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München - Mit Nico Kurz und Max Hopp stehen erstmals zwei Deutsche in der dritten WM-Runde - und lassen Darts-Deutschland träumen. Auch Weltmeister van Gerwen sieht eine Entwicklung.

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Es ist ein Bild, an das sich die deutschen Darts-Fans gewöhnen könnten: Als Nico Kurz erneut seine Hände hinter dem Nacken verschränkte und mit verschmitzem Blick ins weite Zuschauer-Rund des Alexandra Palace blickte, da hatte Deutschlands Newcomer erneut zu etwas Historischem beigetragen.

Die gleiche Pose wie schon zuvor beim  Erstrundensieg gegen James Wilson - nur dass Kurz diesmal den Weltranglisten-15. Joe Cullen nach einer starken Leistung mit 3:1 aus dem WM-Turnier geworfen hatte. "Ich bin so glücklich, dass es geklappt hat. Mir fehlen noch die Worte", sagte der Industriemechaniker hinterher bei SPORT1.

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Kurz darauf krönte Max Hopp dann den deutschen Triumph-Abend mit einem 3:2-Sieg in seinem Auftaktmatch gegen Benito van den Pas, der in der ersten Runde den dritten deutschen Turnier-Teilnehmer Gabriel Clemens eliminiert hatte. 

"Zwei Deutsche in Runde drei – wie toll ist das denn?", jubelte der "Maximiser". Zum ersten mal in der Geschichte der Darts-WM gelang es gleich zwei deutschen Profis, das Ticket für die dritte Runde zu lösen - mit guter Perspektive sogar aufs Achtelfinale.

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Machbare Aufgaben für Hopp und Kurz

Einen Tag vor Heiligabend trifft Kurz nun auf Jugendweltmeister Luke Humphries (Mo., b 13.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1). Für Hopp geht es bereits am Sonntagnachmittag gegen den Litauer Darius Labanauskas weiter. Auch wenn die Frage nach einem deutschen Titel-Gewinn ganz am Ende vermessen klingt - der deutsche Höhenflug nährt zumindest Träume von weiteren Husarenstreichen.

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Hopp gegen Labanauskas Favorit

Der Spielplan könnte dabei in die Hände spielen: Sowohl Hopp als auch Kurz bekommen es mit ungesetzten Gegnern zu tun. Hopp als Weltranglisten-24. geht sogar als klarer Favorit in sein Match gegen den 58 Ränge schlechter dastehenden Labanauskas. Doch der Wiesbadener warnt auch: "Er hat mit Ian White die Nummer elf der Welt rausgehauen."

Dennoch: Zwei Aufeinandertreffen gab es in diesem Jahr bereits, zweimal verließ Hopp als Sieger das Oche. "Er ist bis in die Fingerspitzen motiviert. Aber das bin ich auch", betonte Hopp bei SPORT1.

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Nach seinem Auftritt gegen van de Pas sieht der Deutsche ohnehin noch Steigerungspotenzial, gab sich selbstkritisch die Schulnote 4 minus. Besser machen soll es unter anderem eine gemeinsame Vorbereitung mit Kurz: "Nico ist auch weiter. Das heißt, wir können an unserem freien Tag gemeinsam trainieren, und dann hoffe ich, dass ich Sonntag eine bessere Performance abliefere."

Hopp und Kurz unterstützen sich

Ohnehin unterstützen sich die beiden deutschen Darts-Asse gegenseitig. Hopps Auftaktmatch verfolgte Kurz vor Ort, ganz zur Freude seines Landsmannes: "Er stand sogar bei meinem Spiel unten. Das fand ich klasse." 

Von übertriebenem Konkurrenzdenken also keine Spur - und dass, obwohl Kurz mit seiner lockeren und aufgeräumten Art ordentlich Eindruck macht.

Dabei hat Kurz schon jetzt mehr erreicht, als er sich je ausgemalt hatte. "Ich wollte einfach hier auf die Bühne, mein Spiel abrufen, versuchen das Beste zu geben und dann von Runde zu Runde schauen", so der WM-Debütant.

Auf der Bühne bleibt er völlig gelassen und lässt sich von den lauten Fan-Gesängen nicht ablenken: "Ich habe gemerkt, dass noch genügend Deutsche da sind, die mich unterstützen und meinen Namen gerufen haben. Das macht mich stolz und pusht mich natürlich", erklärt Kurz bei SPORT1.

Hopp: "Sieht gut aus für Darts-Deutschland"

Der "historische Abend", wie ihn Hopp nannte, soll aus nationaler Sicht erst der Anfang gewesen sein. Weltmeister Michael van Gerwen traut vor allem Hopp noch ganz Großes zu. "Er ist in diesem Jahr noch besser als im vergangenen Jahr", sagte "Mighty Mike" im Gespräch mit dem Sportbuzzer. "Für das deutsche Darts insgesamt ist es enorm wichtig, dass es mal ein Spieler in die Top Ten der Weltrangliste schafft."

Hopp selbst sieht das Darts in seinem Heimatland ebenfalls im Aufwind. Spieler wir Gabriel Clemens, Martin Schindler und Robert Marijanovic geben Grund zur Hoffnung. "Wir haben so viele gute Spieler in den nächsten Jahren. Es sieht wirklich gut aus für Darts-Deutschland." Mit möglichen weiteren Coups bei dieser WM...