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München - Die Darts-WM steht vor der Tür. Für einen der besten deutschen Dartsspieler Max Hopp ist sie die nächste Möglichkeit, sich in der Weltelite zu etablieren.

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Max Hopp ist laut seiner eigenen Website "Deutschlands erfolgreichster Dart-Spieler" und trotzdem wartet der 24-Jährige nach wie vor auf den ganz großen Wurf.

Am 15. Dezember startet die Darts-WM 2021, das wichtigste Turnier des Jahres. Hopp wird bereits zum achten Mal dabei sein. Allein die Anzahl seiner Teilnahmen zeigt, was für ein Ausnahmetalent er ist. Doch die riesigen Erwartungen konnte er bisher nur in Ansätzen erfüllen.

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Als Teenager hätte Hopps Aufstieg steiler kaum sein können. Nachdem er schon mit 13 Jahren erste Jugendturniere gewann, holte er 2012 den ersten wichtigen Titel seiner Karriere. Er gewann die WDF-Jugend-Europameisterschaft und plötzlich war er bei der WM dabei. Mit gerade mal 16 Jahren und als zweitjüngster Spieler der Geschichte.

Die Darts-WM 2021 im Alexandra Palace ab dem 15. Dezember LIVE auf SPORT1 im Free-TV und Livestream

Max Hopp: Deutschlands große Darts-Hoffnung

Zu dieser Zeit begann auch in Deutschland gerade der große Darts-Hype. Die Weltmeisterschaft wurde in vielen deutschen Haushalten zur weihnachtlichen Tradition. Da kam ein deutsches Supertalent natürlich gelegen.

Bei seinen ersten Weltmeisterschaften kam der Rechtshänder nicht über die erste Runde hinaus. Bei der WM 2015 schaffte er es erstmals in Runde zwei und schlug in Mervyn King einen etablierten Star. Im selben Jahr gelang ein weiterer großer Erfolg, als er als jüngster Spieler aller Zeiten, die Jugendweltmeisterschaft der PDC gewann. Im Finale gegen keinen geringeren als den heutigen Top-Ten-Star Nathan Aspinall.

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Doch es sollte weitere drei Jahre dauern bis der Maximiser auch auf der großen Bühne der Senioren seine ersten Erfolge feiern durfte. Im Jahr 2018 gewann er als erster Deutscher überhaupt ein PDC-Turnier: sowohl die German Darts Open in Saarbrücken als auch die Players Championship Nr. 19. Das war der Punkt, an dem aus dem Mega-Talent ein Top-Spieler werden sollte. Aber es kam anders.

Das folgende Jahr 2019 war kein schlechtes. Hopp kam erstmals in die dritte Runde der Weltmeisterschaft, wo er gegen den späteren Sieger Michael van Gerwen ausschied. Bei den UK Open war er unter den letzten 32 und beim German Darts Grand Prix erneut im Halbfinale. Solide Leistungen für einen immer noch sehr jungen Profi. Zum Jahresabschluss erreichte er bei der WM wieder die dritte Runde. Dort scheiterte er überraschend am Litauer Darius Labanauskas.

Max Hopp nach seiner Niederlage bei er Darts-WM gegen Darius Labanauskas
Max Hopp nach seiner Niederlage bei er Darts-WM gegen Darius Labanauskas © Getty Images

Hopp muss an "Kaltschnäuzigkeit arbeiten"

Hopp verriet im Gespräch mit SPORT1, was sein Problem auf der ganz großen Bühne ist. "Ich muss da noch ein bisschen an meiner Kaltschnäuzigkeit arbeiten."

Das Corona-Jahr 2020 startete unglücklich für die aktuelle Nummer 39 der Welt. Pfeiffersches Drüsenfieber machte ihm den Saisonstart zunichte. Darauf folgten eine lange Corona-Pause und eher durchwachsenen Leistungen bei den Turnieren nach dem Restart. Nur beim World Cup of Darts erreichte Hopp im Zweiergespann mit Gaga Clemens erstmals das Halbfinale.

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Ebendieser Gabriel Clemens ist es auch, der mittlerweile an Hopp als Deutschlands Nummer eins vorbeigezogen ist. Das sieht Hopp aber nur als Ansporn. "Ich freue mich, einen richtigen Konkurrenten zu haben, der mir dauerhaft einen Konkurrenzkampf liefert."

Max Hopp tritt seit einiger Zeit dagegen ein wenig auf der Stelle. Er selbst sagt: "Ich entwickle mich noch, aber sicherlich war in den letzten Jahren mehr drin." Bei der Weltmeisterschaft im legendären Ally Pally bietet sich ihm die nächste Chance, den Status des ewigen Talents zu überwinden.

Hopp: "Habe hoffentlich noch 20 Jahre vor mir"

Schafft er endlich den ganz großen Wurf? "Alle Favoriten sind schlagbar – das hat man in den vergangenen Monaten gesehen. Das ist für vermeintliche Außenseiter eine große Chance." Den relativ unbekannten Australier Gordon Mathers sollte er in Runde eins schlagen, danach käme es - fünf Jahre nach seinem ersten WM-Coup - zum erneuten Duell mit King. Vielleicht wird es der Startpunkt für den ganz großen Wurf.

Sein Alter jedenfalls lässt darauf hoffen, dass er noch einige Titel nach Deutschland holen wird. "Ich bin jetzt 24, habe hoffentlich noch 20 Jahre vor mir und dann gelingt mir das hoffentlich."

Was auch immer passieren mag, eines steht fest: "Die Liebe zum Spiel verliere ich nie."