Claudia Kohde-Kilsch (r.) gewann 1988 Olympia-Bronze mit Steffi Graf in Seoul
Claudia Kohde-Kilsch (r.) gewann 1988 Olympia-Bronze mit Steffi Graf in Seoul © Imago
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München - Claudia Kohde-Kilsch nimmt an "Promi Big Brother" teil - ein Traum, wie sie sagt. Die Olympia-Partnerin von Steffi Graf hat Schicksalsschläge hinter sich.

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Ein Umzug in den Container - was auf den ersten Blick nicht sonderlich attraktiv klingt, ist für Claudia Kohde-Kilsch die Erfüllung eines riesengroßen Traums.

"Ist das nicht der Wahnsinn? Ich bin Big-Brother-Fan der allerersten Stunde und freu mich tierisch, dass ich jetzt endlich mal selbst dabei sein kann", sagte die 56-Jährige mit einem breiten Grinsen im Gesicht.

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Am Freitag beginnt auf Sat.1 die nächste Staffel von "Promi Big Brother". Die Finalisten unter den 14 Teilnehmern, zu denen unter anderem auch Kathy Kelly, die älteste Schwester der Kelly Family gehört, sind drei Wochen hermetisch von der Außenwelt abgeriegelt.

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24 Stunden lang werden sie von Kameras beobachtet, Privatsphäre Fehlanzeige, selbst der Kontakt zum engsten Umfeld ist bereits seit letztem Donnerstag untersagt, Handys und Laptops sind streng verboten.

Familiäre Schicksalsschläge

Dennoch wünscht sich Claudia Kohde-Kilsch nichts sehnlicher als eine Finalteilnahme: "Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn ihr mich unterstützt, wo es nur geht, wenn ihr für mich anruft, für mich votet, dass ich es vielleicht bis ins Finale schaffe." Das fände sie "echt mega-mega-mega-mäßig, drückt mir die Daumen, wünscht mir viel Glück".

Nicht immer in ihrem Leben nach ihrer Karriere hatte CKK dieses Glück: Kohde-Kilsch war einst eine Weltklasse-Doppelspielerin, mit der Tschechin Helena Sukova bildete sie die legendären "Twin Towers", siegte mit ihr in Wimbledon und bei den US Open. 1987 gewann sie den Fed Cup und 1988 Olympia-Bronze an der Seite der deutschen Ikone Steffi Graf, auch sechs Einzelerfolge und weitere Doppel-Triumphe stehen auf ihrem Konto, unter anderem mit der früh verstorbenen Jana Novotna.

Nach ihrer Karriere musste Kohde-Kilsch einige Schicksalsschläge wegstecken: Vor 20 Jahren starb ihr Vater Hermann Kohde, 2011 musste sie Regelinsolvenz anmelden, nachdem ihr Stiefvater Jürgen Kilsch, 2012 verstorben, ihr Vermögen durchgebracht hatte. Vor zwei Jahren dann starb der Vater ihres heute 20-jährigen Sohnes Fynn an plötzlichem Herzversagen.

Und dennoch ist Claudia Kohde-Kilsch stets geblieben, was sie schon während ihrer sportlichen Karriere war: Ein Mensch mit viel Herzenswärme, Mitgefühl und Empathie, eine, die sich immer für die einsetzt, die nicht im Licht stehen.

Claudia Kohde-Kilsch (l.) arbeitet nach ihrer Karriere als Tennis-Trainerin
Claudia Kohde-Kilsch (l.) arbeitet nach ihrer Karriere als Tennis-Trainerin © Imago

Bundestrainerin für Rollstuhltennis

Heute ist CKK Bundestrainerin des Deutschen Tennis Bundes für den Bereich Rollstuhltennis, und wer einmal erlebt hat, wie liebevoll sie mit ihren Schützlingen umgeht, nimmt ihr die Passion für diese Aufgabe ohne jeden Zweifel ab.

In ihrer Heimatstadt Saarbrücken führt die einstige Weltklassespielerin ein zurückgezogenes glückliches Leben mit ihrem Sohn, ihrem Lebensgefährten Sven und dem heißgeliebten Familienhund Filou.

Unter dem Label "Filou and You" bietet sie handgefertigte Hundeleinen, Halsbänder und anderes Zubehör für Vierbeiner an, oft sitzt sie selbst stundenlang mit viel Herzblut in der Werkstatt.

CKK will als Schlichterin auftreten

Und dann gibt es natürlich auch noch die politische Claudia Kohde-Kilsch. Ab Mai 2012 war sie Pressesprecherin der Landtagsfraktion der Linken im Saarland und von 2014 bis 2019 Mitglied im Stadtrat von Saarbrücken, ehe sie die Partei trotz Wiederwahl nach internen Unstimmigkeiten verließ und sich der SPD-Fraktion anschloss.

Und nun also Big Brother. "Wünscht mir eine tolle Zeit", bittet sie ihre Freunde und Fans. Wenn es im Container Unstimmigkeiten geben sollte, sieht sie sich als ausgleichenden Faktor. "Wenn es zwischen zwei anderen Bewohnern knallt, werde ich mich einmischen und dazwischengehen", kündigt sie an. 

Und wenn sie selbst von jemandem attackiert wird? "Dann setze ich mich zur Wehr und sage meine Meinung. Allerdings immer niveauvoll." Aber: "Wenn jemand schnarcht, könnte das eine Herausforderung für mich sein. Und duschen werde ich definitiv nur im Bikini."