FIS Nordic World Cup - Four Hills Tournament
Diese Landung von Markus Eisenbichler bestrafte die Jury zum Ärger von Werner Schuster hart © Getty Images

Markus Eisenbichler startet stark in die Tournee, verfehlt aber das Podest. Das ärgert den Bundestrainer. Freund verspielt bereits alle Chancen. Ein Österreicher siegt.

Markus Eisenbichler ärgerte sich nur kurz über das verpasste Podest, Severin Freund stapfte dagegen enttäuscht aus dem Stadion.

Einzig Geheimtipp Eisenbichler hat die deutschen Skispringer mit einem guten sechsten Rang vor einem Fehlstart in die 65. Vierschanzentournee bewahrt.

Der Sieg in Oberstdorf ging wie schon 2014 an den Österreicher Stefan Kraft.

Eisenbichler: "Das ärgert mich extrem"

"Die Weite hat nicht gefehlt, ich muss nur normal landen. Das ärgert mich extrem. Ich habe aber bewiesen, dass ich es drauf habe. Ich ärgere mich nur fünf Minuten, und dann ist es vorbei", sagte Eisenbichler im ZDF.

Nach dem ersten Durchgang hatte der Dritte des Weltcups in Lillehammer mit 135,0 m noch den vierten Rang belegt, setzte dann aber bei 133,5 m keinen Telemark und verpasste das Podest um umgerechnet zwei Meter.

"Die Landung war heute nicht mein Freund, aber ich bin trotzdem sehr zufrieden. Das ist jetzt schon meine beste Tournee, selbst wenn ich jetzt dreimal ausscheide", sagte Eisenbichler.

Schuster kritisiert die Jury

Bundestrainer Werner Schuster kritisierte derweil auch die Jury. "Die Kampfrichter haben heute hart bestraft. Leider hat es nicht fürs Podest gereicht, obwohl seine Sprünge die Qualität hatten", sagte Schuster.

Der letztjährige Oberstdorf-Sieger Severin Freund belegte dagegen nur den 20. Rang und hat schon alle Chancen auf den Gesamtsieg verspielt.

Gleiches gilt für den erst 17 Jahre alten Gesamtweltcup-Führenden Domen Prevc aus Slowenien auf dem indiskutablen 26. Platz.

Österreicher feiert ersten Saisonsieg   

Nicht zu schlagen war Kraft, der auf 139,0 und 134,5 m segelte und mit 308,0 Punkten seinen ersten Saisonsieg vor Doppel-Olympiasieger Kamil Stoch aus Polen (305,2) und seinem Landsmann Michael Hayböck (296,2) holte.

"Unglaublich. Dass mir das gelingt, ist mega-cool. Das ist einer meiner schönsten Tage", sagte Kraft.

Vierter wurde der Norweger Daniel Andre Tande. Der zuletzt formschwache Tournee-Titelverteidiger Peter Prevc knüpfte vor 25.000 Zuschauern als Zehnter zumindest an seine alte Stärke an, bester der drei Prevc-Brüder war aber der 20 Jahre alte Cene auf dem achten Rang.

DSV-Adler: Mehr Schatten als Licht

Die DSV-Adler zeigten abgesehen von Eisenbichler mehr Schatten als Licht. "Es hört sich doof an, aber die Gesamtwertung ist für mich nicht das bestimmende Thema. Es war von Anfang an klar, dass die Tournee zu früh kommt", sagte Freund, der nach einer Hüft-OP im Frühjahr fünf Monate der Vorbereitung verpasst hatte.

Zweitbester DSV-Adler war Richard Freitag auf dem 14. Platz. Andreas Wellinger und Stephan Leyhe folgten auf den Positionen 15 und 17, Andreas Wank (Hinterzarten) und Karl Geiger (Oberstdorf) belegten die Plätze 20 und 27. Insgesamt sammelten somit sieben der neun DSV-Adler Weltcup-Punkte.

Zwei prominente Namen schafften es erst gar nicht in den zweiten Durchgang: Altmeister Noriaki Kasai (44) aus Japan musste auf Rang 31 ebenso vorzeitig die Koffer packen wie der zweimalige Oberstdorf-Sieger Simon Ammann aus der Schweiz (37.). 

Kein Ruhetag zwischen Oberstdorf und Garmisch

Sieger Kraft sollte sich indes nicht in Sicherheit wiegen, zu oft stürzten die Oberstdorf-Sieger am Ende noch ab. Nur vier der letzten zehn Gewinner am Schattenberg holten am Ende auch den Gesamtsieg.

Anders als im Vorjahr erlaubt die Tournee vor dem Jahreswechsel kein Durchschnaufen, gestattet keinen Ruhetag zwischen Oberstdorf und Garmisch.

Keine 20 Stunden nach dem Auftaktspringen geht es auf der vor allem bei den Deutschen ungeliebten Olympiaschanze von 1936 am Samstag mit der Qualifikation zum Neujahrsspringen weiter.

Doppelcoup von Kraft unwahrscheinlich

Bei den letzten zehn Austragungen gelang nur zwei Springern der Doppelcoup in Oberstdorf und Garmisch: dem Österreicher Gregor Schlierenzauer 2011/12 und dem Norweger Anders Jacobsen ein Jahr später.

Letzter deutscher Sieger auf der altehrwürdigen und mehrmals renovierten Anlage in Garmisch (Wettkampf, So. ab 14 Uhr im LIVETICKER) war Sven Hannawald bei seinem "Grand Slam" 2001/02, danach gab es bestenfalls dritte Plätze durch Georg Späth (2004 und 2005), Michael Neumayer (2008) und Severin Freund (2015).

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