Detlef Schrempf (l.) im Duell mit Michael Jordan (r.)
Detlef Schrempf (l.) im Duell mit Michael Jordan (r.) © Imago
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Um ein Haar wäre die NBA-Karriere von Detlef Schrempf gescheitert. Doch ein Wechsel rettet ihn. Nun erhält der Nowitzki-Wegbereiter eine historische Auszeichnung.

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Zweifelsohne ist Dirk Nowitzki der beste deutscher Basketballer der Geschichte - doch am Donnertag wurde jener Mann geehrt, der ihm den Weg bereitet hatte: Detlef Schrempf.

Der 58-Jährige wurde nämlich als erster deutscher Spieler für seine herausragenden Leistungen vom Basketball-Weltverband FIBA in die Hall of Fame aufgenommen.

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"Das ist eine tolle Nachricht. Ich gratuliere Detlef Schrempf zur verdienten Aufnahme in die FIBA Hall of Fame sehr herzlich", sagte DBB-Präsident Ingo Weiss: "Er war der mit Abstand beste deutsche Basketballer seiner Zeit und hat nicht zuletzt durch seine herausragenden Auftritte in den USA eine ganze Basketball-Generation hier in Deutschland von der Korbjagd begeistert."

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Schrempf von Ex-Bayer-Profi entdeckt

Begonnen hatte alles in Leverkusen. Schrempf spielte dort mit einer Basketball-Schulmannschaft in der Wilhelm-Dopatka-Halle, der Heimstätte des Bundesliga-Teams von Bayer Leverkusen.

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Der Ex-Profi von Bayer und spätere Klub-Manager Otto Reintjes erkannte sofort das Talent und wurde sein erster Förderer. Der inzwischen 71-Jährige empfahl dem jungen Nachwuchsspieler einen Wechsel in die USA.

In den Vereinigten Staaten begann Schrempf seine Laufbahn an der Centralia High School, ehe es an die University of Washington ging. Bereits dort erhielt er den ihn in seiner weiteren Karriere begleitenden Spitznamen "Det the Threat" ("Detlef, die Bedrohung", Anm. d. Red.).

Washington war für Schrempf das ideale Sprungbrett, denn beim NBA Draft 1985 wählten die Dallas Mavericks den 2,08 Meter großen Deutschen an achter Stelle aus. Dort tat sich der Power Forward jedoch schwer und überlegte in den ersten Jahren, ob er nicht doch lieber wieder nach Europa gehen sollte.

Wechsel zu Pacers rettet seine NBA-Karriere

Ein Wechsel zu den Indiana Pacers rettete dann aber die NBA-Karriere von Schrempf und bescherte ihm den entscheidenden Durchbruch in der besten Liga der Welt. In Indiana wurde Schrempf sogar 1991 und 1992 zum Sixth Man of the Year gekürt. Die Krönung folgte 1993, als Schrempf erstmals in das NBA All-Star Game eingeladen wurde.

Es war sein letztens Highlight als Pacers-Spieler, denn im gleichen Jahr schickte ihn die Franchise nach Seattle zu den SuperSonics. Mit diesen erreichte er an der Seite von Gary Payton und Shawn Kemp die NBA Finals 1996. Michael Jordan und die Chicago Bulls waren dort jedoch eine Nummer zu groß.

Insgesamt wurde Schrempf während seiner Karriere dreimal zum All-Star gewählt. Die US-Amerikaner bezeichneten ihn - wohlgemerkt vor Nowitzkis Durchbruch - sogar als "bester deutsche Import seit dem Volkswagen". Der deutsche Basketball bekam durch Schrempf einen neuen Stellenwert in der NBA, was Nowitzki später helfen sollte.

Für die Nationalmannschaft spielte der Leverkusener insgesamt 71 Mal, unter anderem bei den Olympischen Spielen in Los Angeles 1984 und Barcelona 1992. Im gleichen Jahr wurde er als Deutschlands "Basketballer des Jahres” ausgezeichnet.

Den sensationellen EM-Titel 1993 verpasste Schrempf allerdings - für das Turnier hatte der NBA-Star abgesagt.

Schrempf kehrt kurzzeitig als Trainer zurück

Nach der Karriere widmete sich Schrempf - dessen deutscher Pass eingezogen wurde, nachdem er nach Annahme der US-Staatsbürgerschaft vergessen hatte, eine Beibehaltungsgenehmigung zu beantragen - verstärkt seiner bereits 1996 gegründeten wohltätigen Stiftung, der "Detlef Schrempf Foundation".

2006 folgte eine kurz Rückkehr in das NBA-Geschäft, ab Januar war er für zwei Jahre Co-Trainer der SuperSonics. Als die Franchise jedoch nach Oklahoma City verkauft wurde, zog Schrempf einen Schlussstrich unter der Trainer-Laufbahn und lehnte kurz darauf auch ein Angebot ab, als Assistenztrainer der deutschen Nationalmannschaft zu arbeiten.

"Det the Threat" versuchte sich während und nach seiner Karriere auch als Schauspieler bzw. gab zumindest Gastauftritte. So spielte er unter anderem in Folgen der TV-Serien "Gute Zeiten, schlechte Zeiten", "Eine schrecklich nette Familie" und "Parks and Recreation" mit.