Gary Anderson verpasst den Sieg beim Grand Slam of Darts: Der Schotte patzt nach seinem Coup gegen Michael van Gerwen im Finale gegen Außenseiter Gerwyn Price.

von SPORT1

Doppel-Weltmeister Gary Anderson hat den Sieg beim Grand Slam of Darts verpasst. 

Der Schotte unterlag Außenseiter Gerwyn Price (Wales) im Finale sensationell mit 13:16. Zuvor war bereits die Siegesserie von Topfavorit Michael van Gerwen gerissen. 

Der Weltranglisten-Erste hatte das Turnier in Wolverhampton zuvor drei Mal in Folge gewonnen. In diesem Jahr war der Niederländer in einem hochklassigen Halbfinale an Anderson gescheitert (12:16). 

Das Finale sollte dann eigentlich nur noch Formsache für Anderson werden. Price hielt bis zum 8:8 mit. Dann zog sein Gegner mit einem Zwischenspurt davon. Die Vorentscheidung war gefallen – so dachten alle.

"Anderson ist sehr erfahren. Er weiß, worauf es ankommt. Ich glaube auch, dass er gewinnen wird", sagte der deutsche Darts-Profi Martin Schindler bei SPORT1. Da lag der Favorit noch mit einem Break vorne. 

Pfiffe stacheln Price an

Price belehrte alle eines Besseren. Er drehte einen 8:11-Rückstand und brachte Anderson zunehmend aus dem Konzept.

Bei seiner Aufholjagd jubelte er mehrmals demonstrativ vor dem Weltmeister. Dabei rempelten sich die beiden Widersacher sogar einmal an. Anderson versuchte die Spitzen anfangs noch wegzulächeln. Doch je mehr Provokationen von Price kamen, desto grimmiger schaute er seinen Rivalen an. 

Die Zuschauer schlugen sich auf die Seite des Schotten und buhten Price für seine Aktionen aus. Der aber lief trotz der Pfiffe zur großen Form auf. Plötzlich lag der Waliser 14:13, später sogar 15:13 in Führung.

Anderson verweigert Handschlag

Anderson hatte nichts mehr zuzusetzen. Einen Handshake verweigerte er seinem Gegner, als die Niederlage feststand. Offenbar aus einem guten Grund.

Denn beim Sieger-Interview verhöhnte ihn Price auch noch. "Ich wusste, dass Gary Anderson unter dem Druck zusammenbricht. Und so ist es auch gekommen", sagte der Sieger. "Pech für ihn. Er jammert immer, dabei soll er sich auf sein eigenes Spiel konzentrieren."

Price hatte das Publikum im Turnierverlauf bereits mehrfach mit provokanten Gesten und überschwänglichem Jubel gegen sich aufgebracht. 

Im Finale wirkte er dann angestachelt, je lauter die Unmutsäußerungen gegen ihn ertönten. "Wenn ich der Typ sein muss, der diesen Weg geht, um zu gewinnen, dann bin ich das", sagte Price.

Für ihn ist der Triumph der vorläufige Höhepunkt seiner Karriere. Vor etwas mehr als fünf Jahren war Price noch Rugby-Spieler. "Heute ziehe ich den Darts-Spielern das Geld aus der Tasche", sagte Price in einem Anflug von Arroganz. 

Jetzt spielt er auf der Weltbühne des Darts-Sports. Im Halbfinale hatte er den Österreicher Mensur Suljovic ausgeschaltet. 

Gegen Anderson hatte am Samstag bereits der deutsche Senkrechtstarter Michael Unterbuchner das Nachsehen gehabt. 

Finale (Best-of-31-Legs):
Gerwyn Price - Gary Anderson 16:13

Halbfinale (Best-of-31-Legs):
Mensur Suljovic - Gerwyn Price 12:16
Michael van Gerwen - Gary Anderson 12:16