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München - Martin Schindler nimmt aktuell nicht an der Darts Superleague teil. Das Fehlen des 23-Jährigen hat einen ernsten Hintergrund, auch seine Tourcard ist bedroht.

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Martin Schindler ist eine der größten Hoffnungen im deutschen Dartssport.

Doch während seine Kollegen aktuell noch bis zum 14. Juni bei der HYLO CARE PDC Europe Superleague Germany (LIVE im TV auf SPORT1) um ein WM-Ticket kämpfen, fehlt der Name Schindler.

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Die Sache hat einen ernsten Hintergrund, wie der Mann mit dem Spitznamen "The Wall" im Gespräch mit SPORT1 erzählt.

"Ich habe eine Vorerkrankung an der Lunge. Belastungsasthma hat mich schon in der Schule eine Zeit lang gehindert, am Sportunterricht teilzunehmen. Ich will es nicht riskieren, mich anzustecken und bleibe dem Motto "Stay at Home" treu", so der 23-Jährige.

Schindler sorgt sich um Dartssport

Auch wenn Schindler "nicht direkt Ängste hat", macht ihm die Corona-Krise auch im Hinblick auf den Dartssport Sorgen: "Mir stellte sich die Frage, ob es überhaupt mit Darts-Turnieren weitergeht. In England sieht es aktuell nicht so gut aus."

Schindler hat daher "die Befürchtung, dass dieses Jahr keine Weltmeisterschaft stattfinden wird" - zumindest nicht in Großbritannien. Der 23-Jährige glaubt deshalb: "In Deutschland wäre eine Darts-Weltmeisterschaft eher möglich, weil wir einfach ein besseres Gesundheitssystem haben."

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Teilnehmer an der Superleague wie Gabriel Clemens oder Nico Kurz sieht Schindler angesichts der aktuellen Situation sogar im Vorteil für künftige Turniere. "Generell ist die Super League das beste Training, das man haben kann. Jetzt noch mehr, gerade was den Kopf angeht."

Schindler von Kurz beeindruckt

Die Entwicklung von Titelverteidiger Kurz, der ihn im Vorjahr im Finale der Superleague besiegt hatte, beeindruckt Schindler sehr: "In seiner ersten Saison hatte er noch Schwierigkeiten und danach ging es auf einmal los. Ich dachte mir: Was ist mit Nico passiert? Wo kommt das auf einmal her?"

Schindler vermutet, dass es mit dem wachsenden Selbstbewusstsein zu tun hat. Zudem ist der 23-jährige Kurz wie er selbst "in einem Alter, in dem die Leistungskurve beim Darts am steilsten ist. In diesen frühen 20er-Jahren kann man noch so viel an seinem Spiel verändern."

Während Kurz erst seine Ausbildung abschloss, hatte sich Schindler direkt für den Weg auf die Tour entschieden. Eine mutige Entscheidung: "Ich bin bei mir auch nicht zu 100 Prozent sicher, ob es der richtige Zeitpunkt war. Ich bin jetzt jemand, der ohne Ausbildung oder Studium im Leben steht."

Doch kurz nach der Schule habe er "so gut Darts gespielt, dass ich die Tour-Card gewonnen habe. Dann habe ich auf diese Karte gesetzt und bin das Risiko gegangen. Ich habe schon eine andere Wahl gehabt, aber manchmal muss man Risiko eingehen, um den Preis zu gewinnen."

Schindler droht Tourcard zu verlieren

Aktuell zahlt sich dieses Risiko allerdings nicht aus. Schindler liegt nur noch auf Rang 51 der Weltrangliste und wird wahrscheinlich seine am Ende des Jahres auslaufende Tourcard verlieren, falls er sich nicht für die WM qualifiziert.

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"Durch die Nicht-Teilnahme an der WM ist viel Geld verloren gegangen sowie dieses mehr oder weniger desaströse Jahr 2019. Ich habe nicht gut gespielt und muss dafür jetzt einfach den Preis bezahlen", zeigt sich Schindler selbstkritisch.

Kampflos gibt er seine Tourcard aber nicht her: "Ich will nicht raus aus den Top 64. Ich werde alles geben, um bei der WM mit dabei zu sein. Ich werde mich bestimmt nicht unterkriegen lassen und bestimmt nicht von irgendwelchen Dummschwätzern, die im Internet auf dicke Hose machen."

Schindler: Mulmiges Gefühl wegen OP

Schindler, der erst vor kurzem umgezogen ist und Twitch als neues Hobby für sich entdeckt hat, hat im Moment aber erst einmal andere Sorgen. Er muss nach Berlin - aber nicht, um Darts zu spielen, sondern zum Zahnarzt.

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"Ich bin etwas ängstlich, denn ich habe eine Operation in ein paar Tagen. Meine Weisheitszähne kommen endlich raus, die wachsen in den Kiefer rein. Es ist immer noch ein mulmiges Gefühl. Eine Operation ist einerseits schwierig, andererseits ist da die Gefahr, draußen zu sein und sich anzustecken."

Den Dartssport hat Schindler in der Zwischenzeit aber keineswegs vergessen: "Je weiter die Corona-Zeit voranschreitet, desto mehr nähere ich mich wieder einem intensiveren Trainingsplan. Sprich mit Dartspielen. Wenn das mit den Weisheitszähnen endgültig vorbei ist, wird es richtig los gehen."