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München - Im Halbfinale des Grand Slam of Darts (20 Uhr LIVE im TV) stehen vier Spieler, mit denen kaum jemand gerechnet hat. SPORT1 macht mit Max Hopp den Check.

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Der Weltranglistenerste und Dominator der vergangenen Jahre? Raus! Der Sieger der letzten zwei Grand Slams und von vielen als aktuell bester Darts-Spieler bezeichnete Titelverteidiger? Auch ausgeschieden! Und der Weltmeister und Triumphator des letzten Majors? In der Vorrunde blamiert!

Das so außergewöhnliche und von zahlreichen Überraschungen geprägte Darts-Jahr 2020 findet beim Grand Slam in Coventry (Halbfinals heute ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM) seinen vorläufigen Höhepunkt. Michael van Gerwen, Gerwyn Price und Peter Wright haben sich vor dem Halbfinale verabschiedet, die Runde der letzten Vier ist so unprominent besetzt wie lange nicht.

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James Wade ist als Siebter der PDC Order of Merit der einzige gesetzte Spieler in der Vorschlussrunde. Mit Dimitri Van den Bergh war nach seinem Triumph beim World Matchplay im Sommer zu rechnen, doch der Siegeszug von José de Sousa und Simon Whitlock kommt äußerst unerwartet. (Spielplan und Ergebnisse des Grand Slam of Darts)

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Einer aus diesem Quartett wird am Dienstag die Eric-Bristow-Trophy in die Höhe stemmen. Doch wer ist nun der Favorit? SPORT1 analysiert mit Deutschlands Darts-Star Max Hopp die Chancen der Halbfinalisten.

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José de Sousa (The Special One)

Der Portugiese ist die größte Überraschung unter den Halbfinal-Teilnehmern. Der 46-Jährige hat mit Michael Smith, Dave Chisnall und Krzysztof Ratajski beim Grand Slam bereits drei Hochkaräter besiegt.

Dass er sich auf der großen Bühne vor TV-Kameras wohlfühlt, hat sein Neun-Darter bei den European Championship bewiesen.

"Er ist brandgefährlich. Er hatte eine enorme Scoringpower. Er hat sehr viele 180er im Viertelfinale gegen Michael Smith geworfen", betont Hopp bei SPORT1 die Stärken de Sousas.

Für den einzigen Portugiesen auf der PDC-Tour spricht die Coolness und Ruhe am Oche, allerdings hat er davor noch nie ein Major-Halbfinale gespielt. Gegen Whitlock dürfte es ein sehr enges Match geben.

Simon Whitlock (The Wizard)

Der Australier hat sich den Ruf, 2020 van Gerwens Alptraum zu sein, seit Sonntagabend wahrlich verdient. Mit einer bemerkenswerten Hartnäckigkeit warf der Wizard MvG im entscheidenden 31. Leg raus. Schon beim World Matchplay hatte er den Niederländer besiegt, da jedoch deutlich mit 11:4.

Der neue Grand-Slam-Rekord von 20 Maxima in einem Match sind ein absolutes Ausrufezeichen – zumal Whitlock nicht unbedingt als 180er-Maschine galt.

Im Duell mit de Sousa wird sich durchsetzen, wer sich auf die Doppel konstanter präsentiert. Das Scoring beherrschen beide exzellent, beim Checken zeigten sowohl de Sousa als auch Whitlock bisweilen Schwächen in Coventry.

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Dimitri Van den Bergh (The Dreammaker)

"Er ist für mich die Überraschung des Turniers bisher. Er spielt enorme Averages, hat schon den Rekord von Phil Taylor in der Gruppenphase gebrochen", bringt es Hopp auf den Punkt und räumt dem Belgier gute Chancen auf den Titel ein.

Van den Bergh hat eine phänomenale Vorrunde gespielt und mit einem Drei-Dart-Average von 114,65 Punkten gegen Ricky Evans sogar einen neuen Turnierrekord bei der Distanz Best-of-9 Legs aufgestellt, dazu schrammte er im Turnierverlauf zweimal haarscharf am Neun-Darter vorbei.

Im Viertelfinale gegen Nathan Aspinall ließ ihn seine Topleistung ein wenig im Stich, er setzte sich nur mit Glück im Entscheidungsleg durch. Doch der 26-Jährige nahm das Positive mit.

"Ein echter Champion kann aber auch dreckig gewinnen. Ohne Zweifel. Ich kann so viel besser sein, so viel konstanter", hielt Van den Bergh, der in der ersten Lockdown-Phase bei Weltmeister Wright gewohnt und dabei viel vom Schotten gelernt hatte, bei Sky Sports fest.

Sollte er sein A-Game aus der Gruppenphase wiederfinden, wird es Wade schwer haben.

James Wade (The Machine)

Der Engländer ist mit neun Major-Titeln der erfolgreichste Spieler unter den Halbfinalisten. 2020 zeigt sich der Ehemann des früheren Walk-on-Girls Sammi Marsh deutlich verbessert als in den vergangenen Jahren.

Hopp konstatiert: "Ihn zeichnet seine Souveränität aus. Der Mann ist schon lange dabei und seit Jahren fester Bestandteil der Top Ten. Man hat gerade in der entscheidenden Phase des Matches (Viertelfinale gegen Damon Heta; Anm. d. Red.) gesehen, wie abgeklärt er ist und wie cool er die Doppel checkt."

Dies belegt die Statistik. Mit 51,25 Prozent (41 Treffer bei 80 Versuchen) weist Wade die beste Checkoutquote des gesamten Turniers auf – eine Seltenheit für einen Spieler, der so weit gekommen ist. Normalerweise führen Akteure diese Statistik an, die früh ausgeschieden sind und in weniger Partien stark auf die Doppel waren.

Mit einem Turnier-Average von 99,27 Punkten sind nur van Gerwen (100,33) und sein Halbfinalgegner Van den Bergh (101,46) besser als Wade.