Van Gerwen auf der Jagd nach dem fünften EM-Titel in Serie: "Wäre unglaublich" Michael van Gerwen hat den fünften EM-Titel in Folge im Blick
Michael van Gerwen hat bereits zweimal die PDC Weltmeisterschaft gewinnen können © Getty Images

München - Michael van Gerwen spielt seit 2003 professionell Darts. 2007 wechselte er zur PDC, wo er bereits zweimal Weltmeister wurde. SPORT1 zeigt seine Karriere und Erfolge.

von SPORT1

Michael van Gerwen - Der Darts-Ritter

Geboren: 25.4.1989 in Boxtel (Niederlande)
Familienstand: Verheiratet, 1 Kind.
Spitzname: Mighty Mike, oft auch nur kurz MvG
Wurfhand: rechts
Einlaufmusik: "Seven Nation Army" von White Stripes

Michael van Gerwen – ein Name wie ein Versprechen in der Darts-Welt. Egal ob die PDC Weltmeisterschaft, das World Matchplay oder den Grand Slam of Darts, "Mighty Mike" hat sich bei jedem Turnier von Rang und Namen schon in die Siegerliste eingetragen.

Er hat das Szepter von Phil Taylor übernommen und dominiert die internationale Darts-Szene wie Taylor zu seiner besten Zeit. Aber anders als beim Engländer war für "MvG" der Weg zum Dart keine Berufung, sondern eher eine Flucht.

Flucht als Kind zum Darts

Als Kind hatte er klassisch in einem Fußballverein gespielt, allerdings ohne jegliches Talent. "Aufgrund meines Körperumfangs wurde ich als Verteidiger eingesetzt. Ich war grottenschlecht. Ich hätte 24 Stunden am Tag trainieren können, es hätte nichts gebracht", bewertete van Gerwen die Zeit 2015 in einem Spiegel-Interview.

Und in einem Nebensatz hört man schon ein weiteres Problem anklingen. Mit seinem Körperumfang hatte er als Kind stark zu kämpfen. “Ich wurde gemobbt, weil ich dick war. Das hat mich schwer getroffen und ich wusste mir damals nicht besser zu helfen, als zuzuschlagen und mir so vermeintlich Respekt zu verschaffen", gibt van Gerwen im Spiegel Einblick in sein Leben.

Aber dann kam sozusagen sein Erweckungserlebnis. Im Alter von 12 wurde er zu einem Darts-Jugendturnier eingeladen und gewann prompt. "Zum ersten Mal bekam ich so etwas wie Anerkennung im Sport, das war für mich die beste Motivation. Mir wurde klar, dass Darts möglicherweise mein Sport ist."

Die Zeit in der BDO

Ab da ging es dann auch steil bergauf. Er gewann so ziemlich jedes Jugendturnier, bei dem er teilnahm und begann 2003 seine Karriere bei der BDO. 2007 folgte dann sein Wechsel in die PDC. Der Wechsel ging allerdings nicht ganz geräuschlos über die Bühne.

Nach seinem Erfolg als jüngster Sieger (17 Jahre und 174 Tage) bei den Winmau World Masters 2006 kamen Gerüchte auf, dass sich "MvG" dem konkurrierenden Verband PDC anschließen könnte. Die Gerüchte wurden so laut, dass sich van Gerwen genötigt sah, diese per Pressekonferenz zu beantworten. Er will bei der BDO bleiben und lehnte darüber hinaus seinen Startplatz bei der PDC-Weltmeisterschaft ab.

Nach seinem sang- und klanglosen Ausscheiden in der ersten Runde bei der BDO Weltmeisterschaft 2007 wurde dann aber noch in der Nacht sein Wechsel in die PDC verkündet.

Bei der PDC WM 2008 hatte Michael van Gerwen - damals noch mit Haaren - Matchdart gegen Phil Taylor
Bei der PDC WM 2008 hatte Michael van Gerwen - damals noch mit Haaren - Matchdart gegen Phil Taylor © Getty Images

Der Wechsel zur PDC

Hier erlebte er seinen ersten leichten Karriereknick. Ganze zwei Jahre dauerte es bis zum ersten Preisgeld in der PDC. Den erste Major-Titel feierte er dann beim World Grand Prix 2012.

Ab dem Moment war MvG nicht mehr zu halten. Er gewann 2013 die Players Championship Finals und die Premier League und krönte seinen Lauf mit seinem ersten WM-Titel bei der PDC Weltmeisterschaft 2014. Im Finale konnte er sich souverän mit 7:4 gegen Peter Wright durchsetzen. Dabei bekam er auch einen Vorgeschmack auf die Rolle des Superstars. Da der bisherige Platzhirsch Phil Taylor bereits in der 2. Runde ausschied, wurde "Mighty Mike" zum Gesicht des Turniers.

2014 gewinnt Michael van Gerwen erstmals die PDC Weltmeisterschaft
2014 gewinnt Michael van Gerwen erstmals die PDC Weltmeisterschaft © Getty Images

Als Belohnung für den Triumph rückte er auch noch auf Rang eins der Weltrangliste vor und löste Phil Taylor ab, der seit 2008 unangefochten an der Spitze stand. Aber nicht in jeder Statistik konnte der Niederländer Taylor übertrumpfen. Im direkten Vergleich hat der Engländer mit einer Siegquote von 54,84 Prozent die Nase leicht vorne.

2017 konnte er den Triumph bei der PDC-Weltmeisterschaft wiederholen. Dazwischen siegte er unter anderem beim World Cup of Darts, WSoD Final und dem Grand Slam of Darts.

MvG wird zum Ritter geschlagen

Die größte Ehre wurde ihm aber 2018 zuteil. Am 26. April wurde er vom niederländischen König Willem-Alexander zum Ritter im Orden von Oranien-Nassau geschlagen. "Meine Eltern waren richtig stolz auf mich. Ich glaube, dass ich vom Königspaar empfangen wurde, hat ihnen mehr bedeutet als meine WM-Trophäe."

Hier schließt sich der Kreis zu seiner Kindheit. Tatsächlich hat er im Darts die Anerkennung gefunden, die er in seiner Kindheit lange Zeit vergeblich gesucht hatte. Eine Tatsache, die MvG kurz, aber nicht ohne Genugtuung registriert. „Heute bin ich der, der lacht.“

Karriereerfolge (Auswahl)

PDC

2018: Sieger Premier League, World Grand Prix, The Masters und PDC World Cup of Darts (mit Raymond van Barneveld)
2017: Sieger Premier League, The Masters, PDC Weltmeisterschaft, Grand Slam of Darts, Players Championship Finals, European Darts Championship und PDC World Cup of Darts (mit Raymond van Barneveld)
2016: Siege Premier League, World Grand Prix, The Masters, Grand Slam of Darts, Players Championship Finals und European Darts Championship
2015: Sieger The Masters, Grand Slam of Darts, Players Championship Finals und European Darts Championship
2014: Sieger World Grand Prix, PDC Weltmeisterschaft, European Darts Championship und  PDC World Cup of Darts (mit Raymond van Barneveld)
2013 Sieger: Premier League und Players Championship Finals
2012: Sieger: World Grand Prix

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BDO

2011: Sieger: Jägermeister Open, Open Nederhemert und Open Willemstad
2008: Sieger: Gleneagle Irish Masters
2006: Sieger: Belgium Classics

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