Alexander Walkenhorst hat eine neue Beach-Liga ins Leben gerufen
Alexander Walkenhorst hat eine neue Beach-Liga ins Leben gerufen © Imago
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München - Der Beachvolleyball nimmt den Spielbetrieb wieder auf und hat dafür eine neue Liga ins Leben gerufen. Alexander Walkenhorst hat entscheidenden Anteil daran.

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Keine Turniere, keine Spiele, kein Training: Das Coronavirus hatte Beachvolleyball - wie auch nahezu alle anderen Sportarten - in den vergangenen Wochen komplett stillgelegt.

Seit kurzem darf wieder trainiert werden. Unter strengen Auflagen natürlich. Doch die deutsche Beach Tour wurde bereits im März komplett abgesagt. Ein ganzer Sommer ohne Wettkämpfe? Für Alexander Walkenhorst unvorstellbar.

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Darum hat der deutsche Beachvolleyballer kurzerhand eine neue Beach-Liga ins Leben gerufen und damit für eine Revolution gesorgt. Vom 13. Juni bis 12. Juli findet der neugegründete Wettbewerb in der Merkur-Arena in Düsseldorf statt. Für die Männer- und Frauen-Duos gibt es jeweils eine eigene Liga, in der je acht Teams antreten.

Walkenhorst: "Viel davon auf meinen Mist gewachsen"

"Das Wilde daran ist, dass die Idee von Spielern kommt - ich bin einer davon, der gesagt hat: 'Hey, diese Chance müssen wir nutzen'. Nicht, weil wir uns in irgendeine Position bringen wollen, sondern weil wir einfach Wettkampf über den Sommer haben wollten", erzählte Walkenhorst im SPORT1-Podcast "SPORT1 Corona Update".

Die Beachvolleyballer hätten eine "gewisse Schockstarre in den Gremien unseres Verbandes gespürt, deshalb mussten wir da selber ran", so der 31-Jährige.

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Er selbst habe sofort eine Chance gesehen, etwas zu kreieren. "Sonst hat man im Beachvolleyball immer Turniere für ein paar Tage an einem Ort. Jetzt haben wir die Chancen, auch einmal länger etwas zu machen und etwas Neues auszuprobieren. Und für etwas Neues bin ich immer gerne zu haben", sagte Walkenhorst und fügte an: "Viel davon ist auf meinem Mist gewachsen und ich wusste dann auch genau, wer in unserer Szene bekloppt genug ist, einen solchen Weg mitzugehen."

Strenges Hygienekonzept für Beach-Liga

Der Deutsche Volleyball-Verband unterstützt das Event in Düsseldorf. Die Athleten werden in einem Hotel untergebracht und regelmäßig auf das Coronavirus getestet. Dass das Vorhaben einen hohen bürokratischen Aufwand erfordert, bekam Walkenhorst am eigenen Leib zu spüren. Denn der Sportsoldat verfasste das Hygienekonzept.

"Das macht keinen Spaß, das ist echt heftig. Wir haben 24 Seiten Hygienekonzept, von denen 15 Seiten durch die Lockerungen in Nordrhein-Westfalen schon wieder hinfällig sind. Aber da habe ich mir die Nächte um die Ohren gehauen", erzählte der Beachvolleyball-Profi.

Die Beach-Liga wird auf der Streaming-Plattform Twitch übertragen. Die Organisatoren bauen vor allem auf den interaktiven Charakter und haben sich dabei am Beispiel Football orientiert: Es gibt einen Live-Chat für Fans, die Zuschauer können an Abstimmungen teilnehmen und nach den Partien direkte Fragen an die Spieler stellen.

"Es wird, das haben die letzten Tage gezeigt, eine Reichweite erzeugen, da bin ich mir sicher", zeigte sich Walkenhorst zuversichtlich. Denn Fakt ist: "Mit Stimmung, dem, was Beachvolleyball sonst ausmacht, werden wir nicht glänzen können. Strand, ein Getränk in der Hand, Musik zwischen den Ballwechseln und gute Laune - das fällt komplett weg. Deshalb wollten wir den Zuschauern zu Hause Boni bieten."

Walkenhorst will Beach-Liga etablieren

Und Walkenhorsts Pläne reichen noch weiter in die Zukunft - die Beach-Liga soll keine Eintagsfliege sein. "Ich plane damit, dass wir einen solch guten Eindruck hinterlassen, dass es nächstes Jahr die Option gibt, ein Ligasystem zu etablieren", so der Essener.

Inwiefern die anderen Turnierserien wie die Techniker Beach Tour parallel stattfinden können, weiß Walkenhorst nicht. Auch eine Aufteilung wäre für ihn denkbar: Ligasystem in der ersten Saisonhälfte und Turniermodus in der zweiten.

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"Vielleicht ist das jetzt der Leistungssportler, der aus mir spricht, aber mein Ziel ist es, mit Leistung zu überzeugen, dass alle Konservativen und vielleicht auch Festgefahrenen in unserem Verband sagen: 'Hey, das ist eine gute Idee, das haben die Jungs jetzt schnell aus dem Ärmel geschüttelt. Das ist zwar noch nicht perfekt, aber es ist zumindest eine Alternative zu den normalen Turnieren, die wir haben'. Das ist mein Ziel."