Beachvolleyballerin Karla Borger übt wegen Katar auch Kritik an Karl-Heinz Rummenigge vom FC Bayern
Beachvolleyballerin Karla Borger übt wegen Katar auch Kritik an Karl-Heinz Rummenigge vom FC Bayern © Credit: SPORT1-Grafik/Imago
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München - Im Zuge des Kleiderordnungs-Zoffs in Katar bekräftigt Beachvolleyballerin Karla Borger bei SPORT1 ihre Kritik - und spart dabei auch Bayern-Boss Rummenigge nicht aus.

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Dieser Konflikt hat hohe Wellen geschlagen - und auch nach dem Machtwort des Weltverbands FIVB schwelt der Zoff um die Bekleidungsvorschriften beim Beachvolleyball-Turnier in Katar (8. bis 12. März) weiter:

Worum geht's? Die katarischen Behörden hatten für die Wettkämpfe zunächst festgelegt, dass Spielerinnen in Shirts und knielangen Hosen starten sollen statt wie sonst üblich im Sport-Bikini, ehe es der Verband am Dienstag den Teilnehmerinnen dann freistellte, in welchem Outfit sie trainieren und spielen dürfen.

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So oder so: Das deutsche Duo Karla Borger/Julia Sude verzichtet auf seinen Start aus Protest. Borger erneuerte im SPORT1-Podcast Sag Mal nun ihre Kritik am Vorgehen der Veranstalter.

"Es geht nicht darum, dass wir uns nicht anpassen wollen. Unsere Arbeit in unserer Arbeitskleidung wird uns verboten, so wie wir es in anderen Ländern ausführen würden", sagte die 32-Jährige aus Heppenheim. "Ich finde, man sollte hinterfragen, warum ein Turnier dort stattfindet."

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Beachvolleyball: Borger/Sude und die Bikini-Debatte

Ähnlich hatte sich Borger zuvor auch schon im Deutschlandfunk geäußert.

Das World-Tour-Turnier hatte im Vorfeld noch zusätzlich für Zündstoff gesorgt, weil die Event-Veranstalter ihre anfängliche Verfügung mit einem Dementi abzutun versuchten - was Borgers und Sudes Manager wiederum eine "Lüge" nannte.

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"Das stimmt nicht, es steht in den Turnier-Regularien vom 16. Februar", sagte Constantin Adam dem SID. Dort heiße es, Frauen hätten statt der üblichen Sport-Bikinis "aus Respekt vor der örtlichen Kultur und Tradition T-Shirts mit kurzen Ärmeln und knielange Hosen" zu tragen, auch im Training. (NEWS: Alles zum Beachvolleyball)

Borger meinte nun bei SPORT1 zu ihrem Verzicht: "In meinem Kopf schwirrte immer rum, dass es nicht richtig wäre, dort ein Turnier stattfinden zu lassen." Wenngleich die Hessin die Konsequenz hierzu rein sportlich mit Sude sogar entspannt sehen könnte.

Verzicht auf Katar-Turnier - Olympia fast sicher

"Sportlich gesehen passt das Turnier bei uns nicht rein, und es ist nicht wichtig, das Turnier zu spielen", sagte Borger, die mit Sude statt der Turnier-Teilnahme nun ein zweiwöchiges Trainingslager in Spanien abhalten will. "Die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns für Olympia qualifizieren, ist sehr hoch, deshalb können wir es uns auch erlauben, das Turnier nicht zu spielen."

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Dass es bei der Konkurrenz andere Zwänge gibt, weiß sie sehr wohl. "Ich respektiere alle Athletinnen, die dorthin reisen. Es geht um Olympiapunkte und Preisgeld. Wenn dieses Jahr Olympia stattfinden sollte, ist das Turnier sportlich enorm wichtig. Einige sind wegen des Traums Olympia auch gezwungen, zu spielen."

An der Kritik im Bikini-Gate und an den (zunächst geforderten) Verhältnissen vor Ort ändere das trotzdem nichts: "Es fühlte sich von Anfang an extrem komisch an. Ich weiß nicht, was ich getan hätte, wenn wir das Turnier gebraucht hätten. Selbst wenn ich es gespielt hätte, hätte ich mich geäußert."

Borger mit Kritik an Bayern-Boss Rummenigge

Äußern mag sich Borger auch zum Umgang des Profifußballs mit Katar - und kommt dabei auch auf den dortigen Triumph des FC Bayern zu sprechen: "Dass die Schiedsrichterin bei der Klub-WM nicht abgeklatscht wird, sieht schon komisch aus. Herr Rummenigge (Bayern-Vorstandsboss, Anm. d. Red.) hat versucht sich da rauszureden, aber das ist ihm nicht gelungen."

Im Zusammenhang mit der Klub-WM in Katar waren die Bayern und Rummenigge einmal mehr für ihre Partnerschaft mit dem Emirat scharf kritisiert worden.

Im Aktuellen Sportstudio des ZDF hatte Rummenigge dazu kürzlich entgegnet: "Es ist dort eine andere Kultur und Religion vorhanden. Alle, die mit dem arabischen Golfstaat zu tun haben, werden bestätigen, dass Katar schon ein gehöriges Stück nach vorne gekommen ist, was Menschen- und Arbeitsrechte betrifft."