North Carolina State v Duke
North Carolina State v Duke © Getty Images
Lesedauer: 11 Minuten

München - Vom berüchtigten "Goaltending" über die verschiedenen Arten von Fouls bis hin zu Zeitregelungen: Die wichtigsten Basketball-Regeln einfach erklärt von SPORT1.

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Sie stehen im Basketball leider häufiger im Mittelpunkt, als wir es uns alle wünschen würden – die Schiedsrichter.

Ob ein nicht gepfiffener Schrittfehler – gerade in der amerikanischen NBA-Alltag – oder ein angebliches Foul während des Wurfes: Die Referees mussten sich nach wichtigen Partien schon viele Male den schwarzen Peter zuschieben lassen.

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Dabei ist es für die Männer in schwarz und weiß angesichts der Schnelligkeit und zunehmenden Dynamik des Spiels nicht immer leicht, darauf zu achten, dass alles in geordneten Bahnen abläuft.

In höchster Geschwindigkeit und in Echtzeit müssen die Schiedsrichter Entscheidungen treffen, die manch einer nicht einmal nach fünf verschiedenen Zeitlupen treffen könnte. Denn Basketball ist zwar ein spektakuläres Spiel, doch die Regeln sind kompliziert und oft schwer einzuhalten – das Regelbuch ist dick.

Wie viele Zeitregeln gab es noch mal? Was ist "Goaltending"? Und welche unterschiedlichen Fouls gibt es? SPORT1 erklärt die Basketball-Regeln nach Version des offiziellen Weltverbands FIBA (Die NBA spielt teilweise nach anderen Regeln. Aufgrund der Bedeutung der NBA als bedeutendste Basketball-Liga der Welt kann sie das eigene Regelwerk gegenüber der FIBA durchsetzen):

- Anzahl der Spieler

Auf dem Spielfeld stehen sich jederzeit je fünf Spieler pro Mannschaft gegenüber. Die fünf Spieler zu Beginn des Spiels werden auch "Starting Five" genannt. Auf der Bank können pro Team nochmal bis zu sieben Spieler Platz nehmen. Spielerwechsel sind während jeder Spielunterbrechungen möglich und können beliebig oft durchgeführt werden. Ausgewechselte Spieler dürfen - anders als z.B. beim Fußball - wieder eingewechselt werden.

- Spielzeit und Timeouts

Ein Basketball-Spiel ist in der Regel in vier Viertel zu jeweils zehn Minuten unterteilt (in der NBA: 4x12 Minuten, in der NCAA 2x20 Minuten). Jedes Spiel startet mit einem sogenannten Sprungball.

Einer der Schiedsrichter wirft dabei im Mittelkreis den Ball zwischen zwei gegnerischen Spielern in die Luft. Die beiden Spieler versuchen, den Ball zu einem ihrer Mitspieler zu tippen, um so den ersten Ballbesitz im Spiel zu erlangen.

San Antonio Spurs v Memphis Grizzlies - Game Four
San Antonio Spurs v Memphis Grizzlies - Game Four © Getty Images

Anschließend wird der Ballbesitz bei jedem weiteren Viertelstart gewechselt. Die Auszeiten, die jedem Trainer dabei in einem Spiel zur Verfügung stehen, variieren von Liga zu Liga. In der deutschen BBL haben die Teams in der ersten Halbzeit zwei, in der zweiten Hälfte drei Auszeiten von jeweils einer Minute zur Verfügung.

In der NBA gibt es seit 2017 sieben Auszeiten pro Team, die 75 Sekunden dauern. In den letzten drei Minuten ("Crunchtime") darf jedes Team nur noch maximal zwei Auszeiten nehmen, um das Spiel nicht zu verschleppen.

- Würfe und Punkte

Beim Basketball kommt es stark darauf an, von welcher Feldposition und in welcher Spielsituation der Wurf absolviert wurde. Bei einem normalen Korb innerhalb der Dreierlinie ("Fieldgoal") werden dem Team zwei Punkte gutgeschrieben. Dabei ist es egal, ob der Ball in den Korb geworfen oder direkt gelegt wird ("Dunking"). Der Dunking ist aber die spektakulärste Art des Korberfolgs.

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Mit einem erfolgreichen Wurf jenseits der Dreierlinie bekommt eine Mannschaft drei Punkte aufs Scoreboard. Diese Distanzwürfe werden gerne auch als Würfe "From Downtown" bezeichnet. 

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Wird ein Spieler in der Bewegung zum Korb oder während eines Wurfversuchs gefoult, bekommt er Freiwürfe zugesprochen. Die Anzahl dieser Freiwürfe ist abhängig von der Position, an der das Foul begangen wurde. Fand das Foul innerhalb der Dreierlinie statt, bekommt der Spieler zwei Freiwürfe zugesprochen, außerhalb der Dreierlinie sogar drei. Zur Ausführung der Freiwürfe positioniert sich der gefoulte Spieler hinter der Freiwurflinie (4,60 Meter hinter der Grundlinie) und wirft ungehindert auf den Korb. Ein verwandelter Freiwurf zählt dabei einen Punkt. Zudem können Freiwürfe bei technischen oder disqualifizierenden Fouls von Spielern, Ersatzspielern, Trainern oder Mannschaftsbegleitern ausgesprochen werden. In diesem Fall kann die Mannschaft selbst bestimmen, welcher Spieler die Freiwürfe ausführen soll. 

- Basketball: Die Foul-Regeln

Im Gegensatz zu anderen Sportarten existiert beim Basketball nicht nur eine Foulkategorie. Es wird unterschieden in persönliche, technische, unsportliche und disqualifizierende Fouls:

Ein persönliches Foul erhält ein Spieler für eine absichtliche oder unabsichtliche Regelwidrigkeit, wie etwa Trikotziehen oder das Stellen eines unerlaubten Blocks. Ein solches Foul kann ein Akteur sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung begehen.

Ein technisches Foul wird meist für Disziplinlosigkeiten von Spielern, aber auch von Trainern verhängt. Das häufigste Vergehen ist Meckern gegenüber dem Schiedsrichter. Aber auch spieleigene Fehler, wie eine zu hohe Spieleranzahl auf dem Feld, werden mit einem technischen Foul bestraft.

Atlanta Hawks v Cleveland Cavaliers - Game Three
Atlanta Hawks v Cleveland Cavaliers - Game Three © Getty Images

Unsportliche Fouls verhängen Schiedsrichter dagegen bei einem sehr harten Kontakt oder wenn der Spieler bei einem Foul keine Chance hatte, den Ball zu spielen. Seit der Saison 2008 werden auch bei "taktischen Fouls", bei denen ein Schnellangriff von hinten oder von der Seite unterbunden wird, unsportliche Fouls verhängt.

Ein disqualifizierendes Foul wird nur bei einer wirklich groben Unsportlichkeit – wie einer Tätlichkeit oder einer Beleidigung – ausgesprochen. Aber auch ein besonders schweres Foul, bei dem die Verletzung des Gegenspielers billigend in Kauf genommen wird, kann zu einem solchen Foulspruch führen.

Da sowohl das unsportliche als auch das disqualifizierende Foul die Grundwerte des Sports und Fairplays verletzen, werden sie besonders hart bestraft. Die "gefoulte" Mannschaft bekommt zwei Freiwürfe und anschließend wieder Ballbesitz durch Einwurf an der Mittellinie.

Fouls und ihre Folgen

Übermäßig viele Foulspiele führen, ähnlich wie beim Fußball, zum Spielausschluss. Allerdings liegt es beim Basketball nicht im Ermessen des Schiedsrichters, wann ein Spieler einen Platzverweis bekommt, sondern ist klar im Regelwerk festgehalten. Sowohl ein disqualifizierendes als auch zwei unsportliche Fouls führen zu einem sofortigen Ausschluss, genau wie fünf persönliche Fouls in einem Spiel (NBA: sechs Fouls).

Der ausgeschlossene Spieler hat die Halle unverzüglich zu verlassen. Da die Disqualifikation eines Spielers aber als persönlicher und nicht als kollektiver Foulspruch gilt, muss das Team nicht etwa in Unterzahl weiter spielen, sondern darf wieder auffüllen.

Auch der Trainer kann bei zwei technischen Fouls gegen ihn oder drei technischen Fouls gegen die Bank vom Spielfeld verwiesen werden.

In einigen Fällen ziehen persönliche Fouls Freiwürfe nach sich, nämlich bei einem Foul während eines Wurfs oder einem Zug zum Korb. Je nach Position des Werfers bekommt er zwei oder drei Freiwürfe zugesprochen. Ein Foul ohne Korbversuch zieht normalerweise keine Freiwürfe nach sich.

Eine Eigenheit des Basketballs ist die 2+1- bzw. 3+1-Regel. Im Gegensatz zu anderen Sportarten wird ein Foulspiel auch dann bestraft, wenn der Korbversuch trotzdem erfolgreich war. Der gefoulte Spiele bekommt dann noch einen zusätzlichen Freiwurf. So kann aus einem normalen 2-Punktekorb ein Dreipunktespiel werden. Aus einem Dreier-Versuch kann ein Vierpunktespiel resultieren. Der Freiwurf muss dabei vom gefoulten Spieler ausgeführt werden, sofern dieser nicht verletzt ist. Oft wird vom Offensivspieler das Foul auch bewusst provoziert, um den Zusatz-Freiwurf zu bekommen.

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Wenn eine Mannschaft fünf Teamfouls in einem Viertel begangen hat, werden bei jedem weiteren von ihr begangenen Foul ebenfalls zwei Freiwürfe für das gegnerische Team fällig, egal in welcher Situation und Feldposition das Foul begangen wird. Das gefoulte Team kann dann den Werfer frei bestimmen.

Die Mannschaftsfoulgrenze wird besonders gerne im letzten Viertel von der zurückliegenden Mannschaft als taktisches Mittel genutzt, um die Uhr zu stoppen und den Gegner an die Freiwurflinie zu zwingen ("stop the clock").

- Zeitregeln im Basketball

Verschiedene Zeitregeln sorgen für den regelkonformen Ablauf des Spiels. SPORT1 stellt sie vor:

24-Sekunden-Regel:

Jeder Angriff einer Mannschaft auf den gegnerischen Korb darf in fast allen Ligen der Welt maximal 24 Sekunden laufen. Die Zeit wird dabei auf einer Wurfuhr herunter gezählt.

© Getty Images

Erobert die verteidigende Mannschaft den Ball ("Steal") oder holt sich einen abprallenden Wurf ("Rebound"), startet die Shot Clock für diese Mannschaft mit neuen 24 Sekunden.

Holt sich dagegen die angreifende Mannschaft den Offensiv-Rebound, hat es nur noch 14 Sekunden Zeit, um den Angriff abzuschließen. Diese "14-Sekunden-Regel" wurde eingeführt, um die Attraktivität des Spiels zu erhöhen.

8-Sekunden-Regel:

Die angreifende Mannschaft muss nach der Ballübernahme - sei es durch einen "Steal" (Ballgewinn), oder nach einem kassierten Korb - den Ball innerhalb von maximal acht Sekunden in die Hälfte der gegnerischen Mannschaft bringen. Seit 2008 gilt dieser Vorgang erst als abgeschlossen, wenn sowohl der Ball, als auch beide Füße des ballführenden Spielers Kontakt mit dem Vorfeld haben.

Gelingt dies einer Mannschaft innerhalb der acht Sekunden nicht, hat der Gegner Einwurf an der Mittellinie.

5-Sekunden-Regel:

Bei einem Einwurf von der Seitenlinie im Zuge eines Foulspiels oder Ballverlustes muss der Spieler den Ball innerhalb von fünf Sekunden ins Spielfeld bringen. Während des Spiels darf ein Spieler den Ball bei naher Verteidigung außerdem nur fünf Sekunden halten, bevor er anfangen muss zu dribbeln oder zu passen.

Wird diese Regel verletzt, erhält das gegnerische Team den Ball durch einen Einwurf an der nächstgelegenen Auslinie.

3-Sekunden-Regel:

Die 3-Sekunden-Regel ist wohl die Spielregel im Basketball, die am wenigsten konsequent angewendet wird. Demnach darf sich ein Spieler der angreifenden Mannschaft nicht länger als drei Sekunden in der gegnerischen Zone aufhalten.

Da allerdings kein Referee die Zeit mit einer Uhr stoppt, wird häufig nach Gefühl entschieden, ob ein Spieler zu lange unter dem Korb "parkt".

- Weitere wichtige Regeln

Als sehr komplexer Sport bietet der Basketball noch diverse kleinere Regeln. SPORT1 stellt neben den Foul- und Zeitregeln die wichtigsten weiteren Vorschriften vor:

Ein Schrittfehler ("travelling") wird gepfiffen, wenn der Spieler den Ball nicht wie regeltechnisch fortgeschrieben per Dribbling fortbewegt. Nachdem der Spieler aufhört zu dribbeln, darf er nur noch zwei Bodenkontakte mit den Füßen haben. Hat er mehr, geht der Ballbesitz an das gegnerische Team über.

San Antonio Spurs v Cleveland Cavaliers
San Antonio Spurs v Cleveland Cavaliers © Getty Images

Wenn ein Spieler mit dem Dribbling aufhört, darf er nicht erneut zu einem Dribbling ansetzen, sonst wird auf Doppeldribbling entschieden. Eine Variante des Doppeldribblings ist das "Carrying" (Schaufeln), bei dem der Spieler seine Hand während des Dribbelns umdreht, sodass die Hand unter dem Ball ist.

Bei einem Angriff darf der Ball von der angreifenden Mannschaft nicht in die eigene Hälfte zurückgespielt werden. Geschieht das doch, heißt dieser Regelverstoß Rückspiel ("backcourt violation").

Das Spielen oder Berühren des Balles mit dem Fuß ist nicht erlaubt. Bei einem Fußspiel, das von einem Defensivakteur begangen wird, wird die Wurfuhr auf 14 (im Vorfeld) bzw. 24 Sekunden (im Rückfeld) zurückgestellt.

Das Goaltending ist eine der komplizierteren Regeln des Basketballs. Einem Spieler ist es nur erlaubt, einen Wurf des Gegners auf den eigenen Korb zu blocken, solange sich dieser noch in einer Aufwärtsbewegung befindet. Berührt der Ball auf dem Weg zum Korb das Brett, gilt es auch dann als Goaltending, wenn ein verteidigender Spieler den Ball während des Aufsteigens berührt. Sollte der Ball dadurch den Korb verfehlen, erhält die angreifende Mannschaft dennoch die Punkte, die ihr ein erfolgreicher Korbwurf eingebracht hätte. Hat der Ball den Ring berührt und springt von diesem weg, darf der Ball auch im Fallen abgewehrt werden.

Eingeführt wurde diese Regel 1945 als Reaktion darauf, dass immer mehr Würfe erst kurz vor dem Korb abgefangen und somit bereits sicher geglaubte Punkte verhindert wurden. Die steigend Anzahl von Goaltending-Vergehen stand insbesondere im Zusammenhang mit der zunehmenden Körpergröße der Spieler. 

Hier nochmal die wichtigsten Regeln als Video:

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