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München - Mit der Verpflichtung von Derrick Williams gelingt dem FC Bayern ein echter Transfercoup. Noch heute profitiert der Forward von seiner Zeit mit LeBron James.

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Derrick Williams, Michael Kidd-Gilchrist, Victor Oladipo, Jabari Parker, D’Angelo Russell, Brandon Ingram, Lonzo Ball und Marvin Bagley - das sind die Namen der in den letzten acht Jahren im NBA-Draft an Position zwei ausgewählten Spieler.

Während sich die sieben zuletzt genannten derzeit mit ihren Teams auf die neue NBA-Saison vorbereiten, startet Williams in ein komplett anderes Abenteuer.

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Der 27-Jährige ist der neue Star der Basketballer des FC Bayern München, der neue Star der Basketball-Bundesliga. Am 3. Oktober gab der deutsche Meister und Pokalsieger die Verpflichtung des Hochkaräters bekannt und sorgte damit für Aufsehen.

Am Wochenende könnte Williams sein Debüt geben. (BBL: Braunschweig - FC Bayern am So., ab 15 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM)

Williams sieht Wechsel nicht als Rückschritt

Für einen Mann seiner Vita klingt das dennoch nach einem Rückschritt, Williams selbst sieht das komplett anders. (Datencenter: Die Tabelle BBL)

"Jeder erwartet große Dinge von mir, aber ich sehe das nicht als Druck, sondern als Herausforderung", sagte er bei seiner Vorstellung im Münchner Audi Dome. Er sehe den Wechsel nach Deutschland "nicht als Rückschritt, sondern als Schritt nach vorne." Die BBL sei "eine großartige Liga", sagte er: "Der FC Bayern ist das Beste für mich." 

Das Beste, dafür stand Williams bereits in jungen Jahren. Bei den Arizona Wildcats überzeugte er bereits als Freshman. Nach seiner zweiten College-Saison, dem Einzug ins Elite Eight und zahlreichen persönlichen Auszeichnungen meldete sich der athletische Power Forward zum NBA-Draft 2011 an – und wurde an der zweiten Stelle von den Minnesota Timberwolves gewählt. Dieses große Versprechen hat er jedoch bisher noch nicht eingelöst.

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Endgültiger Durchbruch bleibt aus

"Als ich mit 19, 20 Jahren gedraftet wurde, hatte ich keine Ahnung, was es heißt, Vollzeitprofi zu sein", erklärte er bei seiner Präsentation. Das professionelle Verhalten habe er erst im Laufe seiner Karriere von den großen Spielern gelernt, mit denen er bereits auf dem Parket gestanden hat. Die Liste dieser Spieler ist lang und namenhaft.

Nach zwei Jahren in Minneapolis wurde der damals 22-Jährige 2013 an die Sacramento Kings abgegeben. Es folgten Einsätze für die New York Knicks, Miami Heat, die Cleveland Cavaliers an der Seite von Superstar LeBron James und nach einem Gastspiel bei den Tianjin Gold Lions in der chinesischen Profiliga zwei Spiele für die Lakers.

Trotzdem - der ganz große Durchbruch trat bei keiner seiner zahlreichen NBA-Stationen ein. Was bleibt sind aber 428 Spiele bei durchschnittlich 8,9 Punkten in der besten Basketball-Liga der Welt.

NBA-Rückkehr bleibt das große Ziel

Dass Williams in diese wieder zurückkehren will, machte er bei seiner ersten Pressekonferenz in Deutschland unmissverständlich klar: "Die NBA bleibt das Ziel, aber das heißt nicht, dass ich nicht mit dem Kopf hier wäre. Ich will dahin zurück, wo ich herkomme."

Mit guten Leistungen in der BBL und vor allem in der Euroleague will er sich für ein erneutes NBA-Engagement empfehlen.

Bei seiner ersten Station in Europa hat er Großes vor. "Ich weiß, dass wir da sein werden, in den Euroleague-Finals, ich weiß das, ich kann es sehen. Ich erwarte einen Haufen Siege für uns", gab er sich optimistisch.

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Zeit mit LeBron als Wendepunkt in der Karriere

Massenhaft Siege feierte er in der Saison 2016/17. Im Trikot der Cleveland Cavaliers stand er an der Seite von LeBron James, Kyrie Irving und Kevin Love in den NBA Finals. Angesprochen auf diese Zeit gerät er noch heute ins Schwärmen.

"Wir hatten drei All-Stars in unserer Startaufstellung. Das hat dir jeden Tag deine Perspektiven gezeigt und was du machen musst, um erfolgreich zu sein."

Das Treffen mit James, mit dem er in seiner Kindheit als Basketballer aufgewachsen sei, bezeichnete er sogar als den Wendepunkt seiner Karriere: "Er ist der beste Spieler, mit dem ich je gespielt habe. Wenn du so jemanden im Team hast, der dich so unterstützt und der allen erzählt, dass du eine Chance verdienst, dann bringt dich das dazu, alles zu geben."

In Deutschland will Williams nun "die Leute Lügen strafen", die ihm vorwerfen, gescheitert zu sein. "Es ist niemals zu spät, ich bin gerade einmal 27. Viele Spieler gehen erst mit 23 in die NBA. Ich war glücklich genug, bereits mit 20 in der NBA gespielt und Erfahrungen gemacht zu haben", erklärte er.

Fußball als zweite große Leidenschaft

Gleichzeitig hat sein Wechsel nach München noch einen weiteren Vorteil. Denn wie der US-Amerikaner verriet, ist er begeisterter Fußball-Fan - und wie es der Zufall so will, ausgerechnet vom FC Bayern München.

"Ich kann es kaum erwarten, ins Stadion zu gehen. Das ist ein ganz anderes Level an Fußball als bei uns“, bekam er bereits beim Gedanken an seinen ersten Besuch in der Allianz Arena leuchtende Augen.

Doch bis dahin gilt es erst einmal den Fokus auf Basketball zu richten, um den Traum von der Rückkehr in die NBA nicht aus dem Blick zu verlieren.