunder vollbringen

Suzuki und Lokalmatadorin Fallon Sherrock (25), die am Dienstag gegen den klar favorisierten Engländer Ted Evetts antritt, haben sich in den Qualifikationsturnieren durchgesetzt und dürfen nun ihr Glück im Teilnehmerfeld mit 94 Männern versuchen.

"Miracle" Suzuki, wie die 37-Jährige aufgrund ihres Vornamens auch genannt wird, hat zumindest Chancen, das Wunder zu vollbringen. Zu Jahresbeginn hatte sie sich ohne Satzverlust den WM-Titel des kleineren Verbandes British Darts Organisation (BDO) gesichert. Seitdem wird ihr ein ähnlicher Status wie dem 16-maligen Weltmeister Taylor bei den Männern zugesprochen - zumindest was die Vorbildwirkung betrifft.

Suzuki möchte Darts in Japan populärer machen

"Ich wäre gern in der Lage, andere Frauen in Japan für Darts zu begeistern", sagte Suzuki der französischen Nachrichtenagentur AFP: "Ich bin mir sicher, dass wir in Zukunft mehr asiatische Spielerinnen sehen werden."

In Asien fliegt Darts noch unter dem Radar, auch Suzuki warf erst im Alter von 26 Jahren ihre ersten Pfeile.

"Am Anfang war ich richtig schlecht", erzählte Suzuki, die zuvor als Verkäuferin für Kosmetikprodukte und Kleidung in einem Kaufhaus gearbeitet hatte: "Ich habe nie geglaubt, dass ich den Sport professionell ausüben werde."

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Knapp zehn Jahre später gewann sie ihren ersten großen Titel. "Weltmeisterin genannt zu werden, ist besonders", sagte Suzuki und kündigte an: "Aber ich will noch viel mehr gewinnen."

Im legendären Ally Pally wird sie jedenfalls die volle Unterstützung der Fans genießen. Denn mit ihren gebleichten Haaren - mal in pink, in weiß oder blond - sowie mit dem Kinderlied "Baby Shark" als Einlaufmusik hat Suzuki ihren eigenen Stil entwickelt, der wie die Faust aufs Auge in die Welt des Darts passt. Bunt, ausgefallen, unbekümmert - das kommt im Londoner "Bierpalast" gut an.

"Darts ist gender-frei"

Auch PDC-Präsident Barry Hearn will Frauen im Darts weiter fördern. "Die großartige Sache bei Darts ist, dass es gender-frei ist", sagte der Schirmherr der WM im Interview mit The Darts Show: "Es gibt ausgeglichene Voraussetzungen. Wenn du gut genug bist, dann ist es egal, ob du eine Frau oder ein Mann bist, ob du dick oder dünn bist."

Der bis dato letzte im TV übertragene Sieg einer Frau über einen männlichen Gegner liegt bereits zehn Jahre zurück. Damals setzte sich die Russin Anastassija Dombromyslowa beim Grand Slam of Darts gegen Vincent van der Voort durch, der sich auch Jahre später noch Frotzeleien seiner Kollegen anhören muss.

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