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München - Am Samstag startet die BBL in ihr Finalturnier. Oldenburg-Legende Rickey Paulding spricht im SPORT1-Interview über das Turnier und ein spezielles Lob des Trainers.

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Es geht wieder los!

Nach einer monatelangen Pause aufgrund der Corona-Pandemie startet am Samstag die Basketball-Bundesliga ihr Finalturnier - und ist damit außerhalb des Fußballs einzigartig (SPORT1 überträgt sechs Livespiele ab dem 6. Juni im TV und Stream). Ob Handball, Eishockey oder Volleyball, alle Sportarten haben ihre Saison vorzeitig abgebrochen. Nicht so die easycredit BBL.

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Zehn der insgesamt 18 Teams nehmen an dem Turnier in München teil, darunter auch die EWE Baskets Oldenburg. Small Forward und BBL-Legende - seit 2007 in Oldenburg - Rickey Paulding spricht im SPORT1-Interview über die Vorbereitung auf das Finalturnier, die Titelchancen, den FC Bayern und ein besonderes Lob seines Trainers.

SPORT1: Wie geht es Ihnen und wie haben Sie die vergangenen Wochen erlebt?

Paulding: Mir geht es sehr gut, danke der Nachfrage. Die vergangenen Wochen waren ein wenig merkwürdig, aber sie haben mir die Möglichkeit gegeben, Zeit mit meiner Familie zu verbringen. Ich konnte mich entspannen und habe versucht, das Beste aus der Situation zu machen.

SPORT1: Wie glücklich sind Sie, wieder Basketball unter Wettkampfbedingungen spielen zu können?

Paulding: Ich bin sehr glücklich darüber und ich freue mich sehr. Basketball spielen ist einfach das, was wir lieben. Es ist sehr aufregend für mich, dass wir wieder eine Chance bekommen zu spielen.

Rickey Paulding spielt seit 2007 in Oldenburg
Rickey Paulding spielt seit 2007 in Oldenburg © Imago

SPORT1: Sind Sie aufgrund der Umstände und der mangelnden Vorbereitung besorgt, dass es ein erhöhtes Verletzungsrisiko geben könnte?

Paulding: Ich persönlich bin nicht besorgt, ich freue mich einfach nur, dass ich wieder spielen kann. Aber ich verstehe, dass sich andere Spieler Gedanken machen. Das ist durchaus berechtigt.

SPORT1: Haben Sie spezielle Vorkehrungen getroffen, um Verletzungen zu vermeiden?

Paulding: Ich habe mich genauso vorbereitet wie auf eine normale Saison. Ich versuche einfach mich bestmöglich um meinen Körper zu kümmern. Ich möchte die Spiele nicht mit der Angst bestreiten, dass ich mich verletzen könnte. Ich möchte spielen, wie ich immer spiele. Ich hoffe einfach, dass mein Körper gut mitmacht.

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SPORT1: Im Vorfeld gab es immer wieder kritische Stimmen, dass die Spieler in die Entscheidungsprozesse nicht genügend eingebunden wurden. Wie denken Sie darüber?

Paulding: Man muss immer bedenken, dass noch niemand jemals in dieser Situation war. Insofern gab es natürlich Sachen, die anders hätten geregelt werden können. Wahrscheinlich hätte man vor allem die deutschen Spieler mehr mit einbeziehen müssen. Ich kann durchaus verstehen, dass sie das Gefühl haben, nicht genügend in die Gespräche involviert gewesen zu sein. Aber es ist einfach eine schwierige Situation.

SPORT1: Wie schätzen Sie Ihre Chancen auf den Titelgewinn ein? Könnte es ein Vorteil sein, dass ihre Mannschaft die gleiche ist wie vor der Krise? Andere Teams haben sich ja mit Spielern verstärkt.

Paulding: Ich denke, dass es ein sehr offenes Turnier wird. Im Prinzip ist es wie eine neue Saison. Unsere Chancen hängen vom Verlauf des Turniers ab. Auch Verletzungen können die Spiele beeinflussen. Aber es stimmt, wir haben das gleiche Team – und wir haben Nathan Boothe zurück im Kader, der ist sehr wichtig für uns (Power Forward, zog sich im Dezember einen Bruch des Schienbeinkopfes zu, Anm.d.Red.). Wir hoffen, dass wir uns in guter Form präsentieren können.

SPORT1: Glauben Sie, dass ihr Team gut genug vorbereitet ist?

Paulding: Natürlich kann man sich immer noch mehr und besser vorbereiten. Aber ich denke, dass wir in dieser Situation das Beste daraus machen. Wir versuchen einfach zurück in den Trainingsalltag zu kommen, Details einzustudieren, aber nicht zu hart zu uns zu sein. Natürlich könnte man immer noch mehr Zeit haben, aber wir können damit umgehen.

SPORT1: Außer Fußball sind in Deutschland alle Sport-Ligen gestrichen. Jetzt schaut jeder auf die BBL. Ist das Turnier eine große Chance für den Basketball und die Basketball-Bundesliga im Allgemeinen?

Paulding: Da bin ich mir sicher. Es ist eine Chance zu zeigen, was für eine tolle Liga die BBL ist. Vielleicht gibt das Leuten, die normalerweise kein Basketballspiel schauen würden, die Chance, sich mit Basketball zu beschäftigen. Das ist auf jeden Fall ein positiver Aspekt der aktuellen Situation.

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SPORT1: In den vergangenen Jahren war der FC Bayern extrem erfolgreich. Vielleicht ist die nationale Spitze über Jahre hinweg vergeben. Was denken Sie über die Münchner?

Paulding: Sie sind ein sehr starkes Team. Sie haben starke Spieler und richtig gute Trainer. Sie stehen immer ganz oben in der Tabelle. Sie sind ein Team, das ich sehr respektiere und gegen das ich immer mein bestes Basketball zeigen will.

SPORT1: Sie haben hinter Immanuel McIlroy und Alex King die dritthäufigsten Spiele in der Geschichte der BBL bestritten. Zumindest King (selbst noch aktiv) ist schwierig einzuholen. Wie lange wollen Sie noch spielen?

Paulding: Ich haben meinen Vertrag um zwei Jahre verlängert. Wir blicken immer von Jahr zu Jahr und schauen, wie sich alles entwickelt. Mir macht das Spielen wahnsinnigen Spaß und meinem Körper geht es auch sehr gut. Ich habe eine tolle Beziehung mit den EWE Baskets und den Trainern. Solange ich dem Team helfen kann, werde ich spielen.

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SPORT1: Sie haben Ihren Vertrag im Februar um zwei Jahre verlängert. Ihr Trainer Mladen Drijencic hat sich darüber sehr gefreut und gesagt, dass er Gott jeden Morgen dafür dankt, dass Sie in seinem Team spielen und der Kapitän sind. Außerdem hat er gesagt, dass er noch nie einen Athleten wie Sie gesehen hat. Was bedeuten Ihnen die Worte ihres Trainers?

Paulding: Wenn er so etwas sagt, dann fühle ich mich richtig gut. Vor allem, weil ich ihn wirklich sehr mag, enorm respektiere und eine gute Verbindung zu ihm habe. Es bedeutet mir sehr viel, dass er in derart hohen Tönen von mir spricht. Ich bin einfach nur dankbar, dass ich für ihn spielen kann und auch, dass ich für die Baskets Oldenburg schon so lange spielen darf. Die Zeit hier ist ein großer und wichtiger Teil meiner Karriere.

SPORT1: In Oldenburg nennen die Bürger die Stadt oft "Pauldingburg". Fühlen Sie sich wie eine Legende?

Paulding: Die Frage ist für mich aktuell schwer zu beantworten. Ich habe während meiner Karriere auf jeden Fall Spuren hier in Oldenburg hinterlassen. Die Stadt ist aber auch für mich und meine Familie ein ganz spezieller Ort. Wo auch immer ich sein werde, an Oldenburg und meine Zeit hier werde ich immer denken. Wenn ich den Verein irgendwann mal verlasse, dann hoffe ich, dass sich die Leute an mich erinnern und daran, wie gut ich gespielt habe.