Das Pure Surfcamp Marokko: Camp Review
Das Pure Surfcamp Marokko: Camp Review
Nicolai Steidle -

Die Pure Surfcamps gibt es mittlerweile auf der ganzen Welt: Sri Lanka, Indonesien, Südafrika, Spanien, Portugal, Frankreich, Costa Rica, Malediven und eben Marokko. Wir haben uns auf die Reise nach Marokko gemacht, um genau zu sein nach Aourir, und haben dort das Pure Surfcamp für euch unter die Lupe genommen.

Surfcamps gibt es wie Sand am Meer und es ist gar nicht mehr leicht sich in diesem Campdschungel zurechtzufinden. Wir sind auf unseren Reisen um die Welt schon über das ein oder andere Surfcamp gestolpert, viele waren gut, andere weniger. Das Pure Surfcamp hat sich jedenfalls ein ausgezeichnetes Prädikat verdient, warum genau lest ihr jetzt.

Location

Aourir ist sicher nicht der Nabel der Welt und wird dies auch nicht mehr werden. Aber das ist viel mehr ein gesamtmarokkanisches Problem als ein spezifisches von Aourir. Die Stadt hat nicht besonders viel zu bieten ausser einen ATM, was in Marokko jedoch alles andere als selbstverständlich und im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert ist.Aber die Nähe zu Agadir und die ganzen benachbarten Weltklassespots machen es am Schluss als Standort ideal.

Surfcamp

Das Surfcamp wirkt in dieser eher kargen Umgebung fast ein wenig deplaziert, so ein bisschen wie eine Oase in der Wüste. Hier treffen westliche Standards auf orientalisches Ambiente, kunstvoll angefertigte Mosaikwaschbecken, ein großzügig angelegter Infinity Pool mit Panoramablick auf den Atlantik, Regentropfen Duschen und eine fast schon kitschig schöne Chillout Area vermitteln eher den Eindruck in einem teuren Hotel zu gastieren als in einem Surfcamp.

In der Chillout Area kann man in aller Ruhe ein Buch lesen. Mit Meerblick versteht sich. ©Sascha Brolman

Statt eines gesichtslosen Speisesaals ist das Restaurant im Pure Surfcamp, das in die Dachterasse übergeht, zugleich Aufenthaltsraum mit einem Kickertisch, verschiedenen Gemeinschaftsspielen und Gemeinschaftstischen.

Ein besonderes Highlight ist der Infinity Pool

Und das ist der essentielle Unterschied zu einem Hotel, was von den Betreibern auch genauso gewünscht war: die Menschen sollen hier zusammen kommen, es wurde ein Platz für Begegnungen und Austausch geschaffen, die Atmosphäre ist sehr familiär und man hat die Möglichkeit jeden kennen zu lernen wenn man denn möchte, aber auch genug Platz und Freiraum für Momente der Ruhe.

Essen mit Ausblick

Die Zimmer wirken wie aus einem Einrichtungsmagazin entrissen. Sie sind schlicht aber stylisch und vor allem eines, was in Marokko nicht unbedingt Usus ist: sie sind extrem sauber. Es gibt die Option auf Doppelzimmer, 3er und 4er Zimmer, die meisten davon haben Meerblick, ihr könnt also mit dem Erwachen direkt den Swell checken.

Schlicht, stylisch, sauber. Gehobener Standard für ein Surfcamp.

Auch die sanitären Einrichtungen sind äusserst liebevoll gestaltet und sehr gut gepflegt.

Man fühlt sich fast ein wenig königlich wenn man die schicken Badezimmer das erste mal betritt.

Verpflegung

Eine Vollverpflegung ist immer im Preis inbegriffen. Dieses rundum Sorglos Paket war uns anfangs zugegebener Weise sehr suspekt, aber es ist einfach zu gut um zu mäkeln. Den Morgen startet man mit einem Frühstücksbuffet, das mehr Varianten bietet, als man überhaupt versuchen kann. Hier sollten wirklich alle Geschmäcker auf ihre Kosten kommen, vom frischen Fladenbrot über Kirschtomaten, verschiedene Frischkäse Varianten und Paprika, Müsli und Aufschnitte und frisches Obst. Für den anschließenden Surfkurs könnt ihr euch vom Frühstücksbuffet ein Lunchpaket zusammenstellen. Nach dem Surfen erwartet euch ein Nachmittags Snack in Form einer hausgemachten Gemüsesuppe, diverse Oliven und Fladenbrot.

Abendbuffet im Pure Surfcamp ©Sascha Brolman

Das Dinnerbuffet bietet eine Vielfalt an verschiedenen Gemüsegerichten über Reis, Couscous, diverse Fisch und Fleischgerichte, auch hier sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein. Im Fokus steht ganz klar "Healthy Food". Die Waren werden alle auf den lokalen Märkten gekauft, wir haben jedenfalls selten so gute Oliven und Paprika gegessen wie in diesem Camp.

Surfspots

Die Kurse finden meist im sogenannten K 11 statt, das ist der Surfspot den ihr direkt vom Camp überblickt. Der Strand ist fußläufig in weniger als 5 Minuten zu erreichen. Direkt vor der Tür gibt es noch den Spot K 12 und Bananapoint, in 5 minütiger Autofahrt erreicht ihr die Weltklasse Spots Anchorpoint und Killers. Gerade die Strände vor dem Camp eigenen sich mit den flachen Wellen hervorragend das Surfen zu lernen oder aber für Intermediates um weiter an ihren Skills zu feilen.

Surfcoach Mehdi ist Teil eines Teams von internationalen Surflehrern. ©Sascha Brolman

Aktivitäten

Abgesehen von Surfkursen bietet euch das Team von Pure Surfcamps ein umfassendes Freizeit Programm. Gegen einen kleinen Obolus organisiert das Camp Ausflüge auf den Markt in Agadir, einen Trip in das Paradies Valley oder auch Partyausflüge in das benachbarte Taghazout.

Im Paradies Valley können sich Waghalsige von bis zu 15 Meter Höhe in die kühlen Becken stürzen

Morgens und Abends gibt es außerdem Yogastunden. Normalerweise finden die Kurse auf der Dachterasse statt, sollte das Wetter jedoch nicht mitspielen: es gibt einen Yogaraum, die Kurse werden also in jedem Fall durchgeführt.

Eine sehr schöne Location für eine Yoga Session

Darüber hinaus wird aber auch noch ein surfspezifisches Fitnesstraining angeboten.

 

Unterarmliegestützen sorgen für die beim Surfen notwendige Körpermittelspannung ©Sascha Brolman

Es gibt noch Ausflüge zum benachbarten Skatepark, extra Motivierte können auf Kamelen reiten, mit verschiedenen motorisierten Gefährten durch die Wüste ballern oder Nachts im 20 Kilometer entfernten Agadir die Pubs abreißen. Kurzum: auch wenn mal keine Welle läuft sollte sich hier keine Langeweile breit machen.

In Marokko ist es nicht so ganz einfach, nach dem Surf ein Feierabend Bierchen zu bekommen. Aber Pure hat sogar dieses Problem erkannt und einfach eine Bar in das Camp gebaut. Hier werden zu fairen Preisen alkoholische und nicht alkoholische Getränke angeboten.

Das Team

Die Pure Team ist international aufgestellt, Surfcoaches aus Marokko arbeiten hier Hand in Hand mit Spanieren, Belgiern und Italienern. Auch die Teamer kommen aus allen Ecken Europas. Oft sind es Abiturienten die die Zeit zum Studium überbrücken, in den Schlüsselpositionen sitzen jedoch immer für die jeweilige Position qualifizierte Mitarbeiter was auf allen Ebenen für einen reibungslosen Ablauf sorgt.

Hier ein Foto von den Teamern ©Sascha Brolman

Die Teamer werden auch in die Erstellung des Rahmenprogramms mit eingebunden und reagieren flexibel auf die Wünsche der Gäste. Eine Aktion die von den Teamern ins Leben gerufen wurde ist auch der Beach Clean Up, eine gute Möglichkeit der Natur etwas zurück zu geben.

Das haben auch die vielen helfenden Hände der Gäste möglich gemacht.

Beach Club

Es gibt einen hauseigenen Beach Club, hier kann sich Mittags gestärkt werden oder einfach nur gechillt werden wenn die müden Arme nicht mehr paddeln können. Auch hier gibt es abgesehen von einem vorzüglichen Restaurant verschiedene Chilleinrichtungen.

Erholungsmöglichkeit nach einer Session ©Sascha Brolman

Anreise

Am besten fliegt man in das 22 Kilometer entfernte Agadir. Pure Surfcamp organisiert Shuttles welche die Gäste sowohl vom Flughafen abholen als auch hinbringen. Alternativ kann man auch von Marrakesch anreisen, der Weg ist mit 274 Kilometern jedoch deutlich länger. Flüge gibt es oft zu unschlagbaren Preisen über Condor und Easy Jet, wir waren glücklich genug hin und zurück für unter 60 Euro zu fliegen.

Abschließend noch die harten Fakten:

  1. Alter der Gäste: bunt gemischt. Ist aber sicher keine Teenie Veranstaltung.
  2. Surf Season: beginnt im September und dauert bis Ende April
  3. Surflevel: es gibt hier Breaks für alle Levels. Surfguiding ist auch möglich.
  4. Kosten: die Woche startet hier ab 189 Euro

Einen Aufenthalt im Pure Surfcamp könnt ihr unter folgender Webseite buchen: https://www.puresurfcamps.com/surfcamps/marokko/pure-surfcamp-marokko/

Foto Credits: sasha.lara

 



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