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Für Felix Neureuther war das Rennen in Madonna di Campiglio schnell beendet © Getty Images

Für Felix Neureuther endet das Ski-Jahr in Madonna di Campiglio mit einer Enttäuschung. Sein erster Lauf dauert nur wenige Sekunden. Den Ärger darüber verdaut er dennoch schnell.

Felix Neureuther hat sich mit einer Enttäuschung aus dem Skijahr 2016 verabschiedet. Beim Nachtslalom in Madonna di Campiglio fädelte der mit der Nummer eins ins Rennen gegangene Partenkirchener bereits nach 33 Sekunden des ersten Durchgangs ein und schied aus.

Die Weihnachtslaune ließ sich Neureuther davon aber nicht verhageln.

"Das ist doch kein Weltuntergang", sagte der 32 Jahre alte Alpinstar nach seinem Ausscheiden: "Jetzt freue ich mich auf die Tage mit der Familie und Miri, darauf, mal ein wenig den Kopf frei zu bekommen." (SERVICE: Endergebnis Madonna di Campiglio)

Neureuther war längst mit den Gedanken bei Krippe, Christkind und Freundin Miriam Gössner, als seine großen Konkurrenten den Sieg bei erstaunlich milden Temperaturen im mondänen Madonna unter sich ausmachten.

Dort, wo einst Alberto Tomba Zigtausende Tifosi verzückte, triumphierte wie im Vorjahr der Norweger Henrik Kristoffersen mit 33 Hundersteln Vorsprung auf Österreichs Topstar Marcel Hirscher.

Erinnerungen an Drohnen-Eklat

Genau ein Jahr zuvor war Hirscher an gleicher Stelle nur knapp von einer abstürzenden TV-Drohne verfehlt worden. Diesmal blieb das Jahresfinale der beiden derzeit besten Slalom-Artisten ohne heikle Zwischenfälle, gerade im zweiten Lauf zauberten Kristoffersen und Hirscher - packender Sport statt "Game of Drones".

Dritter wurde mit respektablem Abstand der Italiener Stefano Gross (+1,35 Sekunden).

Neureuther zeigte sich allerdings weitgehend unbeeindruckt von den Leistungen seiner Widersacher. "Hirscher und Kristoffersen haben aber heute auch nix Besonderes gemacht, muss ich sagen. Das zeigt, das jeder schlagbar ist", sagte der Partenkirchener - bezogen freilich auf Durchgang eins.

Der eigene Leistungsstand? "Ich denke schon, dass ich eine sehr gute Form habe. Ich muss es halt im neuen Jahr nur umsetzen."

Zweiter Ausfall in Folge

Umsetzen, heil herunterkommen - daran mangelt es bei der deutschen Nummer eins. Schon beim vorangegangenen Slalom in Val d'Isère hatte es Neureuther nichts ins Ziel geschafft, in der WM-Saison bleibt er in seiner Spezialdisziplin ohne Platz auf dem Stockerl.

Und auch seine DSV-Kollegen erwischten einen gebrauchten Tag - Dominik Stehle war als 15. noch der Beste, Riesenslalom-Ass Stefan Luitz war wie der glücklose Felix schon im ersten Durchgang ausgeschieden.

Madonna, das Neureuther "genial, traumhaft" findet, sollte die Wende bringen, es sollte "mal bumm machen" - so hatte er es vorher ausgedrückt. Statt bumm machte es ein anderes, hässlicheres Geräusch, als Neureuther nach etwas mehr als der Hälfte der "Canalone Miramonti" an der Torstange hängen blieb.

"Ich habe den Schwung zu früh angesetzt, wollte mit Richtung reinfahren, damit ich hoch dran bin", sagte Neureuther. Statt dran war er draußen, "das passiert eben im Slalom. Wenn ich das ein bisserl abstelle, dann schaut es sehr, sehr gut aus."

Sprach's und eilte in den kurzen Weihnachtsurlaub - bereits am zweiten Feiertag geht es zum Training zurück auf die Piste. "Jetzt gilt es, daheim Kräfte zu sammeln und dann im nächsten Jahr wieder anzugreifen", sagte Neureuther. Damit am 5. Januar der nächste Slalom in Zagreb nicht vorzeitig beendet ist.

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