Marko Pesic ist Geschäftsführer des FC Bayern Basketball
Marko Pesic ist Geschäftsführer des FC Bayern Basketball © Getty Images
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München - Das Finalturnier steht vor der Tür und Bayerns Basketballer rüsten sich mit einem Neuzugang. Und danach? Geschäftsführer Marko Pesic spricht über die Pläne.

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Von 6. bis 28. Juni wird es für die Basketballer des FC Bayern ernst.

In einem Finalturnier kämpfen die Münchner und neun weitere Mannschaften der BBL um die Deutsche Meisterschaft. Doch noch bevor es überhaupt losgegangen ist, musste das Team von Trainer Oliver Kostic bereits einen herben Rückschlag einstecken. Der Titelverteidiger muss auf Greg Monroe und Nihad Djedovic verzichten.

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Mit dem ehemaligen NBA-Spieler Monroe, der wegen eines Krankheitsfalles im erweiterten Familienkreis nicht zur Verfügung steht, fehlt den Bayern im heimischen Audi Dome ihr Topscorer (13,2 Punkte pro Spiel). Djedovic, in der Vorsaison zum Finals-MVP gewählt, fällt wegen einer Knieverletzung aus.

Bayern holen Akpinar für Finalturnier

Dafür haben die Bayern Nationalspieler Ismet Akpinar für das Finalturnier unter Vertrag genommen. Der Spielmacher kommt nach dem Liga-Abbruch in der Türkei für das dreiwöchige Event von Besiktas Istanbul nach München.

Möglich macht das eine Sonderregel für das Finalturnier: Teams dürfen bis zu zwei Spieler nachverpflichten, ausgeschlossen davon sind allerdings Spieler aus anderen teilnehmenden Mannschaften.

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Doch wie geht es nach dem Endturnier weiter? Welche Spieler bleiben, wer geht?

Marko Pesic hat im Gespräch mit SPORT1 eine klare Antwort gegeben: "Es gibt keine Absprachen. Es gibt überhaupt keine Verhandlungen mit irgendjemanden für die nächste Saison", erklärte der Geschäftsführer des FC Bayern Basketball.

Das gelte sowohl für Monroe, dessen Vertrag nach der Saison ausläuft, als auch für alle anderen Spieler. Dabei ist der 29-jährige Center nicht der einzige, dessen Kontrakt nur bis 2020 datiert ist. Ebenso gilt das für Danilo Barthel, Maodo Lo und Mathias Lessort.

Bayern führt keine Verhandlungen

Der Grund für die ausbleibenden Verhandlungen ist simpel: "Wenn wir in Verhandlungen gehen, dann müssen wir das, was verhandelt wird, auch garantieren. Solange wir das nicht können, werden wir keine Verhandlungen führen", so Pesic.

Zuerst müsse man wissen, ab wann die Saison losgeht und wann wieder Zuschauer in die Halle kommen dürfen und Sponsorengespräche führen, sagte der 43-Jährige.

"Müssen wir bis Januar ohne Zuschauer spielen? Wenn das so sein sollte, musst du damit rechnen, dass die Hälfte des Einkommens beim Ticketing wegbricht, wenn nicht sogar mehr. Das sind dann 20 bis 25 Prozent unseres Budgets. Wenn ich in dieser Situation einen Vertrag mit jemandem aushandele, weiß ich nicht, was ich garantieren kann. Das wäre ein zu hohes Risiko", machte Pesic deutlich.

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Auch die Zukunft von Neuzugang Apkinar ist noch ungewiss. Fest steht nur: Das Engagement mit dem Guard "ist zu 100 Prozent nur für dieses Turnier". "Es macht keinen Sinn, mit Ismet zu sprechen, wenn du nicht zunächst mit Maodo sprichst. Und das können wir einfach nicht."

Pesic über Hainer und Hoeneß

Die Devise laute nun: geduldig sein, einen guten Plan entwickeln und gemeinsam durch die Situation gehen, damit Entscheidungen nicht in vier Wochen wieder revidiert werden müssen. "Dann bin ich mir sicher, dass wir alle die beste Lösung finden werden. Ich mache mir keine Sorgen, weil wir auch keine andere Wahl haben", zeigte sich Pesic vorsichtig optimistisch.

Während der Krise kann Pesic auf die Unterstützung von Herbert Hainer bauen. Der Präsident des FC Bayern München und Nachfolger von Uli Hoeneß pflegt fast täglichen Kontakt mit dem Boss der Basketballer. 

"Herr Hainer ist ein ganz anderer Typ als Herr Hoeneß. Aber er behandelt uns nicht stiefmütterlich, im Gegenteil", erzählte Pesic. Und weiter: "Herr Hainer ist gerade mal ein halbes Jahr im Amt, dann kam die Krise. Natürlich braucht er ein bisschen Zeit. Aber die Kommunikation und sein Interesse sind auf dem gleichen Level wie bei Herrn Hoeneß."