Jens Weißflog war in den 1980er und 90er Jahren einer der weltbesten Skispringer © Imago

Jens Weißflog sieht die erneute Tendenz zu leichteren Springern. Die Sportler würden das Gewichtslimit wieder ausreizen. Kürzere Ski sieht er nicht mehr als Lösung des Problems.

Der dreimalige Olympiasieger Jens Weißflog befürchtet eine Rückkehr der Gewichtsproblematik im Skispringen.

"Es stimmt, die Tendenz zu leichteren Springern ist definitiv wieder da. Nicht erst seit dieser Saison", sagte der 52-Jährige der Zeitung Die Welt.

Weißflog begründet die Entwicklung damit, dass "die meisten Sportler das Gewichtslimit ausreizen" würden. Auch die deutschen Weitenjäger würde er von dieser Entwicklung nicht ausnehmen. FIS-Renndirektor Walter Hofer sagte dagegen der Tiroler Tageszeitung (TT), der Ski-Weltverband "sehe die Gefahr nicht".

Springern mit einem zu geringen Body-Mass-Index (BMI) wird derzeit der vermeintliche Weitenvorteil durch verkürzte Ski genommen. Allerdings geht der Trend ohnehin weg von langen Brettern. "Wir haben mittlerweile so kurze Skier, dass wir früher gesagt hätten, das seien Kinderski, und nie gedacht hätten, dass man damit noch fliegen kann", sagt Weißflog.

Das aktuelle Reglement steht daher vermehrt in der Kritik. "Es gibt nur einen Ausweg aus der Abwärtsspirale", sagte der zweimalige Vierschanzentournee-Sieger Andreas Goldberger (Österreich) der TT: "Wenn jemand unter dem Body-Mass-Index ist, dann sollte er nicht um einen Zentimeter kürzere Ski nehmen, sondern zehn Zentimeter kürzere." 

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