PRIME Hot Spots: Kitzsteinhorn
PRIME Hot Spots: Kitzsteinhorn
Lesedauer: 2 Minuten
Anzeige
Roman Lachner -

In dieser, vor allem aber in der kom­men­den Saison dürfen die Betreiber des Kitzsteinhorns ein komplett neues Kapitel aufschlagen, wenn der Traum, vom Zentrum Kapruns aus mit Liften bis zum Gletscher hinaufzugelangen, verwirklicht wird.

Anzeige

Als professionelle Journalisten sollten wir zu Beginn unserer Lobeshymne eine grobe Zusammenfassung der Vorzüge des Kitz­stein­horns abdrücken, bevor wir uns in ausschweifende Detailbeschreibungen verlieren. Normalerweise! Da aber das einzige Gletscher-Resort des Salzburger Lands ohnehin gängige Winter­sport-­Normen sprengt⁄, wollen wir uns dieser Praxis verschließen und einen kurzen visionären Blick in die Zukunft werfen, bevor wir zum Ist-Zustand des Skigebiets kommen.

Es ist so weit

Die seit Generationen geplante Liftverbindung vom Ortskern in Kaprun bis hinauf auf das „Top of Salzburg“ auf 3.029 Metern nimmt langsam Gestalt an – beziehungsweise wurde mit der Eröffnung der neuen MK Maiskogelbahn im Dezember 2018 der erste Abschnitt des gewaltigen Projekts verwirklicht. Die neue 10er-Einseilumlaufbahn erschließt jetzt den Familienberg Maiskogel in einer neuen Qualität. Mit der neuen Mittelstation Stanger (1.137 m) werden somit die weiten und flachen Pisten für Familien, Anfänger und Skischulen optimal erreichbar sein. Okay, das ist für Hardcore-Shredder noch keine Meldung, die ihnen Freudentränen unter die Goggles treibt. Das wird sich aber schon im Dezember 2019 grundlegend ändern, wenn mit der 3K K-onnection die Perlenkette von Seilbahnen von Kaprun zum Kitzsteinhorn geschlossen wird.

Ab der Wintersaison 2019/20 gelangt man dann direkt vom Ortszen­trum (768 Meter) über den Maiskogel hinauf zum Gletscher. Das Kitzstein­horn bietet somit erstmals „Ski in, Ski out“ und steigt in die Topliga der alpinen Skigebiete auf – falls es nicht ohnehin schon längst in diesem elitären Club verkehrt. Mit einem In­ves­titionsvorhaben von 82,5 Millionen Euro geht dieses Vorhaben als größtes in die 50-jährige Geschichte des Resorts ein. Mit dieser Summe haben sich die Salzburger zudem den Titel der längsten durchgehenden Seilbahnstrecke gesichert, die gleichzeitig auch noch die größte Höhendifferenz überwindet.

South Central Park

In Sachen Park-Set-up spielt das Kitz­steinhorn aber schon seit Jahren in der Freestyle-Champions-League. Kaum zu glauben, dass sich im Feb­­ru­ar 2019 mit dem South Central Park noch eine Style-Spielwiese zu den bereits bestehenden Parks gesellt! Das neue Angebot wurde in der letzten Saison getestet und hat sich so gut bewährt, dass es nun zur Dauer­einrichtung wird. Der Park-Abschnitt nach dem Ausstieg der 6er-Sonnenkarbahn glänzt mit einem verspielten Set-up, das allen moti­vier­ten Park-Fahrern mehr Obstacles und mehr Runs ermöglicht. Mitten im Skigebiet kann man nun vom South Central Park über den Easy Park bis zum Central Park einen einzigen durch­gängigen Run mit bis zu 20 verschiedenen Hindernissen befahren – und nach einer einzigen Liftfahrt gleich wieder von vorne beginnen! ­Insgesamt umfasst die Jib Line des South Central Park acht Obstacles mit Tubes und Rails.

Foto: Kitzsteinhorn / Klaus Listl

Glacier Park

Für die Weltklasse-Qualität der Slope­style-­Facilities am Kitzsteinhorn bürgen Head-Shaper Martin Liebmann und sein erfahrenes Team. Die Saison beginnt im Oktober mit dem Glacier Park am Gletscherplateau, der dann bis Januar geöffnet ist. Der „Skatepark aus Schnee“ bietet ein kreatives und vielseitiges Set-up mit über 30 Hin­der­nissen, darunter sechs Kicker zwischen 4 und 12 Metern sowie ­Tubes, Rails und Special Features. Die Easy Kicker Line, die Medium Kicker Line und die Jib Lines bieten den Ridern zahlreiche Möglichkeiten, ihre Krea­ti­vität zu beweisen!

Superpipe

Foto: Kitzsteinhorn / A. Monsberger

Von Dezember bis Mai geöffnet ist dann die Superpipe, die mit 150 Metern Länge und 6,5 Metern Höhe auch diese Saison wieder zur Spiel­wie­se für die besten Halfpipe-Profis der Welt wird. Sie wird weiterhin von Alli Zehetner geshapt, einem der weltbesten Pipe-Spezialisten. Er durfte bei den Olympischen Winterspielen 2018 die Halfpipe bauen. Letzten Winter trainierte in der Pipe am Kitz die kom­plette Snowboard-Weltelite, allen voran ein gewisser Herr White. Aber auch die US-Freeskier flogen durch die Halbröhre, denn David Wise holte sich in Alli Zehetners Superpipe den letzten Schliff für letztlich erfolgreiche Spiele in Pyeongchang.

Easy Park

Ebenfalls von Dezember bis Mai geöffnet ist der Easy Park. Mit seinen unterschiedlich schwierigen Hinder­nis­sen bietet er besonders Kids und Ein­steigern die Möglichkeit, ihr persönliches Level schrittweise weiterzuentwickeln. Der Easy Park umfasst über 20 Obs­ta­cles für jedermann vom Anfänger bis zum Profi. Darunter sind fünf Kicker zwischen 2 und 15 Metern sowie zahlreiche Boxen, Tubes, Rails und Hips. Er besteht aus der Easy Line mit drei Easy-Kickern und Easy-Boxen, dem Upper Park mit seiner Slope­style-Linie sowie der Jib Line mit ihren Boxen, Tubes, Rails und einer Hip.

Foto: Kitzsteinhorn

Central Park

Ab Januar 2019 startet dann der Central Park durch, bei dem Progression und Air Time im Vordergrund stehen. Er bleibt bis Mai geöffnet und bietet mehrere Medium-Kicker, auf denen man seine Kicker-Skills verbessern kann, sowie den größten Kicker am Kitzstein­horn. Insgesamt warten hier über 15 Obstacles vom Sechs- bis zum 20-Meter-Kicker sowie Tubes, Rails und ein Wallride. Im Startbereich lädt zudem die Chill-Area mit Chill-Contai­ner und Liegestühlen zu entspannten Pausen zwischen den Runs ein.

Freeride

Foto: Kitzsteinhorn

Weiter geht es mit den Freeride-Op­tio­­nen, die sich hinter dem üppigen Park-Angebot nicht zu verstecken brau­­chen. In den letzten Jahren haben die Bergbahnen vieles unternommen, um die Runs im freien Skiraum sicherer zu gestalten und gerade Einsteigern die ersten Powder Turns zu er­leich­tern. Zu diesem Zweck wurde am Alpincenter eine Freeride Info Base er­rich­tet, an der ihr euch über die ak­tu­­el­len Verhältnisse der fünf aus­ge­wie­­senen Freeride-Varianten informieren und den Lawinenlagebericht checken könnt. Zudem könnt ihr dort euer LVS-Gerät auf seine einwandfreie Funktion checken. Topografische Kar­ten geben euch zudem wichtige Details zu Steilheit, Gefahrenstellen und optimale Lines an die Hand. Zu­sätz­lich zur zentralen Freeride Info Base findet ihr an den Gates zu den jewei­ligen Runs noch mal die wichtigsten Facts über die jeweilige Route. Solltet ihr euch bei der Einschätzung eures Könnens und der aktuellen Lawinensitu­a­tion nicht ganz sicher sein, habt ihr die Möglichkeit, an den „Freeride Mon­days“ an geführten Touren ins Back­country teilnehmen.

Genug Basisinformationen abgedrückt. Jetzt blasen wir noch ein paar Tipps zu den fünf Routen „X1 – Ice Age“, „X2 – Westside Story“, „X3 – Left Wing“, „X4 – Jump Run“ und „X5 – Pipe Line“ zu euch durch. Den Anfang macht die „Ice Age“. Die zwei Kilometer lange Abfahrt startet an der Talstation des Gletscher-Shuttle, verläuft unter der Gipfelbahn durch das gesamte Kar im Wechsel von Steilhängen und flacheren Bereichen und führt bis hinunter zu den Talstationen der Sonnenkarbah­nen. Weiter geht es mit der 2,8 Kilometer langen „Westside Story“. Diese Variante ist die längste und westlichste des Quintetts und startet bei der Krist­allbahn-Bergstation.

Der Einstieg zur „Left Wing“ befindet sich ganz in der Nähe der Info Base an den Berg­sta­tio­nen der Gletscherjet-2-Bahn und Langwiedbahn. Endpunkt der „X3“ ist die Talstation der Langwiedbahn. Zahlreiche Cliffs und natürliche Kicker zum Springen machen die Route „Jump Run“ zum Favoriten der Locals. Für Style-Maschinen bietet diese Route einen extremen Fun-Faktor. Last but not least der „Pipe Run“. Mit gerade einmal einem Kilometer Länge ist diese Variante zwar die kürzeste, doch die 250 Höhenmeter haben es in sich. Natürliche Pipes laden zum Spielen mit der Geländeform ein und die buckelige Beschaffenheit der Route lässt die Oberschenkel brennen.

Foto: Kitzsteinhorn

Als Rausschmeißer geben wir euch noch zwei Häppchen an die Hand, wie ihr bei entsprechender Ortskenntnis und sicheren Verhältnissen bis ins Tal hinabfahren könnt. Die Runs über die Ederalm nach Kaprun oder in das Mühlbachtal bis nach Niedersill sind absolute Klassiker und sollten auf jeder Bucket List zu finden sein. Vielleicht könnt ihr an der Theke im „Paletti“ einen Local überzeugen, euch mit auf diesen Trip zu nehmen. Tipp: Be­ste­chungsversuche mit Bier werden hier nicht geahndet und führen oftmals zum erwünschten Erfolg.

Foto: Kitzsteinhorn

Alle Infos über das Kitzsteinhorn auf einen Blick

Resort

Website: www.kitzsteinhorn.at

Höhenlage: bis 2.900 Meter

Open: bis Mai 2019

Liftanlagen: 1 Standseilbahn, 1 Kombibahn, 1 Großkabinenbahn, 3 Kabinenbahnen, 5 Sesselbahnen, 5 Schlepplifte

Pisten: 42 km präparierte Abfahrten

Events

23.03.2019 X Over Ride FWT Quali

Tickets

1 Tag 53 Euro (Erwachsene), 39 Euro (Jugendliche), 26 Euro (Kinder)

6 Tage 260 Euro (Erwachsene), 195 Euro (Jugendliche), 130 Euro (Kinder)

Verbund

Ski Alpin Card, Super Ski Card, 365 Alpin Card

ParkS

Website: snowpark.kitzsteinhorn.at

Shaper: 13 Shaper

Re-Shape: täglich und bei Neu- schnee am Vormittag

Glacier Park: bis Januar 2019

Easy Park: bis Anfang Mai

Central Park: Januar bis Anfang Mai

South Central: Februar bis Anfang Mai

Freeride

+ Info Base am Alpincenter

+ fünf ausgezeichnete Routen

+ Infotafeln an den Gates der Varianten

+ „Freeride Mondays“ (Guiding für 89 Euro)

+ viel freies Terrain in der Gegend rund um Langwied



Mehr Freeski News findet ihr auf PRIME Skiing

© Primesports.de