Überflieger Domen Prevc revolutioniert die Skisprung-Welt © Getty Images

München - Der slowenische Überflieger Domen Prevc springt so risikoreich wie kein anderer. Dieser Stil bringt dem Youngster Bewunderung und macht ihn zum großen Tournee-Favoriten.

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In tiefer Hocke rast Domen Prevc die Skisprungschanzen der Welt hinunter, nach dem Absprung schnellt sein Oberkörper nach vorne, dann segelt er mit tollkühner Vorlage am Hang entlang und landet bei Weiten, von denen seine Konkurrenten im Weltcup meist nur träumen.

Mit seiner ganz eigenen Technik hat der 17-Jährige in der noch jungen Saison bereits vier Springen gewonnen. Im Gesamtweltcup führt der "Domenator" deutlich. Auch bei der am Donnerstag mit der Qualifikation in Oberstdorf beginnenden Vierschanzentournee (ab Fr. im LIVETICKER) wird der Sieg nur über den Slowenen gehen.

Neue Stile und technische Veränderungen haben den Skisprung bereits in der Vergangenheit bereichert und revolutioniert. Das war 1988 mit der Erfindung des V-Stils so, und auch 2010, als der Schweizer Simon Ammann mit einem gebogenen Bindungsstab zum Seriensieger avancierte.

Doch worin liegt das Geheimnis des neue Prevc-Style? "Er fliegt erst flacher als die anderen und hat dadurch in der letzten Flugphase mehr Geschwindigkeit und hebt noch einmal ab. Wenn das andere machen würden, ginge bei ihnen der Ski nach unten - und sie landen. Aber sein Ski kommt nochmals nach oben", erklärte DSV-Cheftrainer Werner Schuster in der Tiroler Tageszeitung.

"Fliegerisch ist er das Beste, was es bislang gegeben hat", so Schuster weiter.

Kein anderer Skispringer hält den Ski so flach und nah am Körper wie der jüngere Bruder des letztjährigen Vierschanzentournee-Siegers Peter Prevc. Scheinbar ohne Angst hält er den Kopf tiefer als die Skispitzen. Dadurch erwischt er früher die anströmende Luft von unten und segelt weiter als alle anderen.

So wenig Furcht Domen Prevc bei seinen Sprüngen selbst verspürt, so stark sorgen sich viele um die Gesundheit des derzeitigen Ausnahmespringers. "Wir haben Angst, weil er keine hat", sagt Walter Hofer, Skisprung-Renndirektor des Weltverbandes FIS.

Schuster und auch der österreichische Cheftrainer Heinz Kuttin sehen vor allem Prevc' Sprungstabilität bei Aufwind - dieser herrschte im Saisonverlauf nur selten - als mögliches Problem. Sollte es damit bei mehr Wind Schwierigkeiten geben, könnte es gefährliche Konsequenzen haben.

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