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Max Hopp scheitert bei Darts-WM an einem Litauer und verpasst dabei Historisches. Dennoch kann sich der "Maximiser" wenig vorwerfen - und hofft nun auf Kurz.

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Dramatisches Turnier-Aus und nichts für schwache Nerven:

Max Hopp streckte enttäuscht seine Zunge raus und verließ geknickt die große Bühne im Londoner Alexandra Palace. Deutschlands bester Darts-Spieler hat die riesige Chance auf den ersten Achtelfinaleinzug eines Deutschen bei der PDC Darts-WM vergeben. (Darts-WM LIVE im TV auf SPORT1, im LIVESTREAM und LIVETICKER

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Auch in seinem siebten WM-Anlauf verpasste der 23 Jahre alte Hesse damit Historisches. Hopp unterlag in der dritten Runde dem Litauer Darius Labanauskas im Best-of-seven-Modus mit 2:4. (Spielplan und aller Ergebnisse der Darts-WM 2020)

Damit ist aus deutscher Sicht nur noch Turnier-Debütant Nico Kurz (22) im Wettbewerb. Der Industriemechaniker aus Idstein trifft am Montag (13.30 Uhr im TV auf SPORT1, im LIVESTREAM und LIVETICKER) auf Junioren-Weltmeister Luke Humphries (England).

Doppel-Quote wird "Maximiser" zum Verhängnis

Dabei hatte der in der Weltrangliste knapp 60 Plätze besser stehende Hopp gegen Labanauskas einen guten Start erwischt, mit 1:0 und 2:1 vorn gelegen. Doch am Ende scheiterte der "Maximiser" vor allem wegen seiner schwachen Dopppelquote.

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"Ich habe gekämpft wie ein Löwe. Im Vergleich zur zweiten Runde war es ein anständiges Spiel. Am Ende kriege ich noch einmal zwei Darts auf das Doppel, davon muss ich einen reinmachen", sagte Hopp bei SPORT1 und fügte an: "Ich bin mir sicher, dass ich das Spiel bei 3:3 für mich entschieden hätte".

Hopp trotz Aus nicht unzufrieden

In Zahlen betrachtet blieb für Hopp eine Checkout-Quote von 32 Prozent (Labanauskas  50 Prozent) zu wenig. Dazu kam ein Drei-Dart-Average von 92,16 Punkten pro Aufnahme (Labanauskas 91,03).

Für den Profi aus Kottengrün, der seinen Kontrahenten zuvor zweimal besiegt hatte, endet damit ein Jahr "mit vielen Auf und Abs" in einer großen Enttäuschung. Hatte er zum Auftakt gegen den Niederländer Benito van de Pas nach eigener Aussage "nur ein Bruchteil" seines Könnens gezeigt, wurde es gegen Labanauskas kaum besser. Nach der 1:0-Satzführung unterliefen Hopp zu viele Ungenauigkeiten.

Unzufrieden war er dennoch nicht: "Ich entwickele mich von Jahr zu Jahr weiter." Hatte sich Hopp nach seinem Turnierstart bei SPORT1 noch die Schulnote 4- gegeben, so sprach er nun von einer "2-".  Hopp dürfte sich trotz der Niederlage in der Rangliste verbessern, weil er bei der WM kein Preisgeld zu verteidigen hatte.

Alle Augen nun auf Kurz

Die deutschen Hoffnungen ruhen nun allein auf Kurz: "Nico ist ja noch drin und hat gute Chancen. Ich wünsche ihm als letztem deutschen Starter alles Gute", sagte Hopp nach seinem Aus. "Ich glaube, er gewinnt, weil Humphries mit Druck schlecht klarkommt und schnell ungeduldig wird. Nico strahlt dagegen viel Ruhe aus, dass wird seinen Gegner nervös machen. Er kennt Nico auch nicht, hat noch nie gegen ihn gespielt."

Bunting souverän weiter 

Zum Auftakt der Nachmittagsession hatte Stephen Bunting in souveräner Manier das Achtelfinale klar gemacht.

"The Bullet" schlug Johnny Clayton deutlich mit 4:0 und gab dabei lediglich fünf Legs ab. Im ersten Satz verpasste Bunting seinem Kontrahenten sogar einen Whitewash, während Clayton den zweiten Durchgang etwas ausgeglichener gestalten konnte. Danach dominierte Bunting den dritten Durchgang wieder deutlich, bevor Clayton im vierten Satz noch einmal alles probierte.

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Zwar besaß Bunting mit 35 Prozent die niedrigere Checkout-Quote im Vergleich zu Clayton (41 Prozent). Doch "The Bullet" bekam 34 Mal die Chance aufs Doppelfeld, während sein Kontrahent lediglich zwölf Versuche zum Checkout hatte. Im Drei-Dart-Average sah sich Bunting mit 94,58 Punkten pro Aufnahme ebenfalls vorn, denn Clayton kam auf 91,5 Punkte pro Aufnahme. 

Aspinall siegt nach Krimi

Nathan Aspinall und Krzysztof Ratajski dagegen lieferten sich einen Krimi um den Einzug in das Achtelfinale. "The Asp" gewann nach einer Partie auf hohem Niveau mit 4:3. Damit darf der Engländer weiter auf einen ähnlich tiefen Lauf wie im Vorjahr hoffen. Bei der vergangenen WM erreichte er das Halbfinale. 

Aspinall führte bereits mit 3:1, doch Polens bester Dartsspieler glich kämpfte sich zurück und glich aus. Im Entscheidungssatz machte Aspinall dann aber kurzen Prozess und holte sich diesen mit 3:0-Legs. 

Entscheidend für den Sieg war seine starke Doppelquote von 42,86 Prozent.

Die Spiele der Nachmittagssession im Überblick:

3. Runde: Jonny Clayton - Stephen Bunting 0:4
3. Runde: Darius Labanauskas - Max Hopp 4:2
3. Runde: Nathan Aspinall - Krzysztof Ratajski 4:3