Der FC Bayern behält im Duell mit ALBA Berlin die Oberhand © Imago

ALBA Berlin muss dem FC Bayern auf dem Weg ins Finale nach großem Kampf den Vortritt lassen. Brose Bamberg hat mit Außenseiter Ludwigsburg reichlich Mühe.

Der deutsche Meister Brose Bamberg und Bayern München stehen im Finale um den Pokal der Basketball Bundesliga (BBL).

Bamberg schlug Außenseiter MHP Riesen Ludwigsburg beim Top Four im Halbfinale 85:78 (36:35), der FC Bayern schaltete Gastgeber und Titelverteidiger ALBA Berlin in der Arena am Ostbahnhof mit 78:70 (42:38) aus. Im Endspiel am Sonntag (15 Uhr) geht es für die Bamberger um den fünften Pokalsieg nach 1992, 2010, 2011 und 2012, München hat den Wettbewerb bislang nur einmal gewonnen (1968). "Im Moment sind sie für mich der Favorit", sagte Bambergs Trainer Andrea Trinchieri über die Münchner. 

Djordjevic lobt Gegner

"Die Energie von ALBA war unglaublich", sagte Bayern-Trainer Sasa Djordjevic über die Berliner und kritisierte seine eigenen Spieler für das Auftreten in der Anfangsphase: "Uns hat in der ersten Hälfte die Aggressivität gefehlt." Sein Gegenüber Ahmet Caki war nach dem Aus zwar enttäuscht, mit der Vorstellung aber zufrieden: "Wir haben bis zum letzten Moment unser Bestes gegeben." 

Die Albatrosse verpassten die Chance, durch den zehnten Triumph im Wettbewerb mit Rekordsieger Bayer Leverkusen gleichzuziehen. ALBA hatte den Pokal in den vergangenen vier Jahren dreimal gewonnen. 

Berlin liefert Bayern großen Kampf

Anders als bei der Lehrstunde eine Woche zuvor im Bundesliga-Duell mit den Münchnern an gleicher Stelle (56:80), sorgte ALBA für ein offenes Spiel. Vor den Augen von Nationalspieler Dennis Schröder von den Klub Atlanta Hawks, der die kurze Pause in der NBA wegen des Allstar-Games für einen Abstecher nach Berlin nutzte, musste der Favorit aus München lange zittern. Erst in der Schlussminute fiel die Entscheidung. 

Beste Werfer im Bayern-Team waren Nick Johnson (19) und der frühere Berliner Reggie Redding (17). Bei ALBA überzeugte vor allem Dragan Milosavljevic (17) als Scorer. Durch die Niederlage haben die Berliner in diesem Monat wettbewerbsübergreifend alle ihre sechs Spiele verloren. 

Zwischenspurt sichert Bambergs Sieg

Bamberg hatte deutlich mehr Mühe als erwartet. Drei Tage nach dem Erfolg im Ligaspiel gegen die MHP Riesen (84:75) zogen die Oberfranken durch einen 18:4-Lauf auf 66:54 (31.) davon und ließen sich den Sieg nicht mehr nehmen. Fabien Causeur und Nationalspieler Daniel Theis (beide 19 Punkte) trafen für das Team von Trainer Andrea Trinchieri am erfolgreichsten, bei Ludwigsburg kam Drew Crawford als Topscorer auf 17 Zähler. 

Trinchieri sprach sich nach dem Sieg für eine Pokalreform aus. "Ich bevorzuge einen anderen Modus. Der Modus ist Mist", sagte der Italiener und regte an, ähnlich wie in Italien und Spanien ein "Top Eight" an einem verlängerten Wochenende durchzuführen.

Die Spiele im Stenogramm:

Bayern München - ALBA Berlin 78:70 (42:38)
Beste Werfer: Johnson (19), Redding (17), Kleber (11) für München - Milosavljevic (17) für Berlin
Zuschauer: 10.433 

MHP Riesen Ludwigsburg - Brose Bamberg 78:85 (30:44)
Beste Werfer: Crawford (17), Cotton (13), Toppert (11), Hammonds (10) für Ludwigsburg - Theis (19), Caseur (19), Melli (10) für Bamberg
Zuschauer: 10.433