Stefan Kraft, Skifliegen, Skispringen
Beim Teamwettbewerb in Vikersund purzelten die Rekorde © Getty Images

Nach Wind-Problemen wird der Weltcup zum Spektakel. Kraft verbessert den gerade erst von Johansson aufgestellten Weltrekord, die DSV-Adler enttäuschen.

253,5 Meter, kein Mensch ist je soweit gesprungen. Stefan Kraft hat beim Teamfliegen in Vikersund einen Weltrekord aufgestellt.

Auf dem "Monsterbakken" konnte der Österreicher bei der Landung das Touchieren des Schnees knapp verhindern und somit den gerade erst von Robert Johansson aufgestellten Rekord von 252 Metern überbieten.

Weniger erfolgreich verlief der Weltcup für das DSV-Team. Andreas Wellinger, Markus Eisenbichler, Richard Freitag und Karl Geiger belegten mit 1305,2 Punkten nur den fünften Rang. 

Wellinger verteidigte aber mit starken Leistungen die Führung in der "Raw Air"-Gesamtwertung vor dem neuen Weltrekordler Stefan Kraft (Österreich). 

Der Sieg ging vor den Augen von König Harald an Gastgeber Norwegen (1572,6) vor Polen (1538,6) und Österreich (1465,4).

"Ein unglaubliches Gefühl"

Norwegens Trainer Alexander Stöckl zeigte sich nach Johanssons Sprung gegenüber der ARD fassungslos. "Unfassbar, unfassbar. Er hat den Sprung optimal getroffen und auch noch gut gestanden, das war überraschend. Als die 252 aufgeleuchtet ist, war das ein unglaubliches Gefühl - auch für das Trainerteam. Vielleicht ist jetzt noch ein halber Meter oder ein Meter mehr drin - dann wird es gefährlich."

Johanssons größter Erfolg bisher war ein zweiter Platz beim Bergisel-Springen 2017 in Innsbruck im Rahmen der Vierschanzentournee.

Wellinger egalisiert deutschen Rekord 

Dass Wellinger mit 245,0 Metern die deutsche Bestmarke von Severin Freund einstellte, geriet fast zur Nebensache. Wellinger behielt dank des Rekords sowie 242,5 Metern im zweiten Durchgang seine Führung in der Gesamtwertung der Raw-Air-Tour bei.

Nach zwölf von 14 Durchgängen liegt der Bayer mit 1879,5 Punkten knapp vor Doppel-Weltmeister Kraft (1873,3), der nach seinem Weltrekord auf erneut starke 244,0 Meter im zweiten Durchgang kam. Eisenbichler fiel vom dritten auf den sechsten Rang zurück.

Der Sieger der neu geschaffenen "Vierschanzentournee" erhält nach dem Finale am Sonntag 60.000 Euro, der Zweitplatzierte darf sich über 30.000 Euro freuen.

Deutschland wartet im Weltcup seit fast fünf Jahren auf eine Team-Podestplatzierung auf einer der fünf Riesen-Schanzen. Zuletzt hatten die DSV-Adler im März 2012 in Planica Rang drei belegt. Den bislang einzigen Skiflug-Sieg hatte Deutschland mit Sven Hannawald und Martin Schmitt an der Spitze Anfang 2000 ebenfalls in Planica gefeiert.

Windpech zu Beginn

In Vikersund war dem Wettkampf ein echtes Geduldsspiel vorausgegangen. Starker Wind führte zu zahlreichen Verzögerungen und schließlich sogar zu einem kompletten Neustart des Wettbewerbs - 75 Minuten nach dem geplanten Beginn.

Auch in der Folge gab es immer wieder Verzögerungen, davon aufhalten ließ sich jedoch niemand - erst recht nicht Robert Johansson und Stefan Kraft.

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